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FX.co ★ Dem Dollar wurde in den Rücken gefallen

Dem Dollar wurde in den Rücken gefallen

Wie unterscheidet man Wahrheit von Lüge? Iran ist überzeugt, dass die USA immer lügen. Noch vor ein paar Wochen sprach Donald Trump von Verhandlungen, die gar nicht stattgefunden hatten. Davor trat Washington mit Teheran in einen Dialog über das Atomprogramm ein, begann in Wirklichkeit aber zu bombardieren. Scott Bessent behauptet, die Aufhebung der Sanktionen gegen Iran werde 140 Millionen Barrel freisetzen, doch Iran besteht darauf, dass es kein unverkauftes Öl auf See habe. Dennoch haben sich die Märkte daran gewöhnt, dem Bewohner des Weißen Hauses zu glauben, was dazu führt, dass der EUR/USD auf der amerikanischen Achterbahn fährt.

Kaum war der Euro unter 1,15 Dollar gefallen und Brent über 114 Dollar je Barrel gestiegen, griff Trump ein. Er erklärte, er ziehe sein 48‑Stunden‑Ultimatum an Teheran zurück, da „konstruktive Verhandlungen“ zwischen Iran und den USA stattfänden. Der Ölpreis stürzte sofort um 14 % ab, und EUR/USD sprang über 1,16.

Reaktion des Ölpreises auf Gerüchte über US‑iranische Verhandlungen

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Leider behauptet die iranische Presse, dass es keine Verhandlungen mit den Amerikanern gibt. Alle Aussagen des US-Präsidenten zielen darauf ab, die Ölpreise zu senken. Ja, es gibt Initiativen für einen Waffenstillstand aus Ländern des Nahen Ostens, aber Teheran hat diesen Krieg nicht begonnen. Man sollte sich an Washington wenden.

Optimisten glauben, dass der Dialog bald beginnen wird. Pessimisten sind überzeugt, dass Trump lediglich die Ölpreise senken wollte. Allerdings kontrolliert nicht er die Straße von Hormus, sondern der Iran. Daher sind derartige Äußerungen des Bewohners des Weißen Hauses ohne Bestätigung aus Teheran unangebracht.

Brent ist wieder über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen und wartet auf Neuigkeiten. Der US-Dollar bewegt sich im Gleichklang damit. Eine Deeskalation des Konflikts im Nahen Osten, wie von Trump angesprochen, wäre ein erheblicher Schlag für den Greenback. In diesem Fall würde die Nachfrage nach sicheren Häfen stark zurückgehen. Außerdem würden die Vereinigten Staaten ihren Vorteil als Nettoexporteur von Energiegütern einbüßen. In der Folge müssten sich Spekulanten, die ihre Netto-Long-Positionen im Dollar erstmals seit Dezember ausgebaut haben, wieder zurückziehen.

Dynamik der spekulativen Positionen im US-Dollar

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Meiner Meinung ist der Bewohner des Weißen Hauses dabei, Wünsche als Realität auszugeben. Offensichtlich gefällt ihm der Anstieg von Brent und WTI nicht. Außerdem hat sich der Krieg mit dem Iran weder so schnell noch so siegreich entwickelt, wie Trump es erwartet hatte. Der Iran ist auf eine langwierige Verteidigung vorbereitet, was ganz offensichtlich nicht zu den Plänen der USA gehört. Jetzt wäre der Zeitpunkt für einen Rückzug – falls Teheran ihn zulässt.

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Für den Euro wäre eine Deeskalation des Konflikts im Nahen Osten ein starkes Argument für einen schnellen Angriff. Die „Bullen“ warten gespannt darauf, dass es so weit ist! In einem solchen Szenario käme zusätzliche Unterstützung für das Hauptwährungspaar von steigenden US-Aktienindizes.

Aus technischer Sicht kam es im Tageschart von EUR/USD zu einem doppelten Ausspielen der Inside-Bar-Formation und zu einem doppelten Test des Fair Value bei 1,161. Beide Signale liefen zunächst auf Seiten der „Bären“ ins Leere und anschließend zweimal auf Seiten der „Bullen“. Unterdessen gilt: Ein Rückgang des Euro unter 1,154 US-Dollar wäre ein Verkaufssignal, während ein Anstieg über 1,161 ein Kaufsignal darstellen würde.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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