Das Währungspaar GBP/USD setzt seinen Rückgang im Rahmen eines „bullischen“ Trends fort. In der vergangenen Woche reagierte der Kurs zum zweiten Mal nicht auf die Imbalance 14, die den bullischen Impuls hätte erhalten können. Gleichzeitig ist die Imbalance 14 noch nicht aufgehoben worden. Dennoch betrachte ich sie nicht mehr als relevant. Stattdessen hat sich eine „bärische“ Imbalance 16 gebildet, die nun das wichtigste Muster für Trader darstellt. Es handelt sich um ein bärisches Muster innerhalb eines bullischen Trends. Meiner Ansicht nach könnte der Anstieg des US-Dollars jederzeit enden, da die Bullen in den vergangenen zwei Wochen wiederholt die Gelegenheit hatten, in eine gerechtfertigte Offensive überzugehen. Warum sie diese Chance nicht genutzt haben, ist unklar. Selbst Donald Trumps Triumph vor dem US Supreme Court Ende letzter Woche kann nicht als positiver Faktor für den Dollar gewertet werden. Doch die Bären behalten weiterhin die Initiative, sodass sich daran vorerst nichts ändern lässt.

Meiner Ansicht nach gibt es für den jüngsten Anstieg des Dollars in den vergangenen Wochen nur einen plausiblen Grund: Donald Trumps Bereitschaft, jederzeit eine Invasion im Iran zu starten. Es besteht inzwischen kein Zweifel mehr daran, dass es sich dabei um eine Invasion und nicht um eine bloße Militäroperation handeln würde. Zuvor lag der Schwerpunkt auf der Ausschaltung nuklearer Anlagen (die Operation im vergangenen Jahr scheint nur teilweise erfolgreich gewesen zu sein), doch jetzt geht es darum, die Führung des Landes auszuwechseln und das „kriminelle Regime“ vollständig zu zerstören. Eine Operation dieser Größenordnung durchzuführen, würde deutlich mehr Zeit erfordern als die Festnahme von Nicolas Maduro in Venezuela. US-Kriegsschiffe und Flugzeugträger treffen weiterhin im Persischen Golf ein, sodass der Iran in den nächsten zwei Wochen in dem stärksten Flammeninferno seit Jahrzehnten aufgehen könnte. Vor diesem Hintergrund könnte der Markt sichere Häfen für sein Kapital suchen, und der Dollar bleibt für viele eine vertraute und sichere Währung.
Der „bullische“ Trend für das britische Pfund bleibt in jedem Fall intakt. Solange es also oberhalb von 1,3012 notiert, würde ich bullischen Signalen mehr Aufmerksamkeit schenken. Der Rückgang des Pfunds könnte zwar erheblich sein, aber auch jederzeit enden. In jedem Fall hat die derzeit einzige aktive Imbalance 16 bislang noch keine Signale hervorgebracht. Daher gibt es aktuell keine Grundlage für neue Handelspositionen.
Der Nachrichtenfluss am Dienstag war äußerst schwach. In den USA wurde der ADP-Bericht für die Woche veröffentlicht, der jedoch wenig Interesse auf sich zog. Ich erinnere daran, dass der Markt die Lage am US-Arbeitsmarkt bevorzugt anhand der Daten zur Arbeitslosigkeit und zu den Non-Farm Payrolls einschätzt. Selbst dann fallen die Marktreaktionen nicht immer eindeutig aus. Ein anschauliches Beispiel dafür sind die Daten aus dem Januar und aus 2025.
Insgesamt bleibt der US-Nachrichtenhintergrund so, dass langfristig nichts anderes als ein Rückgang des Dollars zu erwarten ist. Die Lage in den USA ist weiterhin recht kompliziert. Die US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen häufiger, als dass sie erfreuen. Drei der letzten vier FOMC-Sitzungen endeten mit „taubenhaften“ Entscheidungen. Trumps militärische Aggression, Drohungen gegen Dänemark, Mexiko, Kuba, Kolumbien, den Iran, EU-Länder, Kanada und Südkorea, die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Jerome Powell, ein weiterer „Shutdown“ sowie der Skandal um die US-Elite im Zusammenhang mit dem Epstein-Fall fügen sich zu einem Bild einer politischen und strukturellen Krise im Land. Meiner Meinung nach haben die Bullen alles, was sie brauchen, um ihre Offensive im gesamten Jahr 2026 fortzusetzen.
Für einen „bärischen“ Trend wäre ein starker und stabil positiver Nachrichtenhintergrund für den Dollar erforderlich, was unter Donald Trump kaum zu erwarten ist. Außerdem benötigt der US-Präsident keinen teuren Dollar, da die Handelsbilanz dadurch weiterhin im Defizit bleiben würde. Daher glaube ich nach wie vor nicht an einen „bärischen“ Trend für das Pfund. Zu viele Risikofaktoren lasten weiterhin schwer auf dem Dollar. Bärische Formationen könnten zwar zur Eröffnung von Short-Positionen herangezogen werden, persönlich würde ich Tradern davon jedoch abraten. Den jüngsten Rückgang des Währungspaares halte ich eher für einen Zufallstreffer.
Nachrichtenkalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
Am 25. Februar enthält der Wirtschaftskalender keinen nennenswerten Eintrag. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung wird am Mittwoch ausbleiben.
GBP/USD-Prognose und Trader-Empfehlungen:
Für das Pfund bleibt das Gesamtbild „bullisch“, das kurzfristige Bild hat sich jedoch auf „bärisch“ gedreht. Derzeit sind keine aktiven bullischen Formationen vorhanden. Es gibt lediglich eine bärische Imbalance, zu der der Kurs zunächst zurückkehren und eine Reaktion zeigen muss, damit Trader potenzielle Verkaufsszenarien in Betracht ziehen können.
Es ist zu beachten, dass der Rückgang des Pfunds in den vergangenen Wochen stark genug war, um aufgrund einer unglücklichen Verkettung von Umständen aus einem bullischen ein bärisches Bild zu machen. Hätte Donald Trump nicht mit einem Angriff auf den Iran gedroht und keine Kriegsschiffe in den Persischen Golf entsandt, wäre es vermutlich nicht zu einem derart scharfen Rückgang des Pfunds gekommen. Daher halte ich es für möglich, dass der Rückgang ebenso unerwartet enden könnte, wie er begonnen hat. Ich betrachte den Trend der vergangenen Wochen nicht als in einen „bärischen“ Trend übergegangen.
