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FX.co ★ EUR/USD. Smart Money. Das Fed-Meeting könnte wieder alles auf den Kopf stellen

EUR/USD. Smart Money. Das Fed-Meeting könnte wieder alles auf den Kopf stellen

Nachdem das Währungspaar EUR/USD unter das letzte strukturelle Tief gefallen und dabei zwei Zonen bärischer Liquidität ausgelöst hatte, drehte es zugunsten des Euro und startete eine ziemlich starke Aufwärtsbewegung. Somit kann man zum jetzigen Zeitpunkt davon sprechen, dass die Liquidität aus der Bewegung vom 5. November abgegriffen wurde. Allerdings deutet ein Anstieg von 120–130 Punkten noch nicht auf das Ende der bärischen Bewegung oder den Beginn eines neuen Aufwärtstrends hin. Formal wurde der Aufwärtstrend gebrochen, als der Kurs unter das Niveau von 1,1465 fiel. Ich habe jedoch bereits zuvor darauf hingewiesen, dass das Paar die Liquidität aus zwei offensichtlichen Tiefs abziehen könnte; in diesem Fall bliebe der Aufwärtstrend nicht nur intakt, sondern würde sich sogar fortsetzen. Daher hängt nun alles von der Geopolitik, der Fed und imbalance 12 ab.

EUR/USD. Smart Money. Das Fed-Meeting könnte wieder alles auf den Kopf stellen

Reagiert der Kurs auf die Imbalance 12, entsteht ein neues bärisches Signal, das – angesichts des Bruchs des Aufwärtstrends – auf einen Rückgang des Euro deutlich unter die Marke von 1,1400 hindeuten würde. Dieses Szenario hielte ich allerdings nur dann für wahrscheinlich, wenn die geopolitische Lage die Bären weiterhin stark unterstützt. Wie bereits erwähnt, würde dies nicht nur anhaltende Spannungen im Nahen Osten, sondern eine spürbare Verschlechterung der Lage voraussetzen. Die Ölpreise müssten weiter steigen, mehr Länder müssten in den Konflikt hineingezogen werden, und die entwickelten Volkswirtschaften müssten deutlich leiden. Zudem müsste sich der Konflikt über viele Monate hinziehen. Gestern habe ich noch darauf hingewiesen, dass es für ein solches Szenario keine klaren Voraussetzungen gibt, doch die Negativmeldungen aus dem Nahen Osten halten an, die Ölpreise steigen, und Länder beginnen, auf strategische Öl- und Gasreserven zurückzugreifen. Daher ist ein anhaltender Rückgang von EUR/USD inzwischen kein unwahrscheinliches Szenario mehr.

Das zentrale Muster dieser Woche bleibt die bärische Imbalance 12, die den Tradern ein weiteres Verkaufssignal liefern könnte. Im Moment deutet alles auf die Ausbildung eines solchen Signals hin. Bestätigt werden kann dies jedoch erst nach dem Schluss der Tageskerze, und die Fed-Sitzung könnte jede Art von Marktbewegung auslösen. Deshalb werde ich mich mit endgültigen Schlussfolgerungen vorerst zurückhalten. Die Bullen können sich in der aktuellen Situation lediglich auf Liquidity Grabs an den letzten beiden Tiefs bei 1,1470 und 1,1392 stützen. Sollten die Spannungen im Nahen Osten jedoch nicht nachlassen und die Fed sich heute falkenhaft äußern, könnte selbst das den Bullen nicht helfen.

Die Chartstruktur signalisiert nach wie vor eine Dominanz der Bullen. Der Aufwärtstrend ist weiterhin intakt, doch Trader auf der Long-Seite befinden sich aufgrund des sich schnell wandelnden Nachrichtenumfelds derzeit in einer schwierigen Lage. Das Eröffnen neuer Long-Positionen erfordert neue bullische Muster oder zumindest einen Liquidity Grab der letzten beiden bärischen Swings. Ein Liquidity Grab ist jedoch kein eigenständiges Muster und kann für sich genommen nicht als Handelssignal dienen.

Der Nachrichtenfluss am Mittwoch hat die Bären erneut unterstützt, da der US-Erzeugerpreisindex für Februar deutlich über den Prognosen lag. Dies deutet darauf hin, dass sich die Inflation kurzfristig beschleunigen könnte, was die Fed zwingen dürfte, ihre Pläne für eine geldpolitische Lockerung in den kommenden sechs bis zwölf Monaten aufzugeben.

Es gibt nach wie vor viele Gründe für ein Handeln der Bullen, und selbst der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten hat diese nicht beseitigt. Strukturell und im großen Bild haben sich die unter Trump verfolgten politischen Maßnahmen, die im vergangenen Jahr zu einer spürbaren Schwächung des Dollars geführt haben, nicht geändert. Kurzfristig kann sich die US-Währung aufgrund eines „Flight to Safety“ zwar stärken, doch dieser Faktor kann sie nicht dauerhaft stützen. Weitere starke Treiber zugunsten des Dollars sind nicht erkennbar.

Ich glaube weiterhin nicht an einen nachhaltigen Abwärtstrend. Der Dollar hat vorübergehend Unterstützung erhalten, aber es ist unklar, wie lange diese anhalten wird. Allerdings wurde der Aufwärtstrend gebrochen, und das muss man anerkennen. Es besteht weiterhin die Chance auf einen Liquidity Grab und eine Wiederaufnahme des Trends, doch die Geopolitik lastet nach wie vor schwer auf EUR/USD.

Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:

  • USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC)
  • Eurozone – Zinsentscheidung der EZB (13:15 UTC)
  • Eurozone – Pressekonferenz von Christine Lagarde (13:45 UTC)
  • USA – Verkäufe neuer Häuser (14:00 UTC)

Am 19. März umfasst der Wirtschaftskalender vier Ereignisse, von denen zwei beachtenswert sind. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung am Donnerstag kann zwar vorhanden sein, dürfte jedoch nicht besonders stark ausfallen.

EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:

Meiner Einschätzung nach befindet sich das Währungspaar weiterhin in der Ausbildung eines Aufwärtstrends. Der Nachrichtenfluss hat vor zwei Wochen abrupt die Richtung gewechselt, doch der Trend an sich kann noch nicht als vollständig aufgehoben oder abgeschlossen gelten. Daher benötigen Trader neue Muster und Signale, um kurzfristige Prognosen erstellen zu können.

Aktuell könnten die Bären ein Signal aus der Imbalance 12 erhalten, und da der Aufwärtstrend kurz vor dem Bruch steht, sollte dieses Signal ernst genommen werden. Die Bullen hingegen können lediglich auf Liquidity Grabs bei 1,1470 und 1,1392, eine Invalidation der Imbalance 12, die Ausbildung neuer bullischer Muster und darauf folgende Kaufsignale hoffen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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