
Die Preise für Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) sind den zweiten Tag in Folge weiter gefallen und bewegen sich um die Marke von 66,00 USD pro Barrel. Der Druck auf WTI hat sich nach einem starken Anstieg der US-Ölvorräte verstärkt, was die Sorgen über ein Überangebot zusätzlich schürt – insbesondere im Vorfeld des später am Tag erwarteten Berichts der Energy Information Administration (EIA). Das American Petroleum Institute (API) meldete für die Woche bis zum 20. Februar einen wöchentlichen Anstieg der US-Rohölbestände um 11,4 Millionen Barrel, nachdem in der Vorwoche noch ein Rückgang um 0,609 Millionen Barrel verzeichnet worden war.
Allerdings könnte das Abwärtspotenzial der Preise begrenzt sein, da Anleger die Angebotsrisiken im Vorfeld der dritten Runde der US‑iranischen Atomverhandlungen abwägen. In seiner Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress bekräftigte Präsident Donald Trump zwar sein Bekenntnis zur Diplomatie, beschuldigte Iran jedoch, sein Atomprogramm wiederbelebt und Langstreckenraketen entwickelt zu haben, die die USA treffen könnten. Der stellvertretende Außenminister Irans betonte seinerseits, Teheran sei bereit, „alles Mögliche“ zu tun, um eine Einigung mit Washington zu erzielen.
Der Markt beobachtet die Lage in der Straße von Hormus genau – einem strategisch wichtigen Nadelöhr, durch das rund 20 % der weltweiten Ölströme fließen und in dem eine Eskalation die Lieferungen beeinträchtigen könnte. Darüber hinaus bewerten Händler die Auswirkungen neuer US-Handelsinitiativen auf die Ölnachfrage, da der von Trump verhängte Zoll von 10 % bereits in Kraft getreten ist und eine Anhebung auf 15 % geplant ist.
Aus technischer Sicht zeigen die Preise unterhalb von 66,50 eine gewisse Widerstandsfähigkeit; die Oszillatoren im Tageschart bleiben positiv und bestätigen damit die überwiegend bullische Marktpräsenz. Der 200‑Tage‑SMA nimmt allmählich eine steigende Tendenz an, was auf eine Verschiebung des übergeordneten Trends in Richtung Wachstum hindeutet.
