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FX.co ★ Zu viel Geld, zu wenig Vertrauen

Zu viel Geld, zu wenig Vertrauen

Wenn alle verkaufen, ist das eine gute Gelegenheit, günstiger einzusteigen. Der Markt entfernt sich allmählich von der techgetriebenen Talfahrt. Nach Presidents' Day eröffnete der S&P 500 mit einem Abwärtsgap, und die Magnificent Seven fielen auf ihr niedrigstes Niveau seit September. Dennoch sorgten positive Nachrichten von NVIDIA, das seine Chip- und Ausrüstungslieferungen an Meta Platforms ausweitete, dafür, dass die Gruppe den Handelstag im Plus beendete.

Der Haupttreiber der Kurskorrektur im S&P 500 im Februar ist nicht eine schwache US‑Wirtschaft oder enttäuschende Unternehmenszahlen, sondern eine schlichte Sektorrotation. Anleger diskutieren, welche Unternehmen am stärksten unter künstlicher Intelligenz leiden werden, und stoßen aktiv die gestrigen Gewinner ab – die Mega-Cap-Techwerte. Infolgedessen sinkt das Verhältnis der Magnificent Seven zu den übrigen 493 Emittenten im S&P 500.

Entwicklung des S&P 500 im Vergleich zum globalen Aktienindex und der G7 im Vergleich zu anderen Unternehmen

Zu viel Geld, zu wenig Vertrauen

Das gleiche Muster zeigt sich, wenn man den breiten US-Index mit seinen globalen Pendants vergleicht. Anleger reduzieren ihre Engagements in US-Aktien und parken Kapital in anderen Regionen wie Europa und Asien – angetrieben sowohl durch die Unsicherheit über die Politik in Washington als auch durch eine Abkehr von Big Tech.

Tech-Giganten leiden sowohl unter angespannten fundamentalen Bewertungen als auch unter dem schieren Ausmaß der jüngsten Investitionen. Asset Manager befürchten, dass diese massiven Investitionen keine angemessenen Renditen erwirtschaften werden. Eine ihrer größten Sorgen ist laut einer Umfrage von Bank of America Überinvestition. Jahrzehntelang beklagten Fondsmanager einen Mangel an Investitionsmöglichkeiten. Heute hingegen machen sie sich Sorgen über ein Zuviel davon.

Dynamik der Risiken im Zusammenhang mit Unterinvestition und Überinvestition

Zu viel Geld, zu wenig Vertrauen

Auf den ersten Blick kann man nie zu viel Geld haben. Wenn Kapital jedoch wie Wasser durch ein Sieb abfließt, ist das kaum beruhigend. Solange Investitionen in KI noch keine wirklichen Effizienzgewinne bringen, wird diese Sorge nicht verschwinden.

Dieselben Asset Manager halten derzeit die Wahrscheinlichkeit einer harten Landung der US-Wirtschaft für gering – bei etwa 6 %. Einige glauben sogar, dass sich die Wirtschaft weiter überhitzen könnte, falls Trumps große Steuer?senkungsagenda verabschiedet wird. Und ein schnelleres BIP-Wachstum bedeutet nicht zwangsläufig eine höhere Inflation – eine Ansicht, die Kevin Warsh vertreten hat und der die Präsidentin der San Francisco Fed, Mary Daly, sich anzunähern beginnt. Auch wenn noch kein neuer Fed-Vorsitzender ernannt ist, scheint es, als bemühten sich die FOMC-Mitglieder schon jetzt, ihm zu gefallen.

Zu viel Geld, zu wenig Vertrauen

Vielleicht ist es an der Zeit, stark abgewertete Aktien zu kaufen, aber noch ist niemand wirklich bereit, diesen fallenden Messern hinterherzugreifen.

Aus technischer Sicht formt sich im Tageschart des S&P 500 ein mögliches Doppelboden-Muster. Ob die Bullen dieses verteidigen und den Index in einen Aufwärtstrend zurückführen können, hängt vom Kampf an der Marke von 6.815 ab. Ein Rutsch unter dieses Niveau würde erneute Verkäufe rechtfertigen. Solange der Index darüber notiert, bleibt die Tendenz auf der Käuferseite.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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