Das Währungspaar EUR/USD ist in den ersten beiden Tagen der Woche gefallen und bewegt sich nun seit zwei Tagen seitwärts. Wir haben bereits die erste Reaktion des Marktes auf die Ereignisse im Nahen Osten erlebt. Das bullische Bild für EUR/USD ist noch nicht vollständig zerstört, hat jedoch erhebliche Dämpfer erlitten. Der Nachrichtenfluss erwies sich als stärker als das technische Bild. Unter den aktuellen Umständen ist daher Vorsicht für Trader geboten, da der Rückgang des Paares ausschließlich durch Nachrichten aus dem Nahen Osten ausgelöst wurde.

Es ist unmöglich zu wissen, welche Nachrichten als Nächstes kommen, und niemand kann sie vorhersagen. Der Nachrichtenfluss kann stark schwanken. Im Moment sehe ich nur einen negativen Trend, da sich die Vereinigten Staaten auf einen längeren Krieg vorbereiten und Szenarien für militärische Operationen in den nächsten 3–4 Monaten ausarbeiten. Länder der Europäischen Union sind bereit, sich einer „Anti-Iran“-Koalition anzuschließen. Iran selbst setzt seine Angriffe in fast alle Richtungen fort.
In dieser Woche hat sich wie erwartet ein Bearish Imbalance 11 gebildet. Der Trend bleibt jedoch bullisch, und der Dienstag endete mit der Liquiditätsentnahme vom Swing des 19. Januar. Zur Erinnerung: Ein Liquiditätsabgriff ist kein Muster, aus dem Positionen eröffnet werden sollten. Er ist lediglich eine Warnung vor einer möglichen Veränderung der Marktstimmung. Damit stehen Trader vor der Wahl: Entweder warten sie auf ein bärisches Signal innerhalb des bullischen Trends, warten auf einen Bruch des bullischen Trends, um danach bärische Muster zu handeln, oder sie warten auf bullische Muster.
Das technische Bild signalisiert nach wie vor eine Dominanz der Bullen. Der bullische Trend besteht weiterhin, auch wenn das bullische Szenario derzeit auf unbestimmte Zeit vertagt ist. Um mit einem erneuten Anstieg der europäischen Währung rechnen zu können, sind neue bullische Muster erforderlich.
Der Nachrichtenhintergrund war am Donnerstag äußerst schwach, sodass die Aktivität der Trader gering blieb. Der einzige interessante Bericht – die Einzelhandelsumsätze in der Europäischen Union – zeigte im Januar einen Rückgang um 0,1 %, obwohl die Trader mit einem höheren Wert gerechnet hatten. Die europäische Wirtschaft liefert jedoch schon seit längerem keine starken Daten mehr. Die Lage könnte sich weiter verschlechtern, falls der Konflikt im Iran in naher Zukunft nicht gelöst werden kann. In diesem Fall könnte die Europäische Union mit einer ausgewachsenen Energiekrise und einer weiteren Inflationswelle konfrontiert werden. Sollte sich Europa entscheiden, nicht nur Stützpunkte für weitere Angriffe seiner Verbündeten auf Iran bereitzustellen, sondern auch direkt am Krieg teilzunehmen, könnte die Wirtschaft sehr schnell einbrechen.
In den vergangenen Monaten hatten die Bullen viele Gründe für Angriffe, und selbst der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten hat diese nicht beseitigt. Strukturell und global haben sich Trumps Politiken, die im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Rückgang des Dollars geführt haben, nicht geändert. Kurzfristig könnte sich die US‑Währung aufgrund einer Flucht der Investoren aus Risikoanlagen stärken, aber dieser Faktor dürfte sie kaum lange stützen. Unterdessen bleiben der dovishe Ausblick für die Geldpolitik des FOMC, Trumps Handelskrieg mit dem Rest der Welt, die Schwäche am US‑Arbeitsmarkt, zwei Government Shutdowns, die militärische Aggression der USA, die strafrechtliche Verfolgung von Powell, das nachlassende BIP‑Wachstum und andere ungünstige Faktoren für die USA trotz des Konflikts im Iran unverändert bestehen.
Ich glaube weiterhin nicht an einen bärischen Trend. Der Dollar hat vorübergehende Unterstützung vom Markt erhalten, aber es ist alles andere als sicher, dass diese Situation lange anhält. Die blaue Linie markiert das Kursniveau, unterhalb dessen der bullische Trend als beendet gelten kann. Die Bären müssten den Kurs um etwa 140 Punkte nach unten drücken, um dieses Niveau zu erreichen, und selbst wenn ihnen das gelingt, würde ich die Nachhaltigkeit eines bärischen Trends weiterhin infrage stellen. Meiner Ansicht nach zeigt das Paar derzeit nur aufgrund geopolitischer Faktoren einen starken Rückgang. Wenn dieser Faktor verblasst, was wird dann die Bären antreiben? In dieser Woche könnten sich bärische Muster ausbilden, und dann wird es leichter sein, das lokale Bild zu analysieren und Prognosen zu erstellen.
Wirtschaftskalender für die USA und die Europäische Union
- Europäische Union – Rede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde (10:00 UTC)
- Europäische Union – BIP-Veränderung für das vierte Quartal (10:00 UTC)
- Vereinigte Staaten – Nonfarm Payrolls (13:30 UTC)
- Vereinigte Staaten – Arbeitslosenquote (13:30 UTC)
- Vereinigte Staaten – Veränderung der Einzelhandelsumsätze (13:30 UTC)
- Vereinigte Staaten – Veränderung der durchschnittlichen Stundenlöhne (13:30 UTC)
Am 6. März enthält der Wirtschaftskalender mindestens drei wichtige Termine. Diesmal könnte die Konjunktur wichtiger sein als die Geopolitik. Der Nachrichtenhintergrund wird die Marktstimmung am Freitag dennoch beeinflussen, insbesondere in der zweiten Tageshälfte.
EUR/USD-Prognose und Empfehlungen für Trader
Aus meiner Sicht befindet sich das Paar weiterhin in der Phase der Ausbildung eines bullischen Trends. Der Nachrichtenhintergrund hat sich am vergangenen Wochenende stark verschoben, aber der Trend selbst ist intakt geblieben. Daher benötigen Trader in naher Zukunft neue Muster und Signale, um kurzfristige Prognosen zu erstellen. Wenn bärische Signale auftauchen (was wahrscheinlicher ist), ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass der Trend weiterhin bullisch ist und dass geopolitische Faktoren in der Regel keinen langfristigen Einfluss haben. Sollten bullische Signale erscheinen (was weitaus wünschenswerter wäre), hätten Trader die Möglichkeit, neue Kaufpositionen zu eröffnen, die mit dem vorherrschenden Trend im Einklang stehen.
