
Das britische Pfund befindet sich in einer noch schwierigeren Lage als der Euro. Trotz der im Vergleich zur Eurozone größeren Energieunabhängigkeit des Vereinigten Königreichs reagiert das Pfund empfindlicher auf Entwicklungen im Nahen Osten und auf Schwankungen der Energiepreise. Für das Instrument EUR/USD ist die Wellenstruktur klarer und besser nachvollziehbar, was auf Wachstumspotenzial hindeutet. Beim GBP/USD hingegen wechseln sich die Wellen einfach ab. Selbst wenn sie sich in eine bestimmte Wellenstruktur „verpacken“ lassen, sind solche Muster nicht hilfreich, da sie sich nicht eindeutig interpretieren lassen.
Insgesamt bleibt die Lage am Devisenmarkt unverändert. Das Nachrichtenumfeld ist derzeit der wichtigste Einflussfaktor. Relevant sind jedoch nur Meldungen im Zusammenhang mit dem Iran–USA–Israel-Konflikt. Es gibt weder eine Waffenruhe noch Verhandlungen, und die Ölpreise steigen weiter. Zusätzlich droht Jemen damit, die Meerenge von Bab al-Mandab zu blockieren, was die Öllogistik aus der Region zusätzlich erschwert. Aus diesem Grund ist die Nachfrage nach dem US‑Dollar an vier von fünf Tagen dieser Woche gestiegen, während der Markt Konjunkturdaten schlicht ignoriert hat. Erwähnenswert ist, dass in dieser Woche im Vereinigten Königreich der Inflationsbericht veröffentlicht wurde, der für die Trader jedoch keinerlei Bedeutung hatte.
Nächste Woche wird im Vereinigten Königreich der endgültige BIP-Bericht für das vierte Quartal veröffentlicht, und im Grunde war es das. Der Markt hat britische Datenveröffentlichungen jedoch noch nie besonders beachtet, und unter den aktuellen Umständen spielen sie keinerlei Rolle. Sollten Trader beschließen, auf Konjunkturdaten zu reagieren, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Arbeitsmarkt- und Arbeitslosenberichte aus den USA vorrangig sein. Die Geopolitik bleibt der Hauptfokus. Beim Handel mit dem britischen Pfund würde ich mich derzeit am Euro orientieren.
Wellenstruktur für EUR/USD:
Basierend auf der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument sich weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Trendabschnitt befindet und kurzfristig die Bildung eines abwärtsgerichteten Wellensets abgeschlossen hat. Da die fünfteilige Impulsstruktur vollendet ist, können meine Leser in den nächsten ein bis zwei Wochen mit Kursanstiegen rechnen, mit Zielen im Bereich von 1,1666 und 1,1745, was den Fibonacci-Niveaus von 38,2 % bzw. 50,0 % entspricht. Die weiteren Bewegungen des Instruments werden vollständig von den Ereignissen im Nahen Osten abhängen.
Wellenstruktur von GBP/USD:
Die Wellenstruktur des Instruments GBP/USD ist mittlerweile recht komplex und schwer lesbar geworden. Auf den Charts sehen wir nun eine siebenwellige Abwärtsstruktur, die kein klares Muster erkennen lässt. Am ehesten ist von einer Dehnung oder einer Komplexitätszunahme innerhalb einer der Wellen auszugehen. Dadurch wird das Wellenbild jedoch nicht klarer. Wenn eine Wellenstruktur einmal so kompliziert geworden ist, dass sie kaum noch lesbar ist, kann sie sich mehrfach weiter verkomplizieren. Daher bin ich der Ansicht, dass wir uns auf die Wellenanalyse des Instruments EUR/USD konzentrieren sollten, das deutlich übersichtlicher aussieht. Man darf zudem nicht vergessen, dass geopolitische Faktoren jederzeit beide Instrumente in einen neuen Abwärtstrend schicken können. Sollte dies ausbleiben, könnten Euro und Pfund im Rahmen von Korrekturen zulegen.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und verständlich sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und erfordern häufig Anpassungen.
- Bei Marktunsicherheit ist es besser, nicht in den Markt einzusteigen.
- Es gibt keine 100%ige Sicherheit über die Richtung von Marktbewegungen, und die kann es auch nie geben. Vergessen Sie nicht den Einsatz schützender Stop-Loss-Orders.
- Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.


