Im Stundenchart setzte das GBP/USD-Paar seinen Abwärtstrend am Freitag fort und befand sich zum Tagesende in der Nähe der Unterstützungszone bei 1,3199–1,3214. Ein Abprall der Kurse von dieser Zone würde für die europäische Währung sprechen und einen Anstieg in Richtung des Widerstandsbereichs bei 1,3341–1,3352 begünstigen. Eine Konsolidierung des Kurses unterhalb der Marke von 1,3199–1,3214 würde die Wahrscheinlichkeit eines fortgesetzten Rückgangs in Richtung 1,3139 und 1,3016 erhöhen.

Die Wellenlage war buchstäblich nur für ein paar Tage „bullish“. Der jüngste Einbruch des britischen Pfunds hat den Trend erneut auf „bearish“ gedreht. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat zwar das vorherige Hoch überschritten, doch die neue Abwärtswelle hat die letzten beiden Tiefs durchbrochen. Der Nachrichtenhintergrund für das Pfund war in den vergangenen Monaten schwach, während die Geopolitik den Bären einen klaren Vorteil am Markt verschafft hat. Der Krieg im Iran bleibt der Hauptgrund für die Stärke der amerikanischen Währung, und die Bullen sehen keine klaren Zeithorizonte für ein Ende des Konflikts.
Der Nachrichtenhintergrund am Freitag hat, gelinde gesagt, weder die amerikanische Währung noch die Bären unterstützt. Zwei der wichtigsten Berichte zu BIP und Auftragseingängen für langlebige Güter zeigten enttäuschende Werte und spiegeln eine Abschwächung der amerikanischen Wirtschaft wider, die in eine ausgewachsene Rezession münden könnte. In der ersten Woche des US-Kriegs im Iran hat der amerikanische Haushalt mehr als 20 Milliarden Dollar ausgegeben. Der Sprung bei den Öl- und Gaspreisen wird sich ebenfalls auf amerikanische Unternehmen und Steuerzahler auswirken. Somit könnte sich in naher Zukunft nicht nur die Verlangsamung der US-Wirtschaft fortsetzen, sondern auch die Inflation steigen und der Arbeitsmarkt schrumpfen. Meiner Meinung nach wächst der Dollar weiterhin ausschließlich aufgrund der geopolitischen Ereignisse im Nahen Osten, doch das ist längst weder neu noch eine Offenbarung für irgendwen. In naher Zukunft könnten die Staaten der Europäischen Union versuchen, eigenständig mit dem Iran zu verhandeln, um die Straße von Hormus zu entblockieren, doch ob das Vereinigte Königreich zu ihnen gehören wird, ist unklar. Großbritannien ist von Energiefragen nicht ganz so akut betroffen, und seine Beziehungen zu den Vereinigten Staaten sind wesentlich enger und umfassender als die der EU. Die Welt spaltet sich weiter, und immer mehr Länder sind der Ansicht, dass jeder Staat seine eigenen Probleme selbst lösen muss. Im Moment bleibt der Dollar stark, doch ich glaube nicht, dass diese Situation dauerhaft anhalten wird. Trump tut alles dafür, die nächste Wahl zu verlieren und am Ende unter ein Amtsenthebungsverfahren zu geraten.
Im 4-Stunden-Chart prallte das Währungspaar von der oberen Begrenzung des Abwärtstrendkanals ab, vollzog eine Umkehr zugunsten der US-Währung und setzte den Rückgang in Richtung des Korrekturniveaus bei 1,3145 fort. Erst ein Schlusskurs der Notierungen oberhalb des Abwärtskanals würde es den Tradern ermöglichen, auf ein Ende des „bärischen“ Trends und einen Anstieg in Richtung des Fibonacci-Niveaus von 0,0 % – 1,3786 zu hoffen. Aktuell zeigen sich auf keinem Indikator neu entstehende Divergenzen.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung der Händler in der Kategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche stärker „bärisch“ geworden, was unter den aktuellen Umständen nicht mehr zufällig wirkt. Die Anzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen verringerte sich um 10.229, während die Anzahl der Short-Positionen um 1.282 zunahm. Die Lücke zwischen der Zahl der Long- und Short-Positionen stellt sich nun effektiv wie folgt dar: 49 Tausend gegenüber 133 Tausend. In den letzten Monaten haben die Bären häufiger dominiert, doch bei den Kontrakten auf die Euro-Währung ist die Situation genau umgekehrt. Ich glaube weiterhin nicht an einen „bärischen“ Trend beim Pfund, aber nun wird alles nicht mehr von wirtschaftlichen Indikatoren oder Trumps Handelspolitik abhängen, sondern von Dauer und Ausmaß des Krieges im Nahen Osten.
Im vergangenen Jahr wirkte das Pfund im Vergleich zum Dollar wie eine sicherere Währung. Stabiler und mit einer klareren wirtschaftlichen Perspektive. In den letzten Monaten hat jedoch eine Korrektur eingesetzt, wobei der „bullische“ Trend vorerst erhalten blieb, und dann begann der Konflikt im Nahen Osten sich nahezu täglich weiter zuzuspitzen. Die Geopolitik bleibt der einzige Grund für das Wachstum der US-Währung.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
- USA – Veränderung der Industrieproduktion (13:15 UTC).
Am 16. März steht im Kalender der Wirtschaftsereignisse nur ein Eintrag, und es besteht kaum Hoffnung, dass der Markt ihm Aufmerksamkeit schenken wird. Der Einfluss des Informationsumfelds auf die Marktstimmung könnte am Montag erneut äußerst schwach oder gar nicht vorhanden sein.
GBP/USD Prognose und Empfehlungen für Trader:
Verkäufe des Paares waren nach einem Rückprall im Stundenchart vom Bereich 1,3437–1,3465 mit Kurszielen bei 1,3341–1,3352 und 1,3199–1,3214 möglich. Alle Kursziele wurden erreicht. Neue Verkäufe sind nach einem Schlusskurs unterhalb der Zone 1,3199–1,3214 mit Zielen bei 1,3139 und 1,3016 möglich. Käufe sind heute nach einem Rückprall vom Bereich 1,3199–1,3214 mit Ziel 1,3341–1,3352 möglich.
Die Fibonacci-Level-Gitter sind im Stundenchart von 1,3341–1,3866 und im 4-Stunden-Chart von 1,2104–1,3786 ausgehend konstruiert.
