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Ein nervöser Markt

Der Markt weigert sich hartnäckig zu fallen, obwohl beunruhigende Schlagzeilen aus dem Nahen Osten die Runde machen. Iran hat den US-Plan zurückgewiesen und eigene Bedingungen für einen Waffenstillstand vorgelegt. Teheran fordert die Anerkennung seiner Autorität über die Straße von Hormus, Garantien gegen erneute Angriffe durch die Koalition sowie Entschädigungen für die entstandenen Schäden. Das Weiße Haus droht, das Land dem Erdboden gleichzumachen, falls es nicht zu Gesprächen kommt. Dennoch verzögert sich die Ausbildung einer Korrektur im S&P 500.

Entwicklung der US-Aktienindizes

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Geopolitik mag kurzfristig ein Treiber für den breiten Index bleiben, aber auf längere Sicht werden die Unternehmensgewinne den größten Einfluss auf den Anlagehorizont ausüben. Morgan Stanley erwartet, dass die Gewinne in den nächsten 12 Monaten um 20 % wachsen werden. Historisch gesehen wurden derart hohe Zahlen nur verzeichnet, wenn sich die US‑Wirtschaft von einer Rezession erholte, gestützt durch einen Basiseffekt auf niedrigem Niveau.

Wall-Street-Analysten schätzen, dass die Unternehmen im S&P 500 ihre Gewinne im Zeitraum Januar bis März um 11,9 % steigern werden. Vor dem Konflikt im Nahen Osten lag der Konsens bei 10,9 %. Bemerkenswert ist, dass die Schätzung trotz erhöhter geopolitischer Risiken gestiegen ist.

Gewinnprognosen für Unternehmen im S&P 500

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Morgan Stanley weist darauf hin, dass Wall-Street-Analysten ihre Gewinnprognosen angehoben haben, obwohl US-Aktien gefallen sind. Diese Kombination ist während Phasen erhöhter geopolitischer Spannungen nur selten zu beobachten. Dennoch warnt JP Morgan, dass die Gewinnschätzungen für den S&P 500 um 5 Prozentpunkte sinken würden, falls Brent auf 110 US-Dollar pro Barrel steigt und über einen längeren Zeitraum über diesem Niveau bleibt.

Die Widerstandsfähigkeit des breiten Index wird zum Teil vom starken Bestreben des US-Präsidenten getrieben, Stabilität zu schaffen. Das Weiße Haus beharrt weiterhin darauf, zu verhandeln, ohne zu präzisieren, mit wem. Iran kontert spöttisch, die USA verhandelten mit sich selbst. Dennoch ist es Donald Trump bislang gelungen, den Optimismus der Anleger aufrechtzuerhalten.

Nationwide erklärt, die aktuelle Dynamik des S&P 500 belege, dass Privatanleger weiterhin Kursrückgänge zum Einstieg nutzen. Positive Nachrichten aus dem Nahen Osten würden dazu führen, dass Smart Money – große institutionelle Investoren – sich zurückzieht, was den breiten Index weiter nach oben treiben würde.

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Damit gibt es am US-Aktienmarkt keine klare Dominanz der Angst über die Gier. Anleger sitzen wie auf Nadeln und warten auf positive Nachrichten aus dem Nahen Osten. Sollten diese kommen, werden die optimistischen Gewinnerwartungen die Masse zu Taten bewegen und den breiten Index nach oben treiben.

Aus technischer Sicht zeigt der Tageschart des S&P 500 eine Konsolidierung innerhalb des Ross-Haken-Musters. Ein Rückgang unter die Unterstützungszonen bei 6.550 und 6.525 könnte eine Grundlage für Verkäufe bilden. Es erscheint sinnvoll, wieder über Käufe nachzudenken, wenn der Kurs über 6.635 und 6.650 steigt.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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