
Am Dienstag erholt sich West Texas Intermediate (WTI) Oil nach der Korrektur vom Vortag teilweise, da Händler weiterhin die geopolitischen Risiken im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen den USA und Iran sowie mögliche Lieferunterbrechungen durch die Straße von Hormus einschätzen.
Der Mangel an nachhaltiger Aufwärtsdynamik deutet jedoch darauf hin, dass die Märkte die aktuelle Lage bereits teilweise eingepreist haben, auch wenn die Unsicherheit hoch bleibt, da der Konflikt bislang keine Anzeichen einer Deeskalation zeigt. Iran greift weiterhin wichtige Energieinfrastruktur im Persischen Golf an, was das weltweite Angebot zusätzlich einschränkt und trotz der jüngsten Korrektur einen stärkeren Rückgang der Ölpreise verhindert.
Die Schifffahrt durch die Straße von Hormus bleibt ein zentrales Thema in der Eskalation des Konflikts, auch wenn Marktteilnehmer etwas Entspannung verzeichnen, da einige Transportströme durch Verhandlungen aufrechterhalten werden konnten. Mehrere Länder, darunter China, Indien, Pakistan und die Türkei, sichern sich bereits die garantierte Passage für ihre Schiffe oder sind darum bemüht und stehen dazu mit Teheran in Kontakt, während europäische Staaten wie Frankreich und Italien ebenfalls Gespräche in dieser Angelegenheit führen.
Unterdessen wies der Exekutivdirektor der International Energy Agency (IEA), Fatih Birol, darauf hin, dass die Wiederherstellung eines normalen Energiehandels Zeit in Anspruch nehmen werde, und betonte, dass die Agentur bereit sei, bei Bedarf zusätzliche strategische Reserven auf den Markt zu werfen. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte laut der iranischen Nachrichtenagentur SNN, dass aus Sicht Teherans die Straße von Hormus nur für „Feinde und jene, die ihre Aggression unterstützen“, geschlossen werde.
US-Präsident Donald Trump wiederum wandte sich an verbündete Staaten, die auf diese Route angewiesen sind, und bat sie, zur Sicherung der Straße beizutragen, unter anderem durch die Entsendung von Kriegsschiffen. Mehrere wichtige Partner der USA lehnten diese Initiative jedoch ab. Der Generalsekretär der International Maritime Organization (IMO), Arsenio Dominguez, betonte, dass ein Marinegeleit keine „100-prozentige“ Sicherheit garantiere und militärische Unterstützung „keine langfristige oder nachhaltige Lösung“ sei, um ununterbrochene Lieferungen sicherzustellen.
Aus technischer Sicht wird Oil über allen gleitenden Durchschnitten gehandelt, und die Oszillatoren sind positiv. Allerdings ist zu beachten, dass sich das MACD-Histogramm abflacht, was auf eine nachlassende Dynamik hindeutet. Dennoch bleibt der Weg des geringsten Widerstands für die Ölpreise weiterhin nach oben gerichtet.
