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FX.co ★ EUR/USD. Smart Money. Der Zusammenbruch des Euro setzt sich fort

EUR/USD. Smart Money. Der Zusammenbruch des Euro setzt sich fort

Das Währungspaar EUR/USD ist am Montag eingebrochen, ausgelöst durch die US-amerikanische und israelische Militäroperation gegen den Iran, und setzte seinen Rückgang am Dienstag fort. Ich möchte an dieser Stelle weder alle Länder aufzählen, die bereits in einen offenen militärischen Konflikt eingetreten sind, noch alle Infrastrukturziele, die am Wochenende und zu Wochenbeginn getroffen wurden. Für Trader ist der Kern des Geschehens entscheidend. Im Nahen Osten hat ein neuer Krieg begonnen, der sich diesmal zu einem langwierigen Konflikt ausweiten könnte.

Wie wirkt sich dieser Krieg auf die Märkte aus? Die Öl- und Gaspreise steigen rapide, bedingt durch die Blockade der Straße von Hormus und eine Reihe iranischer Angriffe auf Förder- und Raffinerieanlagen in mit den USA verbündeten Ländern. Die Nachfrage nach dem Dollar nimmt in gleichem Tempo wie die Ölpreise zu, da Investoren riskante Anlagen meiden und in sichere Häfen flüchten. Mehr gibt es dazu im Grunde nicht zu sagen.

EUR/USD. Smart Money. Der Zusammenbruch des Euro setzt sich fort

Aufgrund geopolitischer Ereignisse wurde das technische Bild – wenn auch nicht vollständig, so doch zumindest teilweise – gestört. Wir haben eine offene Konfrontation zwischen dem technischen Setup und dem Nachrichtenumfeld erlebt. Dieses Mal erwies sich der Nachrichtenhintergrund als stärker. Unter den aktuellen Bedingungen müssen Trader daher zumindest abwarten, bis sich neue Muster herausgebildet haben, und erst dann das Gesamtbild analysieren und die aktuelle Nachrichtenlage bewerten. Meiner Ansicht nach hatten die Bullen bis zuletzt gute Chancen, den Trend fortzusetzen, doch der Krieg im Nahen Osten hat alles auf den Kopf gestellt. Nun ist es wichtig zu verstehen, wo das aktuelle Dollar-Wachstum enden wird und ob der Aufwärtstrend intakt bleibt.

Derzeit gibt es keine aktiven Muster – weder bullishe noch bearishe. Die Imbalance 12 wurde, wie von mir erwartet, aufgehoben. Nach einem derart starken Rückgang des Euro am Montag und Dienstag werden sich bearishen Imbalances bilden, doch dafür braucht es zumindest eine leichte Aufwärtskorrektur. Im Moment gibt es keinerlei Anzeichen für einen Pullback. Der Kurssturz setzt sich fort.

Selbst wenn sich bearishe Muster herausbilden, ist es entscheidend zu verstehen, ob der Aufwärtstrend zu diesem Zeitpunkt noch relevant sein wird. Falls nicht, erhalten bearishe Muster eine völlig andere, deutlich vorteilhaftere Bedeutung für Trader. Gleichzeitig könnte der durch die Geopolitik ausgelöste Einbruch des Währungspaares ein außergewöhnliches Ereignis sein. Sollte der Krieg im Nahen Osten in naher Zukunft enden, könnten die Bullen ebenso schnell wieder in die Offensive gehen und alle bis dahin entstandenen bearishe Muster zunichtemachen.

Das technische Bild signalisiert nach wie vor eine Dominanz der Bullen. Der Aufwärtstrend bleibt intakt, allerdings wurde das bullishe Szenario auf unbestimmte Zeit vertagt. Um wieder auf einen Anstieg des Euro setzen zu können, sind neue bullishe Muster erforderlich. Um weitere Rückgänge zu erwarten, werden bearishe Muster und Signale benötigt. Gegenwärtig existiert beides nicht.

Der Nachrichtenhintergrund war am Dienstag für Trader im Grunde genommen bedeutungslos, da der panikgetriebene Rückgang, ausgelöst durch geopolitische Faktoren, anhielt. In der Europäischen Union wurde der Inflationsbericht für Februar veröffentlicht, der eine Beschleunigung auf 1,9 % zeigte. Die Kerninflation stieg auf 2,4 %. Diese Daten fanden jedoch keinerlei Beachtung, obwohl sie die Bullen hätten unterstützen können.

In den vergangenen Monaten hatten die Bullen eine Vielzahl von Gründen für Angriffe, und selbst mit dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten sind diese Gründe nicht weniger geworden. Strukturell und in der Gesamtsicht haben sich Trumps Politik, die im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Rückgang des Dollars führte, nicht geändert. Kurzfristig könnte die US-Währung im Zuge einer Flucht der Investoren aus Risikoanlagen weiter steigen, doch dieser Faktor wird sie nicht dauerhaft stützen können.

Gleichzeitig werden der dovishe geldpolitische Ausblick des FOMC, Trumps Handelskrieg mit der ganzen Welt, die Schwäche des US-Arbeitsmarktes, zwei Government Shutdowns, die militärische Aggression der USA, Strafverfahren gegen Powell, das nachlassende BIP-Wachstum und andere für Amerika ungünstige Entwicklungen durch den Konflikt im Iran keineswegs aufgehoben.

Ich glaube weiterhin nicht an einen Abwärtstrend. Der Dollar hat vorübergehende Unterstützung vom Markt erhalten, doch es ist alles andere als sicher, dass diese Situation lange anhalten wird. Die blaue Linie markiert das Kursniveau, unterhalb dessen der Aufwärtstrend als beendet gelten kann. Die Bären müssen den Kurs dafür um etwa 140 Punkte nach unten drücken, und selbst wenn ihnen dies gelingt, würde ich das Entstehen eines Abwärtstrends weiterhin in Zweifel ziehen. Meiner Einschätzung nach zeigt das Paar einen kräftigen Rückgang ausschließlich aufgrund geopolitischer Faktoren. Wenn dieser Faktor verblasst, worauf sollen sich die Bären dann bei ihren Angriffen stützen? Möglicherweise bilden sich in dieser Woche bearishe Muster, die das lokale Bild für Analyse und Prognose leichter erfassbar machen würden.

Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:

  • Eurozone – Arbeitslosenquote (10:00 UTC).
  • USA – ADP Beschäftigungsänderung (13:15 UTC).
  • USA – ISM Services PMI (15:00 UTC).

Am 4. März enthält der Wirtschaftskalender drei nennenswerte Veröffentlichungen, doch erneut könnte die Konjunktur durch die Geopolitik in den Hintergrund gedrängt werden. Der Nachrichtenhintergrund wird am Mittwoch zweifellos weiterhin die Marktstimmung beeinflussen.

EUR/USD-Prognose und Handlungsempfehlungen für Trader:

Meiner Ansicht nach befindet sich das Paar weiterhin in der Phase der Ausbildung eines Aufwärtstrends. Der Nachrichtenhintergrund hat sich am vergangenen Wochenende abrupt verändert, doch der Trend selbst ist intakt geblieben. Daher benötigen Trader in naher Zukunft neue Muster, um kurzfristige Prognosen zu erstellen. Handelt es sich dabei um bearishe Muster (was wahrscheinlicher ist), ist es wichtig, daran zu denken, dass der übergeordnete Trend bullish bleibt und dass Geopolitik in der Regel keinen langfristigen Einfluss hat. Sollten bullishe Muster auftreten (was deutlich vorzuziehen wäre), hätten Trader die Möglichkeit, neue Long-Positionen im Einklang mit dem vorherrschenden Trend zu eröffnen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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