Das Währungspaar EUR/USD bewegt sich weiterhin in einer engen Handelsspanne, was die Unentschlossenheit sowohl der Käufer als auch der Verkäufer widerspiegelt. Am Dienstag markierten die Verkäufer ein Tagestief bei 1,1558, schlossen den Handelstag jedoch innerhalb der 16er-Marke. Auch die Käufer konnten in dem Paar nicht die Initiative übernehmen: Nachdem sie ein Hoch bei 1,1629 (Dienstagshoch) erreicht hatten, gelang es ihnen nicht, dieses Niveau zu halten, sodass der Kurs bis zum Ende des Dienstagshandels auf 1,1611 zurückfiel.

Am Mittwoch bewegten sich die Händler erneut innerhalb eines relativ engen Preiskorridors. Die Käufer im EUR/USD versuchen, den Widerstandsbereich bei 1,1630 (obere Linie der Bollinger-Bänder im 4‑Stunden‑Chart) zu durchbrechen, während die Verkäufer versuchen, die Unterstützung bei 1,1570 (mittlere Bollinger-Bänder-Linie im gleichen Zeitrahmen) nach unten zu durchstoßen. Faktisch driftet das Währungspaar jedoch in dieser Spanne seitwärts und prallt immer wieder an deren Grenzen ab.
Unterstützung im Hintergrund erhielten die EUR/USD‑Käufer durch die am Mittwoch veröffentlichten IFO‑Indizes. Anders als die enttäuschenden ZEW‑Daten fiel der Mittwochsbericht allerdings recht widersprüchlich aus.
Der wichtigste Geschäftsklimaindex in Deutschland lag leicht über der Konsensprognose, spiegelte aber dennoch eine negative Dynamik wider. Der Index fiel in diesem Monat auf 86,4 – den niedrigsten Stand seit Februar des vergangenen Jahres –, während die meisten Analysten mit einem stärkeren Rückgang auf 86,1 gerechnet hatten.
Eine weitere Komponente des Berichts – der Lageindex des IFO – übertraf die Erwartungen der Experten, da er mit 86,7 auf dem Vormonatsniveau blieb (erwartet wurde ein Rückgang auf 86,0). Das deutet darauf hin, dass die deutschen Unternehmen ihre aktuelle Situation robuster einschätzen, als viele Analysten angenommen hatten.
Enttäuschend fiel dagegen der Erwartungsindex aus. Er sank nicht nur von 90,2 im Februar auf 86,0 (den niedrigsten Stand seit Februar 2025), sondern blieb auch unter den meisten Prognosen (86,6). Das ist nicht überraschend, denn in diesem Teil des Indexes schlagen sich vor allem der primäre Pessimismus im Zusammenhang mit Geopolitik und Energiepreisen nieder.
Erwähnenswert ist zudem die sektorale Kluft: Während der Pessimismus im Industriesektor zunimmt, zeigt sich der Dienstleistungssektor deutlich widerstandsfähiger gegenüber den aktuellen Schocks. Insgesamt legen die am Mittwoch veröffentlichten Zahlen nahe, dass die deutschen Unternehmen (noch) keine drastische Verschlechterung der aktuellen Lage sehen, jedoch deutlich pessimistischer auf die Zukunft blicken.
Die widersprüchlichen Signale aus dem IFO‑Bericht haben letztlich weder den Käufern noch den Verkäufern von EUR/USD nennenswerte Unterstützung geliefert.
Auch die geopolitischen Faktoren werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Die Vereinigten Staaten senden gleichzeitig Signale eines möglichen diplomatischen Durchbruchs mit dem Iran (was die iranische Seite bestreitet) und bauen zur gleichen Zeit ihre militärische Präsenz in der Region aus.
So erklärte Donald Trump am Dienstag, die USA und der Iran hätten über Vermittler eine Einigung über 15 Punkte eines möglichen zukünftigen Abkommens erzielt. Demnach habe sich Teheran unter anderem „damit einverstanden erklärt, niemals Atomwaffen zu besitzen“.
Laut der The New York Times betreffen die Pläne Washingtons das ballistische Raketenprogramm des Iran, das Atomprogramm des Landes sowie Fragen der Handelsschifffahrt. Zudem berichten iranische Quellen von Reuters, Pakistan oder die Türkei könnten als Orte für Verhandlungen dienen, die auf eine Deeskalation des Krieges im Persischen Golf abzielen.
Auf offizieller Ebene weist der Iran jegliche Absprachen mit den USA zurück. Zumindest in der öffentlichen Rhetorik zeigt sich Teheran kompromisslos. So bezeichnete ein ranghoher Vertreter der iranischen Streitkräfte Trumps Äußerungen als „psychologische Operation“ und erklärte, die Amerikaner führten „Verhandlungen mit sich selbst“, um den Ölmarkt zu stabilisieren und sich auf neue Eskalationsrunden vorzubereiten.
Wichtig ist der Hinweis, dass den früheren US‑Angriffen auf den Iran (sowohl in diesem als auch im vergangenen Jahr) tatsächlich stets „weiche“ oder hoffnungsvolle Signale Trumps vorausgingen. Insofern erscheinen die Befürchtungen Teherans in diesem Kontext durchaus gerechtfertigt. Zudem verstärken die USA weiterhin ihre militärische Präsenz in der Region. Das Pentagon verlegt Spezialkräfte, Marines und Fallschirmjäger in den Nahen Osten. In Militärkreisen wird ein Szenario diskutiert, das die Einnahme der Insel Kharg vorsieht, über die etwa 85–90 % der iranischen Ölexporte abgewickelt werden. Sollte es zu einem Scheitern der Verhandlungen kommen (also falls der Iran den erwähnten 15‑Punkte‑„Deeskalationsplan“ ablehnt), dürfte Trump versuchen, die iranische Wirtschaft durch die physische Kontrolle der Ölterminals faktisch „abzuschalten“.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt – sozusagen „Stoff zum Nachdenken“. Die verschobene Frist des Ultimatums läuft am Freitag ab, und Trump leitet Eskalationen größeren Ausmaßes erfahrungsgemäß immer dann ein, wenn die globalen Märkte fürs Wochenende geschlossen sind (wie frühere Operationen gezeigt haben).
Die Einsätze sind extrem hoch: Verläuft die geplante Operation (aus Sicht der USA) erfolgreich, verliert der Iran nahezu sämtliche Deviseneinnahmen, und die Führung des Landes stünde vor der Wahl, entweder die berüchtigten „15 Punkte des Deals“ zu akzeptieren oder einen inneren Staatsbankrott zu riskieren. Kurzfristig könnte der Ölpreis angesichts der Unsicherheit auf 120–130 US‑Dollar steigen, mittelfristig jedoch scharf einbrechen, falls die USA die Sicherheit der Schifffahrt in der Meerenge garantieren und/oder unter ihrer Kontrolle stehende Öllieferungen wieder aufnehmen.
Scheitert hingegen die militärische Operation zur Einnahme von Kharg (also etwa, wenn die Landungstruppen auf wirksame Verteidigungsmaßnahmen stoßen, schwere Verluste erleiden und/oder die Insel nicht halten können), könnte der Ölpreis auf 150–200 US‑Dollar explodieren – mit allen entsprechenden Folgen.
In einer derart von Unsicherheit geprägten Lage erscheinen jegliche Handelsentscheidungen riskant. Sollten sich die Gerüchte über Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bestätigen (also wenn sich beide Seiten auf eine Gesprächsrunde einigen), dürfte die Risikoaversion nachlassen, das Interesse an Risikoanlagen wieder zunehmen und das Währungspaar EUR/USD sich im Bereich der 1,16 stabilisieren. Je näher jedoch das Ultimatum rückt, ohne dass diplomische Fortschritte erzielt werden, desto stärker dürfte sich der Dollar als sicherer Hafen behaupten.
Unter diesen Umständen erscheinen sowohl Long‑ als auch Short‑Positionen im EUR/USD wenig verlässlich: Die Welt hält den Atem an in Erwartung einer geopolitischen Entscheidung, deren Ausgang sich nicht seriös prognostizieren lässt.
