Der Wirtschaftskalender für die kommende Woche ist zwar nicht mit bedeutenden Terminen gefüllt, doch können zweitrangige Berichte zentrale Ergebnisse der vergangenen Woche „unterstreichen“, in der die Fed und die EZB ihre Sitzungen abhielten.

Darüber hinaus wird die geopolitische Lage, insbesondere die sich zuspitzenden Spannungen im Nahen Osten, erneut im Fokus der EUR/USD-Händler stehen.
Montag
Der Wirtschaftskalender für Montag ist für das Währungspaar EUR/USD nahezu leer. Der einzige relevante Punkt ist der Verbrauchervertrauensindex der Eurozone, der auf einer Umfrage zur Einschätzung der privaten Haushalte hinsichtlich der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der künftigen Entwicklung basiert. Dieser Index befindet sich seit Langem im negativen Bereich, hat aber in den vergangenen drei Monaten einen Aufwärtstrend gezeigt und ist im Februar auf -12,2 „gestiegen“. Für März wird allerdings mit einer weiteren Verschlechterung der pessimistischen Erwartungen gerechnet; Prognosen gehen von einem Rückgang auf -15,0 aus. Angesichts der negativen Entwicklung bei den ZEW-Indizes ist zu erwarten, dass der Indikator in der „roten Zone“ bleibt und damit ein geschwächtes Verbrauchervertrauen widerspiegelt.
Auch die Lage im Nahen Osten wird die Aufmerksamkeit der Händler auf sich ziehen, da Marktteilnehmer auf die Ereignisse und Äußerungen vom Wochenende reagieren. Leider dreht sich das Rad eines groß angelegten Konflikts weiter und weitet sich aus. Medienberichte sprechen insbesondere von massiven Angriffen auf iranische Atomanlagen in Buschehr und Natanz. Als Reaktion hat Iran ballistische Raketen auf israelische Städte abgefeuert; aus den Städten Arad und Dimona (wo sich nebenbei bemerkt ein nukleares Forschungszentrum befindet) werden schwere Folgen gemeldet.
Darüber hinaus hat Donald Trump ein Ultimatum gestellt, die Straße von Hormus innerhalb von 48 Stunden zu deblockieren, und droht mit Angriffen auf die gesamte Energieinfrastruktur Irans (die formale Frist für dieses Ultimatum läuft am 23. März um 19:44 Uhr Eastern Time ab). Im Gegenzug hat das iranische Militär damit gedroht, sämtliche Energiewirtschaftsinfrastruktur der USA und Israels im Nahen Osten anzugreifen, einschließlich Entsalzungsanlagen und IT-Infrastruktur.
Mit anderen Worten: Die Ereignisse im Nahen Osten folgen einem Eskalationsszenario, sodass der Dollar in der kommenden Woche voraussichtlich erneut verstärkt als sicherer Hafen nachgefragt wird.
Dienstag
Der Dienstag ist „PMI-Tag“. Die PMI-Daten dürften eine Eintrübung der Geschäftsstimmung in den wichtigsten europäischen Ländern widerspiegeln. So dürfte der deutsche Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe nach zwei Monaten deutlichen Wachstums bei 50,9 wieder in den Kontraktionsbereich fallen (49,8). Der Index für den Dienstleistungssektor dürfte zwar oberhalb der Marke von 50 Punkten bleiben, jedoch eine negative Dynamik aufweisen und von 53,5 auf 52,5 zurückgehen. Für den Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe der Eurozone wird ein Rückgang auf 49,5 nach zuvor 50,8 erwartet. Der Einkaufsmanagerindex für die Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor der Eurozone könnte sich der „roten Zone“ stark annähern und bei 50,8 landen.
Wie zu sehen ist, sind die Prognosen recht schwach. Sollten alle Komponenten des Berichts im negativen Bereich veröffentlicht werden, gerät der Euro angesichts steigender Stagflationsrisiken erheblich unter Druck.
In den USA wird ebenfalls der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe für März veröffentlicht, wobei hier mit einer positiven Entwicklung gerechnet wird. Prognosen zufolge dürfte der Indikator bei 52,5 liegen und damit den höchsten Stand seit Oktober des vergangenen Jahres erreichen. Zudem wird der Index der industriellen Aktivität der Richmond Fed veröffentlicht, für den ebenfalls ein Anstieg erwartet wird. Seit März des vergangenen Jahres befindet sich dieser Indikator im negativen Bereich, er soll Prognosen zufolge jedoch von -10 auf -5 Punkte „steigen“.
Mittwoch
Am Mittwoch werden in Deutschland die IFO-Indizes veröffentlicht. Angesichts des starken Rückgangs der ZEW-Indizes erwarten Marktteilnehmer eine weitere Verschlechterung dieser Kennzahlen, auch wenn die IFO-Indizes träger reagieren (d. h. ein drastischer Einbruch ist eher unwahrscheinlich). Der Geschäftsklimaindex dürfte im März von zuvor 88,6 auf 86,3 sinken. Auch der Index zur aktuellen Lageeinschätzung dürfte einem Abwärtstrend folgen und von 86,7 auf 84,1 fallen. Schließlich wird erwartet, dass der Index der Geschäftserwartungen auf 87,4 nachgibt (Februarwert: 90,5).
Die schwachen ZEW-Indizes haben bereits auf eine Verschlechterung der Erwartungen hingewiesen (die Umfrage wird unter Finanzanalysten und Investoren durchgeführt). Sollte sich der IFO (der reale Unternehmen befragt) jedoch als widerstandsfähig erweisen, könnte der Markt dies so interpretieren, dass sich die Negativität eher auf die Stimmung als auf die Realwirtschaft bezieht. Ein solches Ergebnis könnte den Euro stützen. Fallen die IFO-Indizes hingegen stärker als erwartet, gerät der Euro erheblich unter Druck.
In den USA wird der Importpreisindex veröffentlicht, einer der Inflationsindikatoren. Prognosen zufolge wird der Index im Februar wie im Vormonat um 0,2 % gegenüber dem Vormonat steigen und damit auf einen moderaten Anstieg der importierten Inflation hinweisen. Da der Februarbericht die Ereignisse im März (den Krieg im Nahen Osten und die Energiekrise) jedoch nicht abbildet, ist davon auszugehen, dass EUR/USD-Händler diese Veröffentlichung weitgehend ignorieren werden.
Donnerstag
Am Donnerstag wird während der europäischen Handelssitzung in Deutschland der GfK-Konsumklimaindikator veröffentlicht, der als Frühindikator gilt und ebenfalls eine negative Entwicklung zeigen dürfte; erwartet wird ein Rückgang auf -28,6. Dieser Trend signalisiert eine zunehmende Sparneigung der Deutschen vor dem Hintergrund hoher geopolitischer Unsicherheit.
Für Händler könnte zudem der Monatsbericht der Bundesbank von Interesse sein. Falkenhafte Töne in diesem Dokument könnten den Euro unterstützen, allerdings hat dieser Bericht in der Regel nur geringen Einfluss auf das Währungspaar EUR/USD.
Während der US-Handelssitzung am Donnerstag wird jedoch der Bericht zu den Arbeitslosenanträgen veröffentlicht. In der vergangenen Woche ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 205.000 zurückgegangen. Für diese Woche wird ein Anstieg auf 211.000 erwartet, was für den Greenback unproblematisch wäre. Für die Dollar-Bullen ist es wichtig, dass diese Zahl 230.000 nicht überschreitet.
Freitag
Am Freitag, den 27. März, richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit auf den Indikator der Inflationserwartungen für das kommende Jahr, der von der University of Michigan erhoben wird. Sollte es erneut zu einem Anstieg der Inflationserwartungen kommen, würde dieses Ergebnis das fundamentale Bild zugunsten des Greenback vor dem Hintergrund eines anziehenden PCE/PPI und eines stagnierenden CPI ergänzen.
Ebenfalls am Freitag wird der Index des Verbrauchervertrauens der University of Michigan veröffentlicht. Prognosen zufolge dürfte der Index in diesem Monat bei 55,5 liegen. Ein stärkerer Rückgang würde Druck auf die US-Währung ausüben.
„Technische Analyse“
Trotz des impulsiven Anstiegs bleibt das Währungspaar EUR/USD auf dem Tageschart zwischen der mittleren und der unteren Linie des Bollinger-Bands-Indikators sowie unterhalb der Kumo-Wolke positioniert, was auf die Unsicherheit von Long-Positionen hindeutet. Der Kurs befindet sich zudem zwischen den Linien Tenkan-sen und Kijun-sen. Es empfiehlt sich, korrektive Kursspitzen als Gelegenheit zu nutzen, um Short-Positionen zu eröffnen – mit Kurszielen bei 1,1530 (mittlere Linie der Bollinger Bands im H4-Zeitrahmen), 1,1500 (untere Begrenzung der Kumo-Wolke im H4-Chart) und 1,1470 (untere Linie der Bollinger Bands im Vierstundenchart).
