
Das Währungspaar USD/JPY versucht nach der Überarbeitung der Wachstumsdaten zum japanischen BIP im vierten Quartal, unterhalb der runden Marke von 158,00 Käufer anzulocken. Das Kabinettsamt meldete, dass die Wirtschaft im Zeitraum Oktober–Dezember im Jahresvergleich um 1,3 % gewachsen ist, verglichen mit der ursprünglichen Schätzung von 0,2 %. Die Quartalsdaten wurden ebenfalls nach oben revidiert – auf +0,3 % nach vorläufig +0,1 %.
Dies verstärkt Spekulationen über eine mögliche Intervention der Behörden, um eine weitere Abschwächung des japanischen Yen zu begrenzen. Unterdessen erklärte der US-Präsident Donald Trump am Montag, dass der U.S.–Israel Krieg mit dem Iran in naher Zukunft enden könnte, was das Anlegervertrauen stärkt. Solche Signale schwächen die dominante Rolle des US-Dollars im Währungspaar USD/JPY und erhöhen den Druck auf das Paar.
Dennoch meiden Yen-Käufer weiterhin aggressive Positionierungen, da sie Risiken von Unterbrechungen der Ölversorgung angesichts der Schließung der Straße von Hormus sehen. Japan ist als einer der größten Energieimporteure der Welt anfällig für starke Anstiege der Energiepreise, die sich negativ auf seine Handelsbilanz und die konjunkturellen Aussichten auswirken würden. Zudem könnte ein anhaltender Anstieg der Ölpreise Inflation auslösen, ein stagflationäres Umfeld schaffen und die Normalisierung der Geldpolitik der Bank of Japan erschweren. Dies könnte wiederum eine deutliche Aufwertung des japanischen Yen bremsen und dazu beitragen, den Rückgang des USD/JPY-Paares zu begrenzen.
Daher wäre es für die Bären sinnvoll, auf einen starken Verkaufsimpuls zu warten, bevor sie bestätigen, dass die Kurse ihren Höchststand erreicht haben.
Besondere Aufmerksamkeit sollte weiterhin den geopolitischen Entwicklungen gelten, die eine wichtige Rolle für die Dynamik der Ölpreise und die allgemeine Risikostimmung spielen werden.
Aus technischer Sicht sind die Oszillatoren auf dem Tageschart positiv und deuten damit auf einen Vorteil für die Bullen hin. Die Kurse notieren über allen gleitenden Durchschnitten in der Nähe der runden Marke von 158,00, die nun als Widerstand fungiert. Sollte dieses Niveau erneut überwunden werden, könnte das Paar das Märzhoch ins Visier nehmen. Eine Korrekturbewegung nach unten könnte das Paar in Richtung der 9‑Tage‑EMA und weiter auf die runde Marke von 157,00 führen.
