Handelsrückblick und Ratschläge zum Handel mit dem japanischen Yen
Der Test des Preisniveaus von 155,26 erfolgte zu einem Zeitpunkt, als sich der MACD-Indikator gerade von der Nulllinie nach oben zu bewegen begann und damit einen sauberen Einstiegspunkt für Dollar-Käufe bestätigte. In der Folge stieg das Währungspaar um 80 Punkte.
Der japanische Yen setzte seine Schwäche fort, nachdem lokale Medien berichteten, dass Japans Premierministerin Sanae Takaichi ihre Besorgnis über eine mögliche weitere Zinserhöhung geäußert habe. Diese zunächst an die Presse durchgesickerte Erklärung löste eine Welle der Verunsicherung unter Anlegern aus, die befürchten, dass eine straffere Geldpolitik das Wachstum der japanischen Wirtschaft bremsen könnte – just in dem Moment, in dem sie nach einer langen Phase der Stagnation erste Erholungstendenzen zeigt. Der Markt interpretierte diese Nachricht als Signal für eine mögliche Abschwächung der Haltung der Bank of Japan in Bezug auf weitere Zinserhöhungen, trotz der bestehenden Inflationsrisiken.
Die vom Premierminister bei einem Treffen mit dem Zentralbankchef geäußerten Bedenken wurden als Faktor gewertet, der den Prozess der Normalisierung der Geldpolitik zum Stillstand bringen oder zumindest verlangsamen könnte, was sich wiederum negativ auf den Wechselkurs des Yen auswirkte. Diese Situation stellt die Bank of Japan vor eine schwierige Wahl: Entweder die Inflation durch weitere Zinserhöhungen bekämpfen und damit das Wirtschaftswachstum riskieren, oder die Wirtschaft weiterhin stützen und dabei zusehen, wie die Landeswährung weiter an Wert verliert.
In der zweiten Tageshälfte werden Daten zum US-Verbrauchervertrauen sowie der Hauspreisindex für die 20 größten Städte erwartet. Außerdem sind Reden von Vertretern der Federal Reserve angesetzt.
Was die Intraday-Strategie betrifft, werde ich mich in erster Linie auf die Umsetzung der Szenarien Nr. 1 und Nr. 2 stützen.
Kaufsignal
Szenario Nr. 1: Heute plane ich, USD/JPY beim Erreichen des Einstiegspunkts um 155,95 (grüne Linie im Chart) zu kaufen, mit einem Kursziel bei 156,39 (dickere grüne Linie im Chart). Im Bereich von 156,39 werde ich Long-Positionen schließen und im Gegenzug Short-Positionen eröffnen (in Erwartung einer Bewegung von 30–35 Punkten von diesem Niveau aus). Ein Anstieg des Währungspaares ist heute nach einem „hawkishen“ Ton der Federal Reserve zu erwarten. Wichtig: Vor dem Kauf sicherstellen, dass der MACD-Indikator oberhalb der Nulllinie liegt und sich gerade beginnt, von ihr nach oben zu lösen.
Szenario Nr. 2: Ich plane heute außerdem, USD/JPY zu kaufen, wenn das Niveau von 155,77 zweimal in Folge getestet wird und sich der MACD-Indikator im überverkauften Bereich befindet. Das wird das Abwärtspotenzial des Paares begrenzen und zu einer Aufwärtswende am Markt führen. Ein Anstieg in Richtung der Gegenniveaus 155,95 und 156,39 ist dann zu erwarten.
Verkaufssignal
Szenario Nr. 1: Heute plane ich, USD/JPY nach einem Ausbruch unter das Niveau von 155,77 (rote Linie im Chart) zu verkaufen, was zu einem schnellen Rückgang des Paares führen dürfte. Das wichtigste Ziel für Verkäufer wird der Bereich um 155,51 sein, wo ich Short-Positionen schließen und unmittelbar im Gegenzug Long-Positionen eröffnen möchte (in Erwartung einer Bewegung von 20–25 Punkten von diesem Niveau aus). Der Druck auf das Paar wird bei schwachen US-Konjunkturdaten zurückkehren. Wichtig: Vor dem Verkauf sicherstellen, dass der MACD-Indikator unterhalb der Nulllinie liegt und sich gerade beginnt, von ihr nach unten zu lösen.
Szenario Nr. 2: Ich plane heute außerdem, USD/JPY zu verkaufen, wenn das Niveau von 155,95 zweimal in Folge getestet wird und sich der MACD-Indikator im überkauften Bereich befindet. Das wird das Aufwärtspotenzial des Paares begrenzen und zu einer Abwärtswende am Markt führen. Ein Rückgang in Richtung der Gegenniveaus 155,77 und 155,51 ist dann zu erwarten.

Erklärung zur Chartdarstellung:
- Dünne grüne Linie – Einstiegspreis für den Kauf des Handelsinstruments;
- Breite grüne Linie – geschätztes Take-Profit-Niveau bzw. -Bereich, um Gewinne manuell zu sichern, da ein weiterer Anstieg über dieses Niveau hinaus unwahrscheinlich ist;
- Dünne rote Linie – Einstiegspreis für den Verkauf des Handelsinstruments;
- Breite rote Linie – geschätztes Take-Profit-Niveau bzw. -Bereich, um Gewinne manuell zu sichern, da ein weiterer Rückgang unter dieses Niveau hinaus unwahrscheinlich ist;
- MACD-Indikator – beim Markteintritt ist es wichtig, sich auf überkaufte und überverkaufte Zonen zu stützen.
Wichtig für Forex-Einsteiger
Forex-Einsteiger sollten Einstiegsentscheidungen mit äußerster Vorsicht treffen. Vor der Veröffentlichung wichtiger fundamentaler Daten ist es am besten, außerhalb des Marktes zu bleiben, um starke Kursschwankungen zu vermeiden. Wenn Sie sich dafür entscheiden, während Nachrichtenveröffentlichungen zu handeln, platzieren Sie unbedingt Stop-Loss-Orders, um Verluste zu begrenzen. Ohne Stop-Loss-Orders können Sie Ihr gesamtes Guthaben sehr schnell verlieren – insbesondere, wenn Sie kein vernünftiges Money Management anwenden und mit großen Volumina handeln.
Und denken Sie daran: Erfolgreiches Trading erfordert einen klaren Handelsplan wie den oben beschriebenen. Spontane Handelsentscheidungen, die ausschließlich auf der aktuellen Marktsituation basieren, sind für einen Intraday-Trader von vornherein eine Verluststrategie.
