Bitcoin ist seit Oktober letzten Jahres um mehr als 50 % eingebrochen und zeigt insgesamt nur wenig Neigung zu einer kräftigen Erholung. Im 4‑Stunden‑Chart tauchen zwar gelegentlich „bullische“ Muster auf, die Kursanstiege sind jedoch schwach und rein korrektiver Natur. Wir gehen davon aus, dass die Korrektur langwierig und komplex ausfallen kann, während der Abwärtstrend intakt bleibt. Daher erwarten wir, dass der Rückgang von Bitcoin sich in Richtung 57.500 USD und darunter fortsetzt.
Unterdessen heben Analysten hervor, dass die Rivalität zwischen den USA und China in ein neues Feld übergeht: den Kryptomarkt. Vor Kurzem erklärte der US‑Vizepräsident J.D. Vance, Amerika plane, Bitcoin als strategischen Vorteil gegenüber China zu nutzen. Vance sagte offen: „China mag Bitcoin nicht, aber wir schon.“ Aus dieser Aussage lässt sich vernünftigerweise schließen, dass die US‑Gesetzgebung immer krypto‑freundlicher werden dürfte und Washington das Krypto‑Schlachtfeld als Chance sieht, seinen Vorsprung gegenüber Rivalen auszubauen.
Sie wissen, dass Peking vor nicht allzu langer Zeit sämtliche Krypto‑Transaktionen, das Mining sowie den Zugang zu Krypto‑Instrumenten und ‑Unternehmen verboten hat. China ist der Auffassung, dass alle Kapitalströme unter staatlicher Kontrolle stehen sollten, und treibt aktiv eine staatliche Digitalwährung voran. Die USA verfolgen den gegenteiligen Ansatz: Unterstützung von Kryptounternehmen, Legalisierung des Marktes und Schaffung sicherer Rahmenbedingungen für den Einstieg von Großkapital.
Theoretisch gilt: Je großzügiger die US‑Kryptoregulierung ausfällt, desto mehr Kapitalströme dürften in Bitcoin fließen. Die offene Frage bleibt, wo die Obergrenze liegt. Wenn Sie nicht MicroStrategy sind, versuchen Sie vermutlich nicht, jeden einzelnen Bitcoin der Welt zu kaufen. Wie viel Bitcoin brauchen Anleger tatsächlich? Brauchen sie wirklich alle 21 Millionen Coins?
Handelsempfehlungen
BTC/USD
Bitcoin befindet sich in einem voll ausgeprägten Abwärtstrend. Wir rechnen weiterhin mit einem Rückgang in Richtung 57.500 USD (61,8 % Fibonacci‑Retracement des dreijährigen Aufwärtstrends), und derzeit gibt es keine Anzeichen für eine Trendumkehr. Selbst 57.500 USD wirken nicht mehr wie ein endgültiger Haltepunkt. Im Tages‑Timeframe ist das jüngste bearishe FVG ein POI für Short‑Positionen, liegt jedoch noch deutlich über den aktuellen Kursen. Im 4‑Stunden‑Timeframe sind drei noch nicht geschlossene bearishe FVGs zu erkennen. Diese Muster gehören allerdings zum vorherigen Trend und dürften für sich allein kaum eine Trendfortsetzung auslösen.
ETH/USD
Im Tages‑Timeframe setzt sich der Abwärtstrend fort. Das zentrale Verkaufssignal bleibt der bearishe Order Block im Wochen‑Timeframe. Wie bereits angedeutet, kann die von diesem Signal ausgelöste Bewegung stark und anhaltend sein. Seit sich dieses Muster gebildet hat, hat Ethereum bereits rund 55 % (~2.500 USD) verloren. Eine kurzfristige technische Gegenbewegung ist möglich. Lokale Aufwärtsbewegungen können über bullische Muster im 4‑Stunden‑Timeframe gehandelt werden, wir würden jedoch nicht empfehlen, Korrekturen hinterherzulaufen. Mittelfristig erwarten wir, dass sich die bärischen Tagesmuster durchsetzen und der Abwärtstrend sich fortsetzt. Die Abwärtsziele für Ethereum reichen bis in den Bereich von 1.400 USD.
Erläuterungen zu den Abbildungen
CHOCH — change of character / Bruch der Trendstruktur. Liquidity — Liquidität, also die Stop‑Losses der Trader, die Market‑Maker zur Positionsbildung nutzen. FVG — Fair Value Gap (Bereich mit Preisineffizienz). Der Kurs bewegt sich oft schnell durch solche Zonen, was auf das Fehlen einer klaren Marktrichtung hinweist. Später kehrt der Preis häufig in diese Bereiche zurück und reagiert dort. IFVG — Inverted Fair Value Gap. Nach einer Rückkehr in eine solche Zone reagiert der Kurs nicht, sondern durchbricht sie impulsiv und testet sie anschließend von der Gegenseite.
OB — Order Block. Eine Kerze, auf der ein Market‑Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität einzusammeln und danach seine eigene Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.


