
Das Währungspaar GBP/USD setzt den Abwärtstrend im 4-Stunden-Chart fort und konnte sich am Donnerstag den größten Teil des Tages behaupten, wobei es versuchte, nicht weiter zu fallen. Insgesamt hat sich der erste Marktschock gelegt, sodass wir keine Grundlage mehr für weitere Rückgänge sehen, die ausschließlich durch geopolitische Faktoren ausgelöst werden. Weitere Gründe für ein Wachstum des Dollar gibt es derzeit nicht. Stattdessen tritt eine neue Herausforderung in den Vordergrund – die Energiekrise.
Für das Vereinigte Königreich ist diese Krise eher indirekt relevant, da die britische Industrie und die Verbraucher überwiegend ausreichend mit Gas und Öl versorgt sind. Die weitaus größere Gefahr liegt in der Eurozone. Es ist jedoch zu verstehen, dass selbst wenn die Briten im Winter nicht frieren müssen, weil kein Gas zum Heizen fehlt, und Benzin nicht plötzlich 5 £ pro Liter kostet, dies nicht bedeutet, dass der Rest der Welt keine Energieprobleme bekommen wird und dass die Preise weltweit nicht aufgrund steigender Öl- und Gaskosten anziehen. Die Preise in Europa werden steigen, und das Vereinigte Königreich wird dasselbe erleben.
Die Inflation im Vereinigten Königreich ist gerade auf 3 % gefallen, was in der vergangenen Woche Hoffnungen auf eine Senkung des Leitzinses geweckt hat. Doch Donald Trump hat sich entschieden, einen Krieg zu beginnen, sodass die Chancen auf eine Zinssenkung durch die Fed und die Bank of England derzeit bei null liegen. Die Logik dahinter ist einfach: Beide Zentralbanken erwarten, dass die Inflation aufgrund des deutlichen Anstiegs der Preise für Kraftstoff, Gas und Öl wieder anzieht. Sollte dies eintreten, wäre eine weitere Lockerung der Geldpolitik nicht nur unangebracht, sondern sogar gefährlich.
Beide Zentralbanken halten ihre Leitzinsen derzeit bei 3,75 %. In dieser Hinsicht stehen Pfund und Dollar also auf gleicher Stufe. Unserer Ansicht nach hat das britische Pfund jedoch nach wie vor die besseren Aussichten für 2026. Erstens ist in den Tages- und Wochencharts ein intakter Aufwärtstrend zu erkennen. Zweitens ist der Dollar in den letzten anderthalb Monaten ohne erkennbaren fundamentalen Grund gestiegen. Drittens werden heute Daten zum Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit aus den USA veröffentlicht.
Natürlich könnte auch das Vereinigte Königreich in den Krieg gegen den Iran hineingezogen werden, um Trump nicht zu verärgern. Die Ereignisse im Nahen Osten könnten mehr als einmal eine Flucht von Anlegern aus Risikoanlagen auslösen. Daher kann man nicht mit Sicherheit sagen, dass der Dollar nicht weiter steigen wird. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass der Markt das gesamte Jahr 2026 ausschließlich auf geopolitische Faktoren reagieren wird.
Im Tageschart ist der Kurs an der Senkou-Span-B-Linie bei 1,3286 auf Widerstand gestoßen und hat es drei Tage in Folge schwer, sich darunter zu halten. Sollten wir heute 200.000 neue Stellen bei den Nonfarm Payrolls und einen dritten Rückgang der Arbeitslosenquote in Folge sehen, dürfte eine Welle der Euphorie unter Dollar-Anhängern losbrechen, und morgen wird jeder Experte erklären, dass es keinen besseren „sicheren Hafen“ gibt als den Dollar – und es ihn auch nie gegeben hat.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares betrug in den letzten 5 Handelstagen 117 Pips und wird damit als „hoch“ eingestuft. Am Freitag, dem 6. März, erwarten wir, dass das Paar in einer Spanne zwischen 1,3201 und 1,3435 gehandelt wird. Der obere Kanal der linearen Regression ist nach oben gerichtet, was auf eine Erholung des Trends hindeutet. Der CCI-Indikator ist erneut in den überverkauften Bereich eingetreten und signalisiert ein mögliches Ende der Korrektur.
Nächste Unterstützungszonen:
- S1 – 1,3306
- S2 – 1,3184
- S3 – 1,3062
Nächste Widerstandszonen:
- R1 – 1,3428
- R2 – 1,3550
- R3 – 1,3672
Handelsempfehlungen:
Das GBP/USD-Paar befindet sich nun bereits seit einem ganzen Monat in einer Korrektur, doch seine langfristigen Aussichten haben sich nicht verändert. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, sodass wir 2026 nicht mit einem Wachstum der US-Währung rechnen. Selbst ihr Status als „Reservewährung“ spielt für Trader inzwischen keine entscheidende Rolle mehr. Daher bleiben Long-Positionen mit Kurszielen bei 1,3916 und höher relevant, solange sich der Preis oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Notiert der Preis unterhalb des gleitenden Durchschnitts, können auf technischer (korrektiver) Grundlage kleine Short-Positionen mit einem Ziel bei 1,3201 in Betracht gezogen werden. In den letzten Wochen haben nahezu alle Nachrichten und Ereignisse gegen das britische Pfund gespielt und die Korrektur verlängert.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Sind beide in dieselbe Richtung ausgerichtet, ist der Trend stark.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und damit die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.
- Murray Levels sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) geben auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Tag bewegen dürfte.
- Das Eindringen des CCI-Indikators in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) deutet auf eine bevorstehende Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung hin.
