Das BIP Neuseelands ist im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal nur um 0,2 % gestiegen und blieb damit sowohl hinter den Markterwartungen als auch hinter den Prognosen der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) zurück. ANZ Bank rechnet für 2026 mit einem BIP-Wachstum von 0,7 % im Jahresvergleich, doch eine weitere Verschlechterung ist möglich, falls steigende Energiepreise mit Problemen bei der Düngemittelversorgung und höheren Düngemittelkosten zusammenfallen – was mittlerweile als sehr wahrscheinlich gilt. Für den neuseeländischen Agrarsektor wäre dies ein schwerer Schlag, der nicht nur die Produktionsmengen, sondern auch die Exporte beeinträchtigen würde.
Die RBNZ hält ihre nächste Sitzung am 8. April ab, und schon jetzt ist absehbar, dass positive Ergebnisse eher unwahrscheinlich sind. Unabhängig davon, was die Bank mit ihrem Leitzins unternimmt, kann sie weder den Anstieg der Ölpreise noch die kurzfristige Inflation stoppen. Ebenso wenig kann sie die damit einhergehenden Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum verhindern. Änderungen der Geldpolitik werden auf diese kurzfristigen Entwicklungen nur einen begrenzten Einfluss haben.

Da die Kraftstoffpreise weiter steigen, ziehen auch die Inflationsprognosen an. BNZ erwartet, dass der VPI im ersten Quartal 3,0 % und im zweiten Quartal 2026 4,2 % erreicht. Darüber hinaus hängt alles vom Ausmaß der Schäden im Golf und von Störungen in der Energielogistik ab, die derzeit nicht vorhersehbar sind.
In dieser Woche werden nur sehr wenige Daten erwartet: Am Freitag steht lediglich die Veröffentlichung des ANZ-RM-Verbrauchervertrauensindex an. Bis vor Kurzem war ein Aufwärtstrend zu beobachten, doch im März dürfte er eher nachgeben, während die Inflationserwartungen der Konsumenten im Gegenteil steigen dürften. Hohe Kraftstoffpreise schmälern die Kaufkraft der Haushalte und die Profitabilität der Unternehmen, sodass die BIP-Prognosen in naher Zukunft wahrscheinlich nach unten revidiert werden. Fitch Ratings hat zwar das Kreditrating Neuseelands bei AA+ belassen, den Ausblick jedoch von stabil auf negativ herabgestuft. Dies ist das erste Warnsignal, und weitere werden voraussichtlich folgen.
Die Netto-Short-Position im NZD verringerte sich in der Berichtswoche um 0,9 Mrd. auf -1,35 Mrd., doch die Positionierung bleibt bärisch. Der geschätzte Preis versucht sich vor dem Hintergrund einer vorübergehenden Entspannung der Spannungen nach den Aussagen von Trump nach oben zu bewegen.

Für NZD/USD sind zwei Hauptszenarien möglich, und es lässt sich nicht vorhersagen, welches eintreten wird. Im Fall einer weiteren Eskalation am Golf wird der Kiwi zwangsläufig in Richtung 1,5533 fallen, da das wirtschaftliche Risiko zunimmt und selbst Zinserhöhungen den Rückgang nicht aufhalten werden. Endet der Konflikt hingegen und werden die Folgen neu bewertet, kann sich der Aufwärtstrend fortsetzen – vorausgesetzt, die Auswirkungen auf das BIP sind nicht so gravierend, dass sie die RBNZ von weiteren Zinserhöhungen abhalten. In diesem Fall liegt das nächste Ziel bei 0,5887, gefolgt von einem weiteren Anstieg in Richtung 0,6086.
