
*) siehe auch: InstaForex Handelsindikatoren für DJIA (INDU)
Die Futures auf US-Aktienindizes sind am Montag stark eingebrochen, nachdem sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten infolge koordinierter US-amerikanischer und israelischer Angriffe auf den Iran rasch verschärft hatten. Mit einem deutlichen Ausverkauf gleich zum Wochen- und Monatsauftakt treten die Märkte in eine neue Phase erhöhter Volatilität ein, in der die traditionelle „Flucht aus dem Risiko“ auf die Unsicherheit in Bezug auf Geldpolitik und Unternehmensperspektiven trifft.
Futures auf den Dow Jones (INDU auf der Handelsplattform) fielen in den europäischen Handelsstunden vor Beginn der regulären Sitzung um mehr als 1,4 % – etwa 500 Punkte – auf rund 48.100,00. S&P 500- und Nasdaq 100-Futures gaben um etwa 1,5 % beziehungsweise 1,85 % nach.
Der sogenannte Fear & Greed Index bleibt mit 38 (von 100) im Bereich „Fear“.

Gründe für den Einbruch: perfekter Sturm
- Militärische Eskalation im Nahen Osten
Am Wochenende führten die Vereinigten Staaten und Israel koordinierte Angriffe auf Ziele im Iran durch und töteten Berichten zufolge den obersten Führer des Landes, Ali Khamenei, sowie bis zu 40 ranghohe iranische Funktionäre. Teheran reagierte mit Luftangriffen auf US-Stützpunkte in der Region und auf israelisches Territorium.
Ein entscheidender Faktor war die teilweise Schließung der Straße von Hormus, über die rund 20 % der weltweiten Öllieferungen abgewickelt werden. Die Seestreitkräfte der IRGC kündigten einen Stopp der Lieferungen an und ließen nur noch die Fahrt iranischer Tanker zu.
US-Präsident Donald Trump erklärte, die Militäroperationen würden „so lange wie nötig“ andauern, und schloss nicht aus, dass der Konflikt „vier bis fünf Wochen“ dauern könnte.
- Reaktion der Rohstoffmärkte
- WTI-Öl sprang um mehr als 9–10 % auf 73,00 USD je Barrel
- Brent legte um fast 13 % auf über 80,00 USD je Barrel zu
- Gold stieg um mehr als 2 % auf über 5.400,00 USD je Unze
- Tech-Sektor unter Druck
Abgesehen von der Geopolitik belastet die Unsicherheit rund um die rasche Einführung von KI den Markt weiterhin. Am Freitag schloss Wall Street im Minus, da die Sorge besteht, dass der schnelle Einsatz von KI traditionelle Softwareanbieter verdrängen könnte. Der Nasdaq 100 fiel am Freitag um 0,92 %, und der Februar war der schwächste Monat des Index seit einem Jahr.
Ausblick: der weitere Weg
Der sprunghafte Anstieg der Ölpreise erhöht das Risiko neuer Inflationsimpulse, was die Erwartungen an Zinssenkungen nach hinten verschieben könnte. Laut CME FedWatch preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 95,5 % dafür ein, dass die Zinsen im März unverändert bleiben.

Gleichzeitig hat Fed-Gouverneur Stephen Miran eine Zinssenkung um 100 Basispunkte gefordert und argumentiert, dass die anhaltend hohen Zinsen Verzerrungen in der Inflationsmessung widerspiegeln.

Technisch würde ein Bruch der Dow-Unterstützung in der Zone 48.500,00–48.300,00 den Weg für den nächsten Test im Bereich von 47.480,00 (EMA144 im Tageschart) eröffnen. Der unmittelbare Widerstand liegt bei 48.950,00 (EMA50 und untere Linie des aufwärtsgerichteten Tageskanals) und 49.190,00 (EMA200 im 4-Stunden-Chart).

Mögliche Szenarien
- Eskalation (bärisch). Eine weitere Ausweitung des Konflikts und eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus könnten den Ölpreis in Richtung 100,00 USD je Barrel oder höher treiben, den Inflationsdruck verstärken und eine DJIA-Korrektur auf 46.700,00–46.250,00 auslösen.
- Diplomatisch (korrektiv). Die Aufnahme vermittelter Gespräche könnte die geopolitische Prämie verringern und eine technische Gegenbewegung in Richtung 49.500,00–49.700,00 auslösen.
- Stabilisierung. Die Märkte passen sich an die neue Realität an, wobei sich die Indizes in einer Spanne von 48.000,00–49.500,00 konsolidieren, bis sich die Lage klärt.
*) mehr: DJIA (INDU): Ausblick für den 02.03.2026
Fazit
Der US-Aktienmarkt ist in eine Phase extremer Volatilität eingetreten, in der das geopolitische Risiko stärker wiegt als Fundamentaldaten und technische Analyse. Die nächsten Tage sind entscheidend: Eine Eskalation könnte die Korrektur vertiefen, während jedes Anzeichen von Deeskalation einen kräftigen Rebound auslösen dürfte. Anleger sollten vorsichtig agieren und den aktuellen Markt eher als Hochrisikozone denn als Gelegenheit für aggressives Kaufen betrachten.
