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FX.co ★ EUR/USD. Smart Money. Ein weiteres Versagen des US-Arbeitsmarktes

EUR/USD. Smart Money. Ein weiteres Versagen des US-Arbeitsmarktes

Das Währungspaar EUR/USD befand sich in den ersten beiden Tagen der Woche im Rückgang und tritt nun schon seit drei Tagen auf der Stelle. Wenn solche Bewegungen am Mittwoch und Donnerstag aufgrund der schwachen Nachrichtenlage noch nachvollziehbar waren, wurden vor nur wenigen Stunden in den Vereinigten Staaten enttäuschende Berichte zum Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit veröffentlicht. Viele Trader verspürten nach den Nonfarm Payrolls und den Arbeitslosenzahlen für Januar einen Aufschwung an Optimismus, allerdings habe ich gewarnt, dass es für Schlussfolgerungen noch zu früh sei. Die Januar-Daten fielen positiv aus, was äußerst seltsam und ungewöhnlich wirkte. Im gesamten Jahr 2025 wurden in den USA 181.000 Arbeitsplätze geschaffen, und allein im Januar 2026 – 130.000. Was hat den Arbeitsmarkt plötzlich belebt? Wie die Februardaten zeigten, wurde er gar nicht belebt. Umso merkwürdiger ist die Reaktion der Trader auf die US-Statistiken, die zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels praktisch ausblieb. Die Bullen wurden nicht aktiver, und der Dollar erlebte keinen Schock.

EUR/USD. Smart Money. Ein weiteres Versagen des US-Arbeitsmarktes

In dieser Woche hat sich wie erwartet eine „bärische“ Imbalance 11 gebildet. Der Trend bleibt jedoch weiterhin „bullisch“, und der Dienstag endete mit einem Liquiditätsabgriff aus der Schwungbewegung vom 19. Januar. Ich erinnere daran, dass ein Liquiditätsabgriff kein Muster ist, auf dessen Grundlage Positionen eröffnet werden können. Er ist lediglich eine Warnung für einen möglichen Stimmungswechsel am Markt. Somit stehen Trader vor der Wahl: Entweder auf ein bärisches Signal innerhalb des bullischen Trends warten, auf einen Bruch des bullischen Trends warten und erst dann mit bärischen Mustern arbeiten – oder auf bullische Muster warten.

Das Chartbild signalisiert vorerst weiterhin eine Dominanz der Bullen. Der bullische Trend bleibt intakt, allerdings ist das bullische Szenario im Moment auf unbestimmte Zeit vertagt. Um erneut mit einem Anstieg der europäischen Währung rechnen zu können, sind neue bullische Muster erforderlich.

Der Nachrichtenhintergrund am Freitag war äußerst interessant. Wie bereits erwähnt, wies der Nonfarm Payrolls-Bericht einen Wert aus, bei dem allen Dollar-Anhängern die Haare zu Berge stehen konnten. Im Februar ging die Zahl der Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten um 92.000 zurück. Für mich ist ein solcher Wert des wichtigsten Arbeitsmarktindikators jedoch überhaupt nicht überraschend, da ich nicht sehe, was den Arbeitsmarkt beleben könnte. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,4 %, womit ebenfalls kein Trader gerechnet hatte. Dennoch traten die Bären nicht den Rückzug an und die Bullen gingen nicht zum Angriff über. Der Markt ignorierte die wichtigsten Konjunkturdaten.

In den letzten Monaten hatten die Bullen eine Vielzahl von Gründen für einen Angriff, und selbst mit Beginn des Krieges im Nahen Osten hat sich deren Zahl nicht verringert. Strukturell und in der Gesamtschau hat sich die Politik von Donald Trump, die im vergangenen Jahr zu einem kräftigen Einbruch des Dollars führte, nicht geändert. In naher Zukunft könnte die amerikanische Währung aufgrund einer Flucht der Anleger aus Risikoanlagen zwar zulegen, aber dieser Faktor wird sie nicht lange stützen können. Gleichzeitig werden weder die taubenhaften geldpolitischen Perspektiven des Federal Open Market Committee, noch Trumps Handelskrieg mit der ganzen Welt, noch die Schwäche des amerikanischen Arbeitsmarkts, zwei Government Shutdowns, die militärische Aggression der USA, die strafrechtliche Verfolgung von Jerome Powell, die rückläufigen BIP-Wachstumsraten und andere für Amerika unangenehme Entwicklungen durch den Konflikt im Iran aufgehoben.

Ich glaube weiterhin nicht an einen bärischen Trend. Der Dollar hat vom Markt eine vorübergehende Unterstützung erhalten, aber es ist alles andere als sicher, dass diese Situation lange anhält. Die blaue Linie zeigt das Kursniveau, unterhalb dessen der bullische Trend als beendet gelten könnte. Die Bären müssen den Kurs etwa 140 Punkte nach unten drücken, um dieses Niveau zu erreichen, und selbst wenn ihnen dies gelingt, werde ich weiterhin am bärischen Trend zweifeln. Meiner Ansicht nach zeigt das Paar nur aufgrund des geopolitischen Faktors einen starken Rückgang. Wenn dieser aufhört, den Markt zu beeinflussen, worauf sollen sich die Bären dann bei ihrem Angriff stützen? In dieser Woche könnten sich bärische Muster bilden, und dann wird sich das lokale Bild leichter analysieren lassen und Prognosen werden einfacher zu erstellen sein.

Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und die Eurozone:

  • Eurozone – Veränderung der Industrieproduktion in Deutschland (07:00 UTC).

Am 9. März enthält der Wirtschaftskalender nur einen zweitrangigen Eintrag. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung wird am Montag ausbleiben. Der Freitag hat gezeigt, dass der Markt den Dollar unter keinen Umständen verkaufen will.

Prognose und Handelsempfehlungen für EUR/USD:

Meiner Meinung nach befindet sich das Paar weiterhin in der Phase der Ausbildung eines bullischen Trends. Der Nachrichtenhintergrund hat sich am vergangenen Wochenende abrupt gedreht, der Trend selbst bleibt jedoch bestehen. Daher benötigen Trader in naher Zukunft neue Muster und Signale, um kurzfristige Prognosen zu bilden. Handelt es sich um bärische Signale (was wahrscheinlicher ist), ist es wichtig, daran zu denken, dass der Trend weiterhin bullisch ist und der geopolitische Faktor in der Regel keinen langfristigen Einfluss hat. Handelt es sich um bullische Signale (was deutlich vorzuziehen wäre), erhalten Trader die Möglichkeit, neue Kaufpositionen zu eröffnen, die nicht dem Trend widersprechen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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