Am Montag drehte das Währungspaar EUR/USD zugunsten des Euro nach oben und konsolidierte sich oberhalb des 100,0%-Fibonacci-Retracements bei 1,1577. Damit kann der Aufwärtstrend in Richtung des nächsten Retracement-Levels von 76,4 % bei 1,1696 anhalten. Eine Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,1577 würde dagegen den US-Dollar begünstigen und eine Wiederaufnahme des Rückgangs in Richtung des 127,2%-Fibonacci-Levels bei 1,1440 unterstützen.

Die Wellensituation im Stundenchart bleibt übersichtlich. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das Tief der vorherigen Welle nicht durchbrochen, während die letzte Aufwärtswelle das vorherige Hoch überschritten hat. Damit könnte sich der Trend wieder in Richtung „bullish“ drehen. Die Handlungen von Donald Trump im Nahen Osten hatten groß angelegte Militäroperationen in der Region zur Folge, an denen rund ein Dutzend Länder beteiligt sind. Dies ermöglichte es dem Dollar, sich als „sicherer Hafen“ zu stärken. In dieser Woche ist Washington jedoch auf einen Kurs der Annäherung eingeschwenkt, was Druck auf den Dollar ausübt.
Für Montag waren keine Konjunkturdaten angekündigt, doch Donald Trump veränderte die Lage, als er überraschend von konstruktiven Verhandlungen mit Iran sprach und deshalb seine Entscheidung, die Energieinfrastruktur anzugreifen, um fünf Tage verschob. Iran wies die Aussage des US-Präsidenten umgehend zurück, doch der Markt wertete dies als erste Schritte in Richtung eines Konfliktendes. Laut verschiedenen Insiderberichten haben Gespräche zwischen Teheran und Washington bislang noch nicht stattgefunden, sind aber in naher Zukunft geplant. Wie sie ausgehen werden, ist schwer zu sagen, aber es ist allemal besser als gar nichts. Den Märkten bleibt nichts anderes übrig, als auf ein positives Ergebnis zu hoffen. Tradern ist im Allgemeinen zwar egal, in welche Richtung sich ein Währungspaar bewegt, doch ich denke, jeder würde ein Ende des Krieges im Nahen Osten und sinkende Energiepreise begrüßen. Somit bleibt uns nur, auf neue Stellungnahmen aus Teheran und Washington zu warten und auf Verhandlungen und Frieden zu hoffen. Je mehr Signale der Markt für ein mögliches Kriegsende erhält, desto stärker werden sich die Bären zurückziehen und desto schwächer dürfte der Dollar werden. In den vergangenen Wochen hat sich die US‑Währung ausschließlich aufgrund geopolitischer Faktoren verstärkt. Nun beginnt sich dieser Faktor gegen den Dollar zu wenden.

Im 4-Stunden-Chart ist das Paar bis zum 76,4%-Fibonacci-Niveau bei 1,1617 gestiegen. Ein Rückprall von diesem Niveau würde den US-Dollar begünstigen und zu einem Rückgang in Richtung des 100,0%-Retracement-Niveaus bei 1,1474 führen. Ein Aufwärtstrend wird möglich, sobald der Euro oberhalb des Kanals schließt. Das erste Ziel der Bullen liegt beim Niveau von 1,1706. Auf keinem der Indikatoren sind derzeit aufkommende Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT)-Bericht:

In der letzten Berichtswoche schlossen professionelle Trader 52.800 Long-Positionen und eröffneten 31.212 Short-Positionen. Die Stimmung der Gruppe der „Non-commercial“-Akteure bleibt dank Donald Trump und seiner Politik zwar weiterhin bullisch, doch in den vergangenen Wochen ist ein aktiver Abbau von Long-Positionen und ein Aufbau von Short-Positionen zu beobachten. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt nun bei 213.000, während sich die Short-Positionen auf 191.000 belaufen. Der Vorsprung der Bullen ist in nur wenigen Wochen nahezu vollständig dahingeschmolzen.
Insgesamt zeigen die großen Marktteilnehmer langfristig weiterhin ein starkes Interesse am Euro. Selbstverständlich wirken sich verschiedene globale Ereignisse – an denen es in den vergangenen Jahren nicht gemangelt hat – in unterschiedlicher Weise auf die Stimmung der Investoren aus. Aktuell richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit des Marktes auf den Nahen Osten, wo sich der Krieg weiter zuspitzt und geografisch ausweitet. Daher wird der Wechselkurs von Euro und US-Dollar in naher Zukunft nicht von der Geldpolitik der Federal Reserve oder der EZB und auch nicht von Konjunkturdaten abhängen, sondern vom Krieg im Iran. Der US-Dollar profitiert derzeit am stärksten von dieser Situation.
Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:
- Deutschland – Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (10:30 UTC)
- Deutschland – Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (10:30 UTC)
- Eurozone – Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (11:00 UTC)
- Eurozone – Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (11:00 UTC)
- USA – ADP-Beschäftigungsänderung (wöchentlich) (14:15 UTC)
- USA – Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (15:45 UTC)
- USA – Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (15:45 UTC)
Am 24. März umfasst der Wirtschaftskalender eine ganze Reihe eher zweitrangiger Veröffentlichungen. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung könnte am Dienstag gering ausfallen.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Ein Verkauf des Währungspaares ist heute möglich, falls es sich unterhalb der Marke von 1,1577 festigt, mit einem Ziel bei 1,1440. Käufe konnten nach einem Abprall von 1,1440 mit Ziel 1,1577 eröffnet werden; dieses Kursziel wurde bereits erreicht. Neue Kaufgelegenheiten ergaben sich nach einem Schlusskurs oberhalb von 1,1577 mit einem Ziel bei 1,1696.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart ausgehend von 1,1577–1,2082 und im 4-Stunden-Chart ausgehend von 1,1474–1,2082 konstruiert.
