Am Montag drehte das Währungspaar EUR/USD in der Nähe des 127,2%-Korrekturniveaus bei 1,1440 zugunsten der europäischen Währung und begann, in Richtung des Fibonacci-Niveaus von 100,0% bei 1,1577 zu steigen. Ein Rückprall von diesem Niveau wird den US-Dollar begünstigen und zu einem gewissen Rückgang in Richtung 1,1440 führen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1577 wird weiteres Wachstum in Richtung des nächsten Korrekturniveaus von 76,4% bei 1,1696 unterstützen.

Die Wellensituation im Stundenchart bleibt klar. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle übertraf das vorherige Hoch nur um wenige Punkte, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief durchbrochen hat. Damit bleibt der Trend derzeit bärisch. Donald Trumps Vorgehen im Nahen Osten hat großangelegte militärische Aktivitäten in der Region ausgelöst, an denen rund ein Dutzend Länder beteiligt sind. Dies hat es ermöglicht und ermöglicht es weiterhin, dass sich der US-Dollar als sicherer Hafen aufwertet.
Am Montag spielten Konjunkturdaten für die Händler erneut keine Rolle, und der leichte Rückgang des Dollars zusammen mit dem Nachlassen des bärischen Drucks dürfte mit einer moderaten Entspannung der Spannungen rund um den Krieg im Nahen Osten zusammengehangen haben. Nach Angaben von Donald Trump passieren immer mehr Öltanker die Straße von Hormus, und es wird erwartet, dass sie in Zukunft vollständig freigegeben wird. Derzeit ist nicht verlässlich bekannt, wessen Tanker sich ungehindert bewegen, da Iran weiterhin Öl nach China exportiert, sodass es sich um chinesische Tanker handeln könnte. Gleichzeitig fordert Trump von den europäischen Ländern militärische Unterstützung zur Freigabe der Meerenge. Einfach ausgedrückt möchte der US-Präsident, dass europäische Staaten ihre Kriegsschiffe in den Persischen Golf entsenden, um Öltanker zu eskortieren. Kein europäisches Land hat diesem Vorschlag zugestimmt. Es liegt auf der Hand, dass im Fall einer Eskorte durch Kriegsschiffe sowohl diese als auch die Tanker zu Zielen für iranische Drohnen und Raketen würden. Daher fällt es den EU-Ländern leichter, alternative Lösungen für die Öl- und Gaskrise zu suchen, als sich in einen Krieg gegen Iran hineinziehen zu lassen. Sollte auch nur ein Kriegsschiff angegriffen werden, wäre eine militärische Antwort erforderlich. Es ist wahrscheinlich, dass genau dieses Szenario Donald Trump anstrebt, damit die Vereinigten Staaten im Nahen Osten nicht allein handeln. Wie bereits erwähnt, hat jedoch keines der Länder dieses „Angebot“ angenommen.

Im 4-Stunden-Chart drehte das Paar zugunsten des Euro und konsolidierte sich oberhalb des Fibonacci-Niveaus von 100,0 % bei 1,1474. Daher kann die Aufwärtsbewegung in Richtung des nächsten Korrekturniveaus von 76,4 % bei 1,1617 anhalten. Ein Rückgang unter 1,1474 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung des nächsten Fibonacci-Niveaus von 127,2 % bei 1,1310 erhöhen. Der abwärts gerichtete Trendkanal signalisiert weiterhin eine klare Dominanz der Verkäufer. Auf keinem der Indikatoren sind aufkommende Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT)-Bericht:

In der letzten Berichtswoche haben professionelle Händler 28.900 Long-Positionen geschlossen und 2.454 Short-Positionen eröffnet. Die Stimmung der Gruppe der „Non-commercial“-Trader bleibt dank Donald Trump und seiner Politik weiterhin bullisch, jedoch ist in den vergangenen Wochen ein deutlicher Abbau der Long-Positionen zu beobachten. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen beträgt nun 266.000, während sich die Short-Positionen auf 160.000 summieren. Die Bullen behalten zwar noch einen spürbaren Vorsprung, doch dieser schmilzt rapide dahin.
Insgesamt blicken die großen Marktteilnehmer langfristig weiterhin mit beträchtlichem Vertrauen auf den Euro. Gleichzeitig beeinflussen globale Entwicklungen – an denen es in den vergangenen Jahren nicht mangelte – weiterhin das Verhalten der Investoren. Aktuell richtet sich die Aufmerksamkeit der Märkte vor allem auf den Nahen Osten, wo sich der Krieg weiter zuspitzt und geografisch ausweitet. Daher wird der Wechselkurs von Euro und US-Dollar in naher Zukunft weniger von der Geldpolitik der Federal Reserve oder von Konjunkturdaten abhängen, sondern vielmehr vom Krieg im Iran. Der US-Dollar profitiert derzeit am stärksten von dieser Situation.
Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:
- Deutschland – Handelsbilanz (07:00 UTC)
- USA – ADP-Beschäftigungsbericht (wöchentlich) (12:15 UTC)
- USA – Verkäufe bestehender Häuser (14:00 UTC)
Am 17. März enthält der Wirtschaftskalender drei vergleichsweise unbedeutende Termine, doch der Markt ignoriert ohnehin weiterhin die meisten Veröffentlichungen. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung dürfte daher am Dienstag erneut sehr gering ausfallen.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Verkaufsgelegenheiten ergaben sich nach einem Schlusskurs unter 1,1577 mit einem Ziel bei 1,1440. Dieses Ziel wurde erreicht. Neue Verkaufsmöglichkeiten können sich aus einem Rückprall bei 1,1577 mit Ziel 1,1440 ergeben oder nach einem Schlusskurs unter 1,1440 mit Zielen bei 1,1374 und 1,1282. Kaufpositionen könnten sich aus einem Rückprall bei 1,1440 mit Ziel 1,1577 anbieten; diese Positionen können auch heute noch gehalten werden.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,1577–1,2082 und im 4-Stunden-Chart von 1,1474–1,2082 ausgehend eingezeichnet.
