Am Mittwoch verzeichnete das Währungspaar EUR/USD den zweiten Schlusskurs in Folge unter dem 50,0 %-Korrekturniveau bei 1,1830 und setzte seine Abwärtsbewegung in Richtung des 61,8 %-Fibonacci-Levels bei 1,1770 fort. Eine Erholung von diesem Niveau würde den Euro begünstigen und einen Anstieg in Richtung 1,1830 unterstützen. Eine Stabilisierung unterhalb von 1,1770 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung des nächsten Korrekturniveaus von 76,4 % bei 1,1696 erhöhen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt überschaubar. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das Hoch der vorherigen Welle nicht überwunden, und die neue Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht durchbrochen. Damit bleibt der Trend „bullish“. Die Bullen haben innerhalb einer groß angelegten Offensive eine Pause eingelegt, die ohne Donald Trump kaum möglich gewesen wäre. Trump hat die Lage in der Welt und in den Vereinigten Staaten bis zum Äußersten angeheizt, doch Anfang 2026 begannen am Markt Diskussionen über ein mögliches Impeachment des Präsidenten.
Am Mittwoch unterstützte der Nachrichtenhintergrund erneut die Bären, da drei US-Berichte bessere Ergebnisse zeigten, als die Marktteilnehmer erwartet hatten. Die Auftragseingänge für langlebige Güter gingen nur um 1,4 % zurück, statt der vom Markt erwarteten 2,0 %. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen übertraf die Prognosen, und auch die Baubeginne fielen besser aus als von den Tradern erwartet. In der zweiten Tageshälfte starteten die Bären daher einen erneuten Angriff, und der Dollar wertet nun bereits seit zwei Wochen auf. Meiner Ansicht nach steckt hinter der aktuellen Stärke des US-Dollar mehr als nur Konjunkturdaten. Anfang 2026 kamen am Markt Überlegungen auf, wonach die Republikanische Partei die nächsten Wahlen und zumindest die Kontrolle über das Repräsentantenhaus verlieren könnte. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird derzeit auf 83 % geschätzt. Die Wahrscheinlichkeit, den Senat zu verlieren, ist geringer – etwa 40 % – steigt jedoch kontinuierlich. Verliert Trump das Repräsentantenhaus, wäre ein Impeachment-Verfahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % zu erwarten. Gehen beide Kammern verloren, läge die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Impeachments bei 70–80 %. Möglicherweise begrüßt der Markt bereits den möglichen Rücktritt von Donald Trump bis zum Jahresende?

Im 4-Stunden-Chart drehte das Paar zugunsten des US-Dollars und konsolidierte sich unter dem Fibonacci-Niveau von 76,4 % bei 1,1813. Somit könnte die Abwärtsbewegung in Richtung 1,1748 und 1,1694 anhalten. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1813 würde den Euro begünstigen und einen Anstieg in Richtung des Korrekturniveaus von 100,0 % bei 1,1919 ermöglichen. Auf keinem Indikator sind derzeit neue Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT)-Report:

In der jüngsten Berichtswoche eröffneten professionelle Händler 16.403 Long-Positionen und schlossen 541 Short-Positionen. Die Stimmung der Gruppe der „Non-commercial“-Akteure bleibt dank Donald Trump und seiner Politik bullisch und verstärkt sich im Zeitverlauf weiter. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen beläuft sich nun auf 319.000, während Short-Positionen 138.000 ausmachen. Damit ergibt sich für die Bullen ein mehr als doppelt so großer Vorteil.
Über dreiunddreißig Wochen in Folge reduzierten die Großanleger ihre Short-Positionen und bauten Long-Positionen aus. Dann setzte ein „Shutdown“ ein, doch nun beobachten wir dasselbe Muster erneut: Professionelle Händler stocken ihre Long-Positionen weiter auf. Die Politik von Donald Trump bleibt für Händler der wichtigste Einflussfaktor, da sie zahlreiche Probleme schafft, die langfristige und strukturelle Folgen für die USA haben werden – etwa eine deutliche Verschlechterung am Arbeitsmarkt (2025) und einen Rückgang des internationalen Ansehens. Sorgen bereitet den Marktteilnehmern außerdem ein möglicher Verlust der Unabhängigkeit der Federal Reserve im Jahr 2026 sowie die geopolitischen Ambitionen von Donald Trump.
Terminkalender für die USA und die Eurozone:
USA – Veränderung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (13:30 UTC).
Am 19. Februar weist der Wirtschaftskalender nur einen einzigen Eintrag auf, der kaum als wichtig zu bezeichnen ist. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung könnte am Donnerstag daher ausbleiben.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Verkäufe des Währungspaares waren nach einem Schlusskurs auf dem Stundenchart unterhalb von 1,1889 mit einem Ziel bei 1,1830 möglich. Das Ziel wurde erreicht. Neue Verkaufssignale ergaben sich nach einem Schlusskurs unter 1,1830 mit einem Ziel bei 1,1770. Diese Trades können am Donnerstag weiter offen gehalten werden. Käufe werden nach einer Abprallbewegung von 1,1770 auf dem Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1830 interessant.
Die Fibonacci-Gitter sind auf dem Stundenchart von 1,1805–1,1578 und auf dem 4‑Stunden-Chart von 1,1919–1,1471 ausgehend konstruiert.
