
Am Donnerstag stieg das Währungspaar EUR/USD bis zum 50,0%-Korrekturlevel bei 1,1830, prallte davon ab, drehte zugunsten des US-Dollars und fiel fast bis auf das Niveau von 1,1770. Heute bewegt sich das Paar wieder in Richtung 1,1830. Ein erneuter Rückprall von diesem Niveau würde somit den US-Dollar begünstigen und zu einem Rückgang in Richtung 1,1770 führen. Ein Anstieg und eine anschließende Konsolidierung über 1,1830 würde es Tradern erlauben, auf eine Fortsetzung des Aufwärtsimpulses bis zum nächsten Korrekturlevel von 38,2% bei 1,1889 zu hoffen.
Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt übersichtlich. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das Tief der vorherigen Welle nicht durchbrochen, und die neue Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch bislang ebenfalls nicht überwunden. Daher bleibt der übergeordnete Trend abwärtsgerichtet. Die Bullen haben inmitten eines vormals groß angelegten Aufwärtsimpulses pausiert – ein Szenario, das ohne Donald Trump nicht denkbar gewesen wäre – und diese Pause hat sich verlängert. Allerdings könnte die faktische Weigerung des US-Präsidenten, der Entscheidung des Supreme Court Folge zu leisten, die Bullen wieder in den Markt zurückbringen.
Am Donnerstag fehlte es sowohl für den Euro als auch für den US-Dollar im Wesentlichen an relevanten Nachrichten, doch am Abend wurden die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten in Genf bekannt. Teheran und Washington konnten sich nicht auf ein Nuklearabkommen einigen, und Nachrichtenagenturen berichteten, dass keinerlei Fortschritte erzielt wurden. Trump fordert den vollständigen Abbau der drei wichtigsten Nuklearanlagen Irans sowie die Übergabe sämtlichen angereicherten Urans an die Vereinigten Staaten. Iran wiederum weigerte sich, seinen Nuklearbrennstoff außer Landes zu bringen, stellte sich gegen einen Stopp der Urananreicherung, lehnte die Zerstörung nuklearer Anlagen ab und verweigerte jegliche Beschränkungen seines Nuklearprogramms. Im Grunde ist dies die Ausgangslage, mit der die Verhandlungen begonnen hatten, und es sieht so aus, als würden sie in derselben Position enden. Meiner Ansicht nach nutzte Iran diese Gespräche, um einen möglichen US-Militärschlag gegen sein Territorium hinauszuzögern, um sich besser darauf vorbereiten zu können. Jüngste Berichte aus Teheran deuten darauf hin, dass iranische Streitkräfte sich auf einen möglichen US-Angriff und Luftschläge vorbereiten. Vor diesem Hintergrund haben die Bären gestern ihre Verkäufe wieder aufgenommen.

Im 4-Stunden-Chart drehte das Paar zugunsten des US-Dollars, nachdem sich auf dem CCI-Indikator eine bärische Divergenz gebildet hatte, kehrte anschließend jedoch zum 76,4%-Korrekturlevel bei 1,1813 zurück. Ein Abprall von diesem Level würde die Kurse wieder in eine Abwärtsbewegung in Richtung des 61,8%-Fibonacci-Levels bei 1,1748 drücken. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1813 würde die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Aufwärtsbewegung in Richtung des 100,0%-Korrekturlevels bei 1,1919 erhöhen. Auf keinem Indikator sind derzeit neue entstehende Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:

In der letzten Berichtswoche schlossen professionelle Händler 7.155 Long-Positionen und 1.330 Short-Positionen. Die Stimmung der Gruppe der „Non-commercial“-Trader bleibt aufgrund von Donald Trump und seiner Politik bullisch und verstärkt sich mit der Zeit weiter. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen beläuft sich nun auf 312.000, gegenüber 137.000 Short-Positionen. Das bedeutet einen mehr als doppelt so großen Vorteil für die Bullen.
Über dreiunddreißig Wochen in Folge reduzierten Großanleger ihre Short-Positionen und bauten Long-Positionen aus. Dann begann der Shutdown, und nun beobachten wir dasselbe Muster: Professionelle Händler bauen weiterhin Long-Positionen auf. Die Politik von Donald Trump bleibt für Trader der wichtigste Faktor, da sie zahlreiche Probleme schafft, die langfristige und strukturelle Folgen für die Vereinigten Staaten haben könnten. Dazu gehören etwa eine deutliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes (im Jahr 2025), ein Rückgang des globalen Ansehens und Kapitalabflüsse aus den USA. Händler sind außerdem besorgt über einen möglichen Verlust der Unabhängigkeit der Federal Reserve im Jahr 2026 sowie über die geopolitischen Ambitionen von Donald Trump.
Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:
- Eurozone – Deutschland, Arbeitslosenquote (08:55 UTC).
- Eurozone – Deutschland, Veränderung der Zahl der Arbeitslosen (08:55 UTC).
- Eurozone – Deutschland, Verbraucherpreisindex (13:00 UTC).
- USA – Erzeugerpreisindex (13:30 UTC).
Am 27. Februar enthält der Wirtschaftskalender vier Veröffentlichungen, von denen keine ein starkes Marktinteresse erwarten lässt. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung könnte am Freitag erneut sehr schwach ausfallen.
EUR/USD-Prognose und Handelstipps:
Ein Verkauf des Währungspaares ist heute bei einem Abprall vom Niveau 1,1830 im Stundenchart möglich, mit Kurszielen bei 1,1770 und 1,1696. Käufe sind bei einem Stundenschlusskurs über 1,1830 möglich, mit Zielen bei 1,1889 und 1,1963.
Die Fibonacci-Level werden im Stundenchart von 1,1805–1,1578 und im 4-Stunden-Chart von 1,1919–1,1471 abgeleitet.
