Während China das Mondneujahr feiert, beeilen sich die großen Spekulanten, das sogenannte Smart Money, nicht, den Goldmarkt zu manipulieren. Das Metall schwankt wie ein Pendel: Es fällt unter die kritische Marke von 5.000 US?Dollar je Unze und kehrt dann wieder darüber zurück. Hedgefonds und Asset Manager warten auf die breite Anlegermasse, die es ihnen ermöglichen wird, weiter Geld zu verdienen.
Laut MUFG werden sich die kurzfristigen XAU/USD?Bewegungen danach richten, wie sich die Markterwartungen hinsichtlich der Entwicklung des Federal Funds Rate verändern. Auf mittlere Sicht dürfte Gold aufgrund der Goldkäufe der Zentralbanken, der geopolitischen Risiken, der Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed sowie der Abkehr der Investoren vom US?Dollar und von US?Staatsanleihen steigen.
In diesem Zusammenhang stützt die Aussage des Präsidenten der Chicago Fed, Austan Goolsbee, wonach mehrere Zinssenkungen der Fed bereits 2026 erfolgen könnten, falls sich die Inflation weiterhin überzeugend dem Zielwert annähert, das Edelmetall. Im Gegensatz dazu bremsen die Bemerkungen des FOMC?Gouverneurs Michael Barr über eine einzelne Zinserhöhung in fernerer Zukunft die Bullen bei XAU/USD.
Entwicklung der indischen Gold? und Silberimporte
Die Einschätzung von MUFG wirkt nachvollziehbar, aber veraltet. Die in der Prognose genannten Treiber haben die Goldpreise in den Jahren 2022–2025 beeinflusst. Im Jahr 2026 kam jedoch die spekulative Nachfrage ins Spiel. Die Anlage wurde schlichtweg gekauft, weil sie stieg. Der sogenannte „Crowd-Premium“-Aufschlag ist derzeit im Preis enthalten. In der Tat hat Asien eine regelrechte Kaufpanik nach Barren, Münzen und ETF-Produkten ausgelöst. Indien zum Beispiel importierte im Januar nahezu einen Rekordwert von 12 Mrd. US-Dollar an Gold und 2 Mrd. US-Dollar an Silber. Nur der Oktober lag höher. Damals beliefen sich die Werte jeweils auf 14,7 Mrd. und 2,7 Mrd. US-Dollar.
Die Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr dauern bis zum 23. Februar an. Bis dahin bleibt die Liquidität am Edelmetallmarkt gering. Theoretisch könnte das großen Marktteilnehmern helfen, starke Kursschwankungen auszulösen. Sollten sie dies jedoch nicht tun, warten sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Rückkehr der Masse. Im Januar haben Hedgefonds und Asset Manager still und leise Gold verkauft, während alle anderen kauften. Der anschließende Preiseinbruch ermöglichte es dem Smart Money, seine Taschen zu füllen.

Meiner Ansicht nach ist der Goldmarkt auf dem aktuellen Niveau stärker manipulationsanfällig. Die Blase ist zwar geplatzt, aber noch nicht vollständig ausgelaufen. Infolgedessen ist die Reaktion des Metalls auf Bewegungen des US‑Dollars alles andere als ideal – ganz zu schweigen von seiner Reaktion auf die Renditen von US‑Staatsanleihen, auf die XAU/USD in der Vergangenheit äußerst sensibel reagiert hat.
Aus technischer Sicht bildet sich im Tageschart von Gold ein 1‑2‑3‑Umkehrmuster aus. Der entscheidende Widerstand liegt in der Nähe eines fairen Werts von 5.080 USD je Unze. Solange das Metall unter diesem Niveau gehandelt wird, erscheint es sinnvoll, sich auf Verkaufsszenarien zu konzentrieren. Ein erneuter Aufbau von Short‑Positionen wäre durch einen Bruch des lokalen Tiefs bei 4.845 USD gerechtfertigt.
