
Die Wellenstruktur im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Von einer Aufhebung des im Januar letzten Jahres begonnenen Aufwärtstrends kann zwar noch keine Rede sein, doch die aktuelle Wellenstruktur wirkt inzwischen äußerst widersprüchlich. In solchen Situationen empfehle ich stets, auf einen niedrigeren Zeitrahmen zu wechseln und sich auf die einfachsten und kleinsten Wellenstrukturen zu konzentrieren, um eine kurzfristige Prognose zu erstellen, die für das Eröffnen von Positionen ausreicht.
Im obigen Chart lässt sich eine klassische fünfwellige Impulsstruktur mit einer verlängerten dritten Welle erkennen. Trifft diese Interpretation zu, ist die Ausbildung dieser Struktur abgeschlossen, und es ist mit einer Korrekturphase zu rechnen, die aus mindestens drei Wellen besteht. Kurzfristig ist daher ein Anstieg des Paares wahrscheinlich, allerdings nur im Rahmen einer Korrekturbewegung relativ zum letzten Trendabschnitt. Momentan fügen sich die jüngsten Wellenformationen noch nicht überzeugend in die übergeordnete Struktur ein, doch dies sollte mit der Zeit klarer werden. In naher Zukunft könnte sich der Euro in Richtung 1,1568 und 1,1666 erholen.
Das Währungspaar EUR/USD ist am Mittwoch um 30 Basispunkte gefallen, doch die wichtigsten Ereignisse stehen noch bevor. Innerhalb der nächsten Stunde wird die Federal Reserve die Entscheidungen ihrer zweiten Sitzung des Jahres 2026 bekannt geben, was voraussichtlich für starke Volatilität am Devisenmarkt sorgen wird. Insgesamt zweifelt der Markt kaum daran, dass der Leitzins bei 3,75 % unverändert bleibt, doch die Aufmerksamkeit richtet sich auf andere Aspekte des Beschlusses sowie auf den Ton von Jerome Powell, auf den in einer gesonderten Analyse eingegangen wird.
Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich sagen, dass die Wellenstruktur des letzten Abwärtssegments bei EUR/USD klar und überzeugend aussieht. Ist sie korrekt, sollte der Rückgang zumindest vorübergehend in der Nähe der Marke von 1,1400 enden. Allerdings ist der aktuelle Nachrichtenhintergrund so stark, dass die Märkte technische, wellenbasierte und sogar fundamentale Faktoren weitgehend ausblenden. Wären da nicht die Geopolitik und die Folgen des Konflikts im Nahen Osten – die heute und morgen die Entscheidungen aller drei Zentralbanken beeinflussen werden –, würde ich die Wahrscheinlichkeit eines Anstiegs von EUR/USD und GBP/USD in den kommenden Wochen auf nicht weniger als 90 % schätzen. Die Fed-Sitzung könnte jedoch eine erneute Dollar-Stärke auslösen, falls der Ton von Jerome Powell restriktiver ausfällt als zu Beginn dieses Jahres.
Im bisherigen Tagesverlauf wurden bereits die Daten zur Inflation in der Eurozone und zu den US-Erzeugerpreisen veröffentlicht. Die Inflation in der EU lag im Februar wie erwartet bei 2,4 %, während der US-Erzeugerpreisindex im Monatsvergleich um 0,7 % zulegte und damit die Markterwartungen deutlich übertraf. Die Erzeugerpreise steigen nun schon seit mehreren Monaten in beschleunigtem Tempo, was ein zusätzlicher Hinweis auf höhere Gesamt- und Kerninflation ist – und ein weiterer Grund für das FOMC, die Zinsen auf dem aktuellen Niveau zu belassen.
Fazit
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Paar weiterhin in einem Aufwärtstrend befindet (wie im unteren Chart zu sehen), aber begonnen hat, ein kurzfristiges Abwärtssegment auszubilden. Da die fünfwellige Impulsstruktur abgeschlossen zu sein scheint, können Leser in den nächsten ein bis zwei Wochen mit einem Kursanstieg rechnen, mit Zielen in der Nähe von 1,1568 und 1,1666, was den Fibonacci-Niveaus von 23,6 % und 38,2 % entspricht. Die weitere Entwicklung wird vollständig von den Ereignissen im Nahen Osten abhängen.
In einem kleineren Zeitrahmen ist der gesamte Aufwärtstrendabschnitt sichtbar. Die Wellenstruktur ist nicht ganz typisch, da sich die Korrekturwellen in ihrer Größe unterscheiden. So ist zum Beispiel die Korrekturwelle 2 höheren Grades kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Das kann vorkommen. Ich möchte betonen, dass es wichtiger ist, klare und verständliche Strukturen zu identifizieren, als jede einzelne Welle sklavisch zu beschriften. Der Trend könnte sich in naher Zukunft umkehren.
Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und ändern sich häufig.
- Besteht keine ausreichende Sicherheit bezüglich der Marktlage, ist es besser, an der Seitenlinie zu bleiben.
- Völlige Gewissheit über die Marktrichtung ist unmöglich. Verwenden Sie immer Stop-Loss-Orders.
- Die Wellenanalyse kann mit anderen Analysemethoden und Handelsstrategien kombiniert werden.

