Der Dollar zeigt sich widerstandsfähig und verzeichnet dank zweier Schlüsselfaktoren seine bislang beste Wochenperformance. Erstens passen Händler ihre Erwartungen in Bezug auf Zeitpunkt und Umfang der Zinssenkungen der Federal Reserve an. Jüngste Wirtschaftsdaten und die Rhetorik der Fed-Vertreter deuten darauf hin, dass der Zyklus geldpolitischer Lockerungen später beginnen oder weniger aggressiv ausfallen könnte als bisher erwartet. Dies erhöht die Attraktivität des Dollars, da höhere Zinsen länger aufrechterhalten bleiben und damit die Rendite von Anlagen in Dollar-denominierten Vermögenswerten steigern.

Zweitens führt die Eskalation geopolitischer Spannungen im Zusammenhang mit einem möglichen militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran typischerweise zu einer erhöhten Nachfrage nach dem US‑Dollar als sicherem Hafen. In Phasen von Unsicherheit und erhöhtem Risiko tendieren Anleger dazu, ihr Kapital in verlässlichere und liquide Anlagen umzuschichten, wozu auch die amerikanische Währung zählt. Das Bestreben, Kapital angesichts potenzieller globaler Instabilität zu erhalten, treibt Investitionen in den Dollar und setzt andere Währungen sowie Rohstoffe zusätzlich unter Druck.
In dieser Woche legte der Dollar-Index um 1,0 % zu und verzeichnete damit seinen stärksten Anstieg seit Oktober des vergangenen Jahres. Zunehmende Inflationssorgen überlagern die Erwartungen, dass die Fed ihre Geldpolitik in diesem Jahr lockern könnte, was die US‑Währung stützt.
„Die Märkte preisen eine höhere Wahrscheinlichkeit einer militärischen Konfrontation zwischen den USA und dem Iran ein“, erklärte RBC Capital Markets. „Steigende Ölpreise verhindern, dass der Euro und der japanische Yen von Investoren als sichere Häfen wahrgenommen werden, sodass der Dollar diese Lücke schließen kann.“
Es ist bemerkenswert, dass der Dollar in den vergangenen Monaten unter Druck stand, da andere große Zentralbanken ihre Leitzinsen unverändert ließen oder weitere Erhöhungen signalisierten, während die Erwartungen an zusätzliche Zinssenkungen der Fed zunahmen, nachdem Präsident Donald Trump Kevin Warsh als nächsten Fed‑Vorsitzenden nominiert hatte. Die Unsicherheit in Bezug auf die US‑Handelspolitik belastete den Dollar zusätzlich, der im Jahr 2025 seinen stärksten Rückgang seit acht Jahren verzeichnete.
Das Protokoll der letzten FOMC‑Sitzung zeigte jedoch, dass die Notenbanker bei der Sitzung im Vormonat überraschend vorsichtig in Bezug auf Zinssenkungen agierten; einige deuteten sogar an, dass die Zentralbank letztlich gezwungen sein könnte, die Kreditkosten anzuheben, falls die Inflation hartnäckig hoch bleibt.
Später in der Woche hat eine Reihe von Konjunkturdaten – darunter ein deutlicher Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung – die Argumente für aggressive Zinssenkungen weiter abgeschwächt. Händler preisten für dieses Jahr Zinssenkungen von rund 58 Basispunkten ein, verglichen mit 63 Basispunkten Ende der vergangenen Woche.
Aktuelles Technisches Bild für EUR/USD
Derzeit müssen sich Käufer darauf konzentrieren, das Niveau von 1,1770 zurückzuerobern. Erst dann können sie einen Test von 1,1790 ins Auge fassen. Von dort aus ist ein Anstieg bis 1,1825 möglich, was ohne Unterstützung durch größere Marktteilnehmer jedoch recht schwierig sein dürfte. Das äußerste Ziel wäre das Hoch bei 1,1850. Fällt das Handelsinstrument in den Bereich von etwa 1,1745, rechne ich mit entschlossenen Käufen durch größere Marktteilnehmer. Bleiben diese aus, wäre es sinnvoll, auf ein neues Tief im Bereich von 1,1720 zu warten oder Long‑Positionen ab 1,1690 zu eröffnen.
Aktuelles Technisches Bild für GBP/USD
Beim Pfund müssen Käufer zunächst den nächsten Widerstand bei 1,3460 zurückerobern. Erst dann können sie 1,3490 anvisieren, wobei ein nachhaltiger Ausbruch darüber hinaus recht schwierig werden dürfte. Das äußerste Ziel liegt im Bereich von 1,3515. Fällt das Währungspaar, werden die Bären versuchen, die Kontrolle über die Marke von 1,3430 zu übernehmen. Gelingt dies, würde ein Ausbruch aus dieser Spanne die Position der Bullen erheblich schwächen und GBP/USD auf ein Tief bei 1,3405 drücken, mit der Aussicht auf einen Rückgang bis 1,3380.
