logo

FX.co ★ USD/CHF: Geopolitik und Ausblick

USD/CHF: Geopolitik und Ausblick

USD/CHF: Geopolitik und Ausblick

*) siehe auch: InstaForex Handelsindikatoren für USD/CHF

Das Währungspaar USD/CHF unternimmt einen Versuch einer Korrekturrallye und testet im Vorfeld der Sitzung am Donnerstag den Bereich von 0,7745–0,7755, während es sich weiterhin in einem übergeordneten Bärenmarkt befindet. Die Bewegung ist jedoch instabil, da der Markt zwischen der Unterstützung für den Dollar und der Nachfrage nach defensiven Anlagen, einschließlich des Schweizer Frankens, abwägt. Die zentrale Frage für die kommenden Tage ist, ob der Dollar seine Erholung aufrechterhalten kann oder ob der Franken bei erneut aufkommenden geopolitischen Risiken wieder an Stärke gewinnt.

USD/CHF: Geopolitik und Ausblick

Geopolitik: Gespräche zwischen den USA und Iran stützen die Nachfrage nach dem Franken

Im Fokus der Anleger steht eine neue Runde von Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf. Der Dialog findet vor dem Hintergrund eines deutlichen Ausbaus der US-Militärpräsenz im Nahen Osten statt, begleitet von Warnungen des Weißen Hauses vor ernsthaften Konsequenzen im Falle eines Scheiterns der Diplomatie, Teherans Bekenntnissen zu Ernsthaftigkeit und Flexibilität sowie dem erklärten Willen, eine Eskalation zu vermeiden. Während die Unsicherheit anhält, werden Gold und der Franken als sichere Häfen unterstützt. Sollten die Gespräche scheitern, könnte die Nachfrage nach dem CHF weiter zunehmen.

US-Handelspolitik: Quelle der Unsicherheit

Eine weitere Instabilitätsquelle ist die US-Zollpolitik. Der Oberste Gerichtshof der USA hat kürzlich die Nutzung von Notstandsbefugnissen des Weißen Hauses zur Verhängung globaler Zölle eingeschränkt. Als Reaktion kündigte Präsident Donald Trump einen neuen Zoll von 10% an, mit der Möglichkeit einer Anhebung auf 15%. Für bestimmte Länder sind Erhöhungen der Zölle auf 15% und mehr möglich. Die Unsicherheit über die Handelsbedingungen erhöht die Volatilität und stützt die Nachfrage nach defensiven Anlagen, einschließlich des Schweizer Franken.

Fed-Politik: veränderte Erwartungen an Lockerung

Die Lage hat die Pläne für eine Pause der Fed im März nicht verändert; das CME FedWatch Tool beziffert diese derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 98%. Gleichzeitig rechnen Anleger weiterhin mit Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr, auch wenn der genaue Zeitpunkt noch unklar ist.

USD/CHF: Geopolitik und Ausblick

Laut CME FedWatch ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juni auf 40 % gefallen; der Juli gilt nun als wahrscheinlichster Zeitpunkt für den ersten Schritt (rund 65 %). Vertreter der Fed (Austan Goolsbee, Susan Collins, Thomas Barkin) haben betont, dass vor einer Anpassung der Geldpolitik bestätigende Makrodaten abgewartet werden müssen.

*) Siehe auch die gestrige Analyse „USD: kurzfristige und langfristige Perspektiven“.

Zentrale Treiber in den kommenden Tagen:

· Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (heute um 13:30 GMT);

· Erzeugerpreisindex (PPI) (Freitag um 13:30 GMT).

Fallen die Inflationsdaten höher als erwartet aus, dürfte der Dollar Rückenwind erhalten. Bestätigen die Daten hingegen eine Abschwächung des Preisdrucks, könnten die Märkte verstärkt bis zu drei Zinssenkungen in diesem Jahr einpreisen, was den Druck auf den USD erhöhen würde.

Schweiz: SNB-Politik und Konjunkturerwartungen

Der ZEW-Erwartungsindex für Februar ist aus dem negativen Bereich im Januar auf 9,8 gestiegen und signalisiert eine verbesserte Stimmung in der Wirtschaft. Dieser Sprung hatte nur einen begrenzten Einfluss auf den Schweizer Franken, da sich die Anleger weiterhin auf globale Risiken und auf die anstehenden Entscheidungen der Schweizerischen Nationalbank zur Geldpolitik konzentrieren.

Zuvor hatte der SNB-Präsident Martin Schlegel erklärt, die Notenbank sei bereit, kurze Phasen der Deflation gelassen hinzunehmen, und unterstrich damit den Fokus des Regulators auf die langfristigen Inflationserwartungen und einen in den kommenden Monaten erwarteten Anstieg des Inflationsindikators. Trotz des Vertrauens in die Widerstandskraft des Wachstums ließ die Zentralbank die Möglichkeit von Interventionen am Devisenmarkt offen, falls dies zur Stabilisierung der Währung nötig sein sollte.

Das anstehende Schweizer BIP für das 4. Quartal (Veröffentlichung am Freitag um 07:00 GMT) könnte ein zusätzlicher Impulsfaktor sein. Eine Beschleunigung auf über 0,5 % im Jahresvergleich würde den Franken stützen.

Fazit

USD/CHF befindet sich in einer Phase erhöhter Nachrichtenanfälligkeit und balanciert zwischen zwei Kräften: der Unterstützung des Dollars durch anhaltenden Inflationsdruck und der Nachfrage nach dem Franken als sicherem Hafen. Der Franken besitzt weiterhin Potenzial zur Aufwertung vor dem Hintergrund geopolitischer Risiken, Handelsunsicherheit und sicherheitsorientierter Kapitalströme. Gleichzeitig könnten die Widerstandsfähigkeit des Dollars und mögliche Inflationsüberraschungen in den USA das Währungspaar vorübergehend stützen.

Die PPI-Daten sowie die Zahlen vom US-Arbeitsmarkt werden kurzfristig die wichtigsten Orientierungspunkte für die Märkte sein. Die Richtung hängt zudem von den Ergebnissen der Gespräche zwischen den USA und Iran, den US-Inflationsdaten sowie den Signalen der Fed und der SNB ab.

*) Siehe auch die heutige Analyse „USD/CHF: dynamische Szenarien für den 26.02.2026“.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
Go to the articles list Go to this author's articles Open trading account