
Die europäische Gemeinschaftswährung verzeichnet erneut einen allmählichen Rückgang und läuft Gefahr, ihre Wellenstruktur zu verändern, die gerade erst begonnen hatte, eine überzeugende Form anzunehmen. Wir sahen eine klare fünfwellige Impulsstruktur, nach der es logisch ist, drei korrektive Wellen zu erwarten. Statt drei Wellen beobachteten wir jedoch fünf, was darauf hindeutet, dass die Korrektur komplexer und langwieriger ausfallen wird. Dafür ist allerdings ein Rückgang der Nachfrage nach dem US‑Dollar und ein Anstieg der Nachfrage nach dem Euro erforderlich. Wie soll dies gelingen, wenn die Geopolitik weiterhin auf dem EUR/USD lastet?
In der kommenden Woche sind die Hoffnungen auf ein Ende des Konflikts im Nahen Osten gering. Obwohl Donald Trump seit einer Woche erklärt, es fänden produktive Verhandlungen mit dem Iran statt, bestreitet der Iran jegliche Gespräche, während amerikanische Truppen ihre Präsenz in der Region ausbauen. Es scheint, als deuteten alle Anzeichen eher auf eine weitere Eskalation des Konflikts hin als auf das Gegenteil. Unabhängig vom Wellenmuster ist es daher wichtig, sich vor Augen zu halten, dass die Wahrscheinlichkeit einer Stärkung der US‑Währung weiterhin höher bleibt.
In der Eurozone werden nächste Woche mehrere Berichte veröffentlicht, doch die meisten sind von nachrangiger Bedeutung. So werden in Deutschland Daten zu Einzelhandelsumsätzen, Inflation, Arbeitslosenquote und Veränderung der Arbeitslosenzahlen erscheinen. Welche Relevanz haben diese Daten im Moment? Es ist gut möglich, dass der Markt dem Inflationsbericht für die Eurozone Beachtung schenkt, da er die Grundlage für die geldpolitischen Entscheidungen der EZB bilden wird. Insgesamt wurden die Marktteilnehmer bereits im Vorfeld über eine mögliche Zinserhöhung im April informiert, da die EZB von steigenden Verbraucherpreisen ausgeht. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie stark die Inflation im ersten Monat der neuen Öl‑ und Gasarchitektur anziehen wird.
Wellenstruktur von EUR/USD:
Auf Grundlage der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument sich weiterhin im Aufwärtsabschnitt des Trends befindet (unteres Bild) und kurzfristig die Bildung eines abwärtsgerichteten Wellenpakets abgeschlossen hat. Da die fünfwellige Impulsstruktur vollendet ist, können meine Leser in den kommenden ein bis zwei Wochen mit einem Anstieg der Notierungen mit Zielen im Bereich von 1,1666 und 1,1745 rechnen, was den 38,2‑%‑ bzw. 50,0‑%‑Fibonacci‑Niveaus entspricht. Die weiteren Bewegungen des Instruments werden vollständig von den Ereignissen im Nahen Osten abhängen.
Wellenstruktur von GBP/USD:
Die Wellenstruktur des GBP/USD‑Instruments ist inzwischen recht komplex und schwer lesbar geworden. Auf den Charts sehen wir nun eine siebenwellige Abwärtsstruktur, die kein klares Muster erkennen lässt. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um eine Verlängerung oder eine Verkomplizierung innerhalb einer der Wellen. Das macht das Wellenmuster jedoch nicht transparenter. Wenn sich ein Wellenbild einmal so weit verkompliziert hat, dass es kaum noch lesbar ist, kann es sich mehrfach weiter verkomplizieren. Daher halte ich es für sinnvoller, den Fokus auf die Wellenanalyse des EUR/USD‑Instruments zu legen, die deutlich klarer wirkt. Es sollte außerdem nicht vergessen werden, dass geopolitische Faktoren beide Instrumente jederzeit in eine neue Abwärtsbewegung schicken können. Kommt es dazu nicht, könnten Euro und Pfund im Rahmen von Korrekturen zulegen.
Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und nachvollziehbar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und müssen häufig angepasst werden.
- Bei Unsicherheit am Markt ist es besser, keine Position einzugehen.
- Es gibt keine 100%ige Sicherheit über die zukünftige Marktrichtung, und die kann es auch nie geben. Vergessen Sie nicht den Einsatz von schützenden Stop‑Loss‑Orders.
- Wellenanalyse kann mit anderen Analysearten und Handelsstrategien kombiniert werden.


