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FX.co ★ EUR/USD. Smart Money. Der Euro fällt weiter

EUR/USD. Smart Money. Der Euro fällt weiter

Das Währungspaar EUR/USD hat zum Wochenauftakt noch etwas weiter nachgegeben und entfernt sich zunehmend von dem einzigen funktionierenden Muster – dem Ungleichgewicht 11 – und nähert sich zugleich einem Bruch des Aufwärtstrends. Die blaue Linie im Chart markiert das Niveau, unterhalb dessen der Aufwärtstrend mit hoher Wahrscheinlichkeit als beendet gelten wird. Eine langfristige Seitwärtsbewegung kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, da sich sämtliche Bewegungen seit Juli des vergangenen Jahres bei entsprechendem Interpretationswillen problemlos als Seitwärtsrange mit leichtem Aufwärtsschwerpunkt deuten lassen. Ebenfalls möglich ist, dass zunächst die Liquidität unter den Tiefs vom 4. November und 31. Juli des vergangenen Jahres abgeholt wird, bevor sich das Wachstum der europäischen Währung wieder fortsetzt. Somit gibt es derzeit zahlreiche mögliche Szenarien. Was fehlt, ist das Verständnis dafür, welches davon sich durchsetzen wird, und klare Signale für Trader. Trader agieren weiterhin nahezu ausschließlich auf Basis von Ereignissen im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran und den Energiepreisen. Heute verzeichnete Öl einen Anstieg auf fast 120 US‑Dollar, und einige Experten sind der Ansicht, dass der Preis für das schwarze Gold auf 215 US‑Dollar pro Barrel springen könnte, falls der Krieg im Nahen Osten anhält. Entsprechend könnten wir in naher Zukunft noch mehrfach Angriffe der Bären erleben. Möglich ist aber auch, dass diese ganz ausbleiben, falls sich die Lage im Nahen Osten allmählich zu verbessern beginnt – oder sich zumindest nicht weiter verschlechtert.

EUR/USD. Smart Money. Der Euro fällt weiter

In der vergangenen Woche hat sich wie erwartet eine bärische Imbalance 11 gebildet. Der Trend bleibt jedoch weiterhin bullisch, und es gab bislang keinerlei Reaktion auf dieses Muster. Daher gibt es derzeit – unabhängig davon, in welche Richtung sich die europäische Währung bewegt – auf dem Tageschart keine Signale für das Öffnen neuer Positionen.

Das Chartbild signalisiert nach wie vor eine Dominanz der Bullen. Der Aufwärtstrend bleibt bestehen, doch aktuell sehen die Käufer keine Gründe für eine neue Offensive. Damit ein weiteres Wachstum der europäischen Währung erwartet werden kann, müsste sich der Krieg im Iran zu entspannen beginnen und die Preise für Öl und Gas müssten zurückgehen. Um neue Kaufpositionen zu eröffnen, benötigen Trader neue bullische Formationen oder zumindest einen Liquidity Sweep der letzten beiden bärischen Swings.

Der Nachrichtenfluss war am Montag recht begrenzt, doch sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Marktteilnehmer bereits am vergangenen Freitag die Daten zu den Nonfarm Payrolls und zur Arbeitslosenquote schlicht ignoriert haben. Ob es im Tagesverlauf wichtige Veröffentlichungen gibt oder nicht, spielt daher im Moment keine Rolle. Das Währungspaar bewegt sich unter dem Einfluss völlig anderer Faktoren – geopolitischer und energiewirtschaftlicher Natur.

In den vergangenen Monaten hatten die Bullen eine Vielzahl von Gründen für Angriffe, und selbst der Beginn des Krieges im Nahen Osten hat diese nicht wesentlich geschmälert. Strukturell und auf globaler Ebene haben sich Trumps politische Maßnahmen, die im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Rückgang des Dollars geführt haben, nicht verändert. Kurzfristig könnte die US-Währung angesichts einer Flucht der Anleger aus Risikoanlagen zulegen, doch dieser Faktor wird sie nicht dauerhaft stützen können. Gleichzeitig werden der taubenhafte Ausblick für die Geldpolitik des FOMC, Trumps Handelskrieg mit dem Rest der Welt, die Schwäche des US-Arbeitsmarktes, zwei Government Shutdowns, die militärische Aggression der USA, die strafrechtliche Verfolgung von Jerome Powell, das nachlassende BIP-Wachstum und andere für die Vereinigten Staaten ungünstige Entwicklungen durch den Konflikt mit Iran keineswegs aufgehoben.

Ich glaube nach wie vor nicht an einen übergeordneten Abwärtstrend. Der Dollar hat vom Markt eine temporäre Unterstützung erhalten, doch es ist keineswegs sicher, dass diese Konstellation lange Bestand hat. Die blaue Linie markiert das Kursniveau, unterhalb dessen der Aufwärtstrend als beendet gelten kann. Die Bären müssen noch etwa 90 Punkte nach unten zurücklegen, um dieses Niveau zu erreichen, und selbst wenn ihnen dies gelingt, werde ich weiterhin an der Entstehung eines echten Bärenmarktes zweifeln. Meiner Ansicht nach zeigt das Paar derzeit nur aufgrund des geopolitischen Faktors einen so starken Rückgang. Sobald dieser Einfluss nachlässt, worauf sollen sich die Bären dann für weitere Angriffe stützen?

Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und die Europäische Union:

  • Europäische Union – Deutschland Handelsbilanz (07:00 UTC).
  • Vereinigte Staaten – ADP Wochenbericht (12:15 UTC).
  • Vereinigte Staaten – Verkäufe neuer Eigenheime (14:00 UTC).

Am 10. März umfasst der Wirtschaftskalender drei zweitrangige Veröffentlichungen. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung wird am Dienstag äußerst gering oder gar nicht vorhanden sein. Der Freitag hat gezeigt, dass der Markt noch nicht bereit ist, den Dollar zu verkaufen.

EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:

Meiner Einschätzung nach befindet sich das Paar weiterhin in der Phase der Ausbildung eines Aufwärtstrends. Der Nachrichtenhintergrund hat vor einer Woche abrupt die Richtung gewechselt, aber der Trend selbst ist intakt geblieben. Daher benötigen Trader in naher Zukunft neue Formationen und Signale, um kurzfristige Prognosen zu erstellen. Handelt es sich dabei um bärische Signale (was wahrscheinlicher ist), ist wichtig zu bedenken, dass der übergeordnete Trend bullisch bleibt und dass geopolitische Faktoren in der Regel keinen langfristigen Einfluss haben. Sollten dagegen bullische Signale auftreten (was deutlich wünschenswerter wäre), hätten Trader die Möglichkeit, neue Kaufpositionen zu eröffnen, ohne sich gegen den vorherrschenden Trend zu stellen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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