
Kaum hatte der Supreme Court entschieden, dass alle von Donald Trump gegen einzelne Länder und ganze Bündnisse verhängten Handelszölle rechtswidrig sind, setzte der US‑Präsident die Zölle umgehend in leicht veränderter Form wieder in Kraft. Zuvor hatte Trump Zölle jeweils individuell gegen einzelne Länder verhängt, ohne offenzulegen, wie die jeweiligen Zollätze berechnet wurden – das bleibt ein gut gehütetes Geheimnis. Nun liegt die Zollobergrenze bei 15 %, befristet auf höchstens 150 Tage. Persönlich habe ich keinen Zweifel daran, dass Trump nach Ablauf dieser 150 Tage sämtliche Zölle erneut einführen wird, dann allerdings gestützt auf ein anderes Gesetz oder Dekret. So oder so bleiben Zölle die wichtigste Waffe des Weißen Hauses. Die neuen Zölle haben jedoch ein erhebliches Ungleichgewicht in den Handelsabkommen des vergangenen Jahres geschaffen.
Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr gelang es Trump irgendwie, Handelsabkommen mit der EU, dem Vereinigten Königreich, China, Südkorea und mehreren weiteren Ländern abzuschließen. Ökonomen sind der Ansicht, dass alle Abkommen mit Ausnahme des US‑China‑Deals für Trumps Verhandlungspartner ausgesprochen nachteilig sind. Es ist jedoch nicht unsere Aufgabe, die Bedingungen zu kommentieren, auf die sich die Europäische Union eingelassen hat. Fakt ist: Gemäß den Vereinbarungen aus dem vergangenen Jahr galten bestimmte Zollsätze – und jetzt sind sie völlig andere. Ökonomen haben umgehend berechnet, dass nach dem letztjährigen Handelsabkommen (das vom Europäischen Parlament noch nicht ratifiziert wurde) der durchschnittliche Zoll auf europäische Importe in die USA bei rund 9 % liegt. Nach Trumps neuen Zöllen steigt er auf 13 %, und der US‑Präsident hat bereits allen Ländern nahegelegt, die neue Zollstruktur zu übernehmen.

Das Europäische Parlament hat umgehend abgelehnt, den Ratifizierungsprozess des Handelsabkommens fortzusetzen. Wochen sind vergangen, und an der Zollfront hat sich nichts geändert. Der Siedepunkt ist erreicht. Ich habe bereits zuvor erwähnt, dass eine zufriedene und weitgehend konfliktfreie Europäische Union schlicht kein Interesse daran hat, sich mit dem streitlustigen Trump anzulegen. Für Brüssel ist es einfacher, sich auf belastende Vertragsbedingungen einzulassen, mit denen das Weiße Haus zufrieden ist, als einen vollumfänglichen Handelskrieg zu führen – nicht nur auf dem Papier, sondern in der Realität. Schon damals habe ich gesagt, dass die Europäische Union Trump de facto eine offizielle Erlaubnis erteilt hat, die Situation zu seinen Gunsten zu manipulieren. Jetzt, im Jahr 2026, erleben wir vom amerikanischen Präsidenten genau das. Wenn die EU durchschnittlichen Zöllen von etwa 10 % plus Verpflichtungen zugestimmt hat, Hunderte von Milliarden Dollar in die US‑Wirtschaft zu investieren und Energierohstoffe im Wert von weiteren Hunderten Milliarden Dollar aus den USA zu beziehen, dann bedeutet das, dass sie auch etwas höheren Zöllen zustimmen wird.
Wellenstruktur für EUR/USD:
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument weiterhin einen Aufwärtstrend ausbildet. Die Politik von Donald Trump und die Geldpolitik der Fed bleiben wesentliche Faktoren für die langfristige Schwäche der US‑Währung. Die Ziele für das aktuelle Trendsegment könnten bis in den Bereich der 25er‑Marke reichen. Aus meiner Sicht befindet sich das Instrument nach wie vor innerhalb der globalen Welle 5, weshalb ich in der ersten Hälfte des Jahres 2026 weiter steigende Kurse erwarte. Die korrektive Struktur a-b-c-d-e kann jederzeit abgeschlossen werden, da sie bereits eine überzeugende Form angenommen hat. Meiner Meinung nach ist es jetzt sinnvoll, nach Bereichen und Niveaus für neue Käufe zu suchen, mit Zielen um 1,2195 und 1,2367, was 161,8 % bzw. 200,0 % Fibonacci entspricht.
Wellenstruktur für GBP/USD:
Die Wellenstruktur des Instruments GBP/USD wirkt recht übersichtlich. Die fünfwellige Aufwärtsstruktur hat ihre Ausbildung abgeschlossen, doch die globale Welle 5 kann eine deutlich stärker verlängerte Form annehmen. Ich gehe davon aus, dass die Ausbildung eines Korrekturwellensatzes in Kürze beendet sein könnte, woraufhin sich der Aufwärtstrend fortsetzen dürfte. Daher empfehle ich aktuell, nach Einstiegschancen für neue Käufe mit Zielen oberhalb der 39er‑Marke zu suchen. Meiner Einschätzung nach hat das britische Pfund unter Trump alle Chancen, bis auf 1,45–1,50 US‑Dollar zu steigen, doch die jüngsten Ereignisse im Nahen Osten erschweren derzeit die korrektive Struktur.
Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und werden häufig umgeformt.
- Wenn im Markt keine ausreichende Überzeugung besteht, ist es besser, nicht einzusteigen.
- Es gibt nie und kann niemals 100%ige Sicherheit über die Bewegungsrichtung geben. Denken Sie immer daran, schützende Stop-Loss-Orders zu verwenden.
- Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.

