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FX.co ★ Der Markt hört auf, sich an Strohhalmen festzuhalten

Der Markt hört auf, sich an Strohhalmen festzuhalten

Die Realität hat nun endgültig eingesetzt. Irans neuer Oberster Führer, Mojtaba Khamenei, beabsichtigt weiterhin, die Straße von Hormus zu blockieren und könnte die Angriffe auf andere Staaten im Nahen Osten ausweiten. Donald Trump behauptet, dass steigende Preise nicht das Hauptproblem seien – die Priorität liege darauf, Irans Atomprogramm zu beenden, damit das Land nicht die gesamte Region als Geisel nehmen kann. Der Markt hingegen kam zu dem Schluss, dass sich der Konflikt in die Länge ziehen wird. Aktienindizes gaben geschlossen nach.

Der S&P 500 schloss in fünf der letzten sechs Sitzungen im Minus und liegt rund 7 % unter den Rekordständen vom Oktober. Die Magnificent Seven sind noch stärker gefallen. Ein Rückgang von 10 % – die technische Schwelle, ab der die Gruppe als in einer Korrektur befindlich gilt – ist nun in greifbarer Nähe.

Performance der Magnificent Seven

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Ein Grund dafür ist der Rückzug der breiten Anlegermasse. Privatanleger ließen sich bislang nur wenig von Makronachrichten beeinflussen und nutzten Kursrückgänge begeistert zum Einstieg. Doch die Realität lässt sich nicht ausblenden. Ein lang anhaltender Konflikt im Nahen Osten wird die Unternehmens­kosten erhöhen und die Gewinne belasten. Der S&P 500 dürfte fallen. Es überrascht daher nicht, dass JP Morgan berichtet, die Aktivität von Privatanlegern sei in der vergangenen Woche um rund 30 % zurückgegangen.

Eine vollständige Blockade der Straße von Hormus könnte den Ölpreis auf 150 US-Dollar je Barrel treiben, warnt Macquarie Group; Wood Mackenzie hält sogar 200 US-Dollar für nicht ausgeschlossen. Goldman Sachs warnt vor einem durchschnittlichen Brent-Preis von 145 US-Dollar im März–April. In einem solchen Szenario würden die US-Benzinpreise stark steigen und der Verbrauch zurückgehen, was die Wirtschaft bremsen und zugleich die Inflation anheizen würde. Das Stagflationsrisiko zwingt Anleger dazu, Aktien wie Gift zu meiden.

Öl- und globale MSCI-Dynamik

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Der Druck auf den S&P 500 resultiert auch aus der deutlich gestiegenen Wahrscheinlichkeit, dass die Pause der Fed bei Zinssenkungen bis Ende 2026 andauern wird – die Chancen, dass die Zentralbank in diesem Jahr zwei Senkungen vornimmt, sind von 79% auf 16% eingebrochen, verglichen mit 4% vor dem Konflikt im Nahen Osten.

Diese Verschiebung treibt zusammen mit steigenden Inflationserwartungen die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben, erhöht die Unternehmenskosten und verschlechtert die Gewinne. Dabei bildeten steigende Unternehmensgewinne die Grundlage für die optimistischen Prognosen der Wall-Street-Analysten für den breiten Index zu Beginn des Jahres 2026.

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Hinzu kommen die weitreichenden Untersuchungen des Weißen Hauses zu unlauteren Handelspraktiken, die zu neuen Zöllen nach Section 301 des Trade Act führen könnten – und der Rückgang am Aktienmarkt erscheint unvermeidlich.

Aus technischer Sicht zeigt das Tageschart des S&P 500, dass die Bären den Kampf um die wichtige Marke von 6.770 gewonnen haben, was den Aufbau von Short-Positionen ermöglicht. Ein Bruch des Pivotpunkts bei 6.660 und ein nachhaltiger Schlusskurs darunter würden eine deutliche Ausweitung der Verkäufe rechtfertigen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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