
Das Währungspaar GBP/USD setzte am Freitag seine Abwärtsbewegung fort und beendete den Handelstag in der Nähe der letzten vier lokalen Tiefs. Damit hat das Pfund Sterling erneut das Tief der vergangenen Monate erreicht. Die Gründe bleiben die gleichen: Geopolitik und sonst nichts. Es sei daran erinnert, dass die Bank of England ebenfalls plant, im April die Geldpolitik zu straffen, da die Inflation aller Voraussicht nach auch in Großbritannien deutlich anziehen wird. Allerdings stützen die Erwartungen einer Anhebung des Leitzinses die britische Währung derzeit nicht.
In der kommenden Woche steht eine Reihe wichtiger makroökonomischer Ereignisse an, doch stellt sich sofort die Frage, ob sie die Stimmung der Marktteilnehmer beeinflussen werden. Unserer Einschätzung nach werden die Daten zu Inflation oder Arbeitsmarkt zwar kurzfristig Wirkung zeigen, sie werden jedoch den übergeordneten Trend der vergangenen Monate nicht ändern.
In Großbritannien ist in dieser Woche vor allem die dritte Schätzung des BIP-Berichts für das vierte Quartal von Bedeutung. Es wird erwartet, dass sich die Wachstumsrate auf 1 % abschwächt, was zu diesem Zeitpunkt jedoch kaum noch ins Gewicht fällt. Die Volkswirtschaften vieler Länder dürften sich vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Öl- und Gaspreise verlangsamen. Die interessantesten Veröffentlichungen stehen allerdings in den USA an.
Am Dienstag wird der JOLTs-Bericht über offene Stellen für Februar veröffentlicht, gefolgt vom ADP-Bericht für März, den Einzelhandelsumsätzen für Februar und dem ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe am Mittwoch. Am Freitag werden schließlich die Non-Farm Payrolls (NFP) und die Arbeitslosenquote veröffentlicht. Wie bereits erwähnt, ist es eher unwahrscheinlich, dass diese Daten die allgemeine Marktstimmung drehen, sie können jedoch kurzfristige Bewegungen im Wechselkurs des US-Dollars auslösen.
Aus unserer Sicht sind die Non-Farm Payrolls, die Arbeitslosenquote und der ISM-Index die wichtigsten Veröffentlichungen. Die Zahl der im März neu geschaffenen Stellen könnte bei 48.000 liegen, was weiterhin viel zu niedrig ist, um von einer Erholung des US-Arbeitsmarktes zu sprechen. Zudem weiß derzeit niemand, wie die Wirtschaft im März auf den Konflikt im Nahen Osten reagiert hat. Es ist durchaus möglich, dass die tatsächliche Zahl der Non-Farm Payrolls deutlich niedriger ausfällt. Die Arbeitslosenquote wird bei 4,5 % erwartet (nach 4,4 % im Februar), und der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe könnte leicht zurückgehen. Von den Makrodaten ist daher keine nennenswerte Unterstützung für den US-Dollar zu erwarten. Dennoch könnte der Dollar aufgrund geopolitischer Faktoren weiter aufwerten.
Außerdem kamen am Wochenende Berichte auf, wonach der Iran damit beginnen könnte, amerikanische und israelische Bildungseinrichtungen in der Region anzugreifen. Während Donald Trump möglicherweise mit einigen iranischen Vertretern verhandelt, scheinen diese Gespräche derzeit nur begrenzte Bedeutung zu haben. Die offizielle Position Teherans bleibt unverändert.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares beträgt in den letzten 5 Handelstagen 110 Pips, was für das Pfund/US‑Dollar‑Paar als „hoch“ gilt. Daher erwarten wir am Montag, dem 30. März, eine Bewegung innerhalb einer Spanne, die von den Niveaus 1,3149 und 1,3369 begrenzt wird. Der obere lineare Regressionskanal hat nach unten gedreht, was auf einen Trendwechsel hinweist. Der CCI‑Indikator ist zweimal in den überverkauften Bereich eingetreten und hat eine „bullische“ Divergenz ausgebildet, was erneut vor einem möglichen Ende des Abwärtstrends warnt. Allerdings sind die geopolitischen Faktoren derzeit wichtiger als die technischen Signale.
Nächste Unterstützungsniveaus:
S1 – 1,3184
S2 – 1,3062
S3 – 1,2939
Nächste Widerstandsniveaus:
R1 – 1,3306
R2 – 1,3428
R3 – 1,3550
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD befindet sich seit anderthalb Monaten in einer Korrektur, doch seine langfristigen Perspektiven haben sich nicht verändert. Die Politik von Donald Trump wird weiterhin Druck auf die US‑Wirtschaft ausüben, weshalb es schwierig ist, im Jahr 2026 mit einem Wachstum der amerikanischen Währung zu rechnen. Daher bleiben Long‑Positionen mit Zielen bei 1,3916 und höher relevant, sofern sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Befindet sich der Kurs unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, können kleinere Short‑Positionen mit Zielen bei 1,3184 und 1,3149 in Betracht gezogen werden, wobei der Fokus auf geopolitischen Faktoren liegt. In den letzten Wochen haben sich nahezu alle Nachrichten und Ereignisse gegen das Britische Pfund gewendet, was den Abwärtstrend zusätzlich verlängert.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu erkennen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, deutet dies auf einen starken Trend hin.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, smoothed) zeigt den kurzfristigen Trend und die Richtung an, in die aktuell gehandelt werden sollte.
- Murray‑Levels sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen die Preisspanne an, innerhalb derer das Paar voraussichtlich in den nächsten 24 Stunden gehandelt wird.
- Der CCI‑Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) deutet darauf hin, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.
