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AUD/USD. Inflationsbericht Australiens

Der australische Dollar gab nach der Veröffentlichung der heutigen Inflationsdaten aus Australien nach. Viele Bestandteile des Berichts deuteten auf eine Verlangsamung des VPI-Wachstums hin. Auch wenn die vierteljährlichen Daten (die im April veröffentlicht werden) die Hauptrolle bei der Ausrichtung der Geldpolitik der Reserve Bank of Australia spielen werden, reagierten Händler negativ auf die heutige Veröffentlichung. Die Daten haben jedoch ihre Grenzen.

AUD/USD. Inflationsbericht Australiens

Auf Monatsbasis ging die Gesamtinflation (Headline-CPI) im Februar auf 0,0 % zurück, nachdem sie im Vormonat noch um 0,4 % gestiegen war. Dies markiert den zweiten Monat in Folge mit nachlassender Dynamik. Auf Jahresbasis hatte die Gesamtinflation in den beiden vorangegangenen Monaten bei 3,8 % gelegen, und die meisten Analysten rechneten für Februar mit demselben Wert. Der Indikator verlangsamte sich jedoch unerwartet auf 3,7 %.

Auch das Kerninflationsmaß (Trimmed Mean) lag im „roten Bereich“. Auf monatlicher Basis schwächte es sich auf 0,2 % ab (nach 0,3 % im Januar), und auf Jahresbasis ging es nach zwei Monaten in Folge mit Zuwächsen auf 3,4 % zurück.

Wie wir sehen, haben sich die wichtigsten Inflationsindikatoren nur leicht verlangsamt, aber die Marktteilnehmer reagierten auf die Tatsache der Trendwende an sich – zumal die Jahresraten in den Vormonaten gestiegen waren.

Gleichzeitig legt ein genauerer Blick auf die Struktur des Berichts nahe, dass es für die Reserve Bank noch zu früh ist, den Sieg über die Inflation zu feiern.

Die Haupttreiber der Verlangsamung des Verbraucherpreisindex im Februar waren Kraftstoff sowie reisebezogene Dienstleistungen. Die Benzinpreise sanken um 3,4 %, während die Kosten für Inlandsreisen und Flugtickets um 7,4 % zurückgingen. Diese Entwicklung wirkte sich deutlich auf die Gesamtzahlen aus.

Dabei handelt es sich jedoch um volatile Kategorien, die den zugrunde liegenden Trend nicht widerspiegeln. So ist der Rückgang in der Kategorie „Holiday travel and accommodation“ (die maßgeblich zur Verlangsamung im Februar beigetragen hat) saisonbedingt. Nachdem die Kinder nach den Winterferien wieder zur Schule zurückgekehrt waren, brach die Nachfrage nach Flügen und Hotels in Australien stark ein, und die Anbieter nahmen die Feiertagsaufschläge zurück und kehrten zu Standardpreisen zurück. Im Allgemeinen ist der Februar traditionell eine Phase der Preiskorrektur nach der Spitzennachfrage im Dezember und Januar – diesmal fiel die Gegenbewegung einfach ausgeprägter aus.

In der Kategorie „Fuel“ ist die Lage noch eindeutiger: Der Rückgang um 3,4 % im Februar spiegelt die aktuelle Situation nicht wider. Im März sind die Kraftstoffpreise aufgrund der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten bereits deutlich gestiegen.

Gleichzeitig verschleiert der starke saisonale Rückgang in einigen volatilen Kategorien den anhaltenden Inflationsdruck in anderen Bereichen. Sobald der Effekt der nachgelagerten Preisanpassung nach der Feiertagssaison nachlässt, dürfte die Inflation wieder anziehen, zumal die Kraftstoffkosten steigen.

Die wichtigsten Treiber des Inflationsanstiegs im Februar waren „Housing“ (+7,2 %) und „Food“ (+3,1 %). Diese Kategorien dürften angesichts der Rekordmigration und steigender Logistikkosten auf absehbare Zeit die zentralen Triebkräfte der Inflation bleiben.

Insbesondere der starke Druck auf den Mietmarkt wird durch eine groß angelegte Migration nach Australien verursacht. Nach den jüngsten Daten verzeichnet das Land eine Rekordzahl an temporären Einwohnern (etwa 2,9–3 Millionen), was rund 10 % der Bevölkerung entspricht. Trotz der Bemühungen der Regierung, die Migrationspolitik zu verschärfen, liegt das Niveau auf dem höchsten jemals verzeichneten Stand. Dies erhöht den Druck auf Infrastruktur, Wohnraum und den Mietmarkt. Die Leerstandsquoten liegen landesweit nach wie vor unter 2 %. Daher dürfte die Kategorie „Housing/Rent“ weiterhin einen erheblichen Beitrag zum Inflationsdruck leisten.

Gleiches gilt für „Food“. Wie bekannt, reagieren die Lebensmittelpreise in Australien sehr sensibel auf Dieselpreise (aufgrund der Notwendigkeit, Waren zwischen den Bundesstaaten zu transportieren). Daher wird der Anstieg der Ölpreise im März zwangsläufig auf die Supermarktpreise durchschlagen.

Mit anderen Worten: Der heutige Inflationsbericht schließt eine Zinserhöhung durch die Reserve Bank of Australia auf ihrer Mai-Sitzung nicht aus. Erstens wird die durchschnittliche monatliche Wachstumsrate für das Quartal trotz der leichten Verlangsamung des CPI im Februar voraussichtlich über dem Zielwert der Notenbank liegen. Zweitens wurde die Abschwächung im Februar in erster Linie durch saisonale Preisrückgänge bei Reiseleistungen und einen vorübergehenden Rückgang der Kraftstoffpreise verursacht. Drittens deckt der Bericht lediglich den Februar ab, während der Konflikt im Nahen Osten und der anschließende Energieschock erst im März einsetzten.

Somit dürfte die heutige Veröffentlichung kaum als Auslöser für einen anhaltenden Abwärtsdruck auf den australischen Dollar fungieren. Dies legt nahe, dass Abwärtsbewegungen weiterhin als Gelegenheit zum Aufbau von Long-Positionen genutzt werden könnten, mit Aufwärtszielen bei 0,7000 (der Mittellinie der Bollinger Bands im H4‑Zeitrahmen) und 0,7030 (der Tenkan‑sen‑Linie im Tageszeitrahmen).

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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