Im Stundenchart setzte das Währungspaar GBP/USD seine Abwärtsbewegung am Montag fort und etablierte sich unterhalb der Unterstützungszone von 1,3199–1,3214. Damit könnte der Rückgang heute in Richtung 1,3139 und sogar noch tiefer anhalten. Aktuell gibt es keine erkennbaren Grenzen für die Aufwertung der US-Währung. Ein Anstieg und eine anschließende Konsolidierung des Paares oberhalb der Zone von 1,3199–1,3214 würden hingegen das Pfund begünstigen und einen Anstieg in Richtung des Widerstandsbereichs von 1,3341–1,3352 unterstützen.

Die Wellenstruktur hat sich erneut als „bärisch“ erwiesen. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle überstieg das vorherige Hoch nur um wenige Punkte, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief deutlich durchbrochen hat. Der Nachrichtenhintergrund bleibt für das Pfund schwach, und die geopolitische Lage verschafft den Bären am Markt nahezu vollständige Vorteile. Der Krieg im Iran ist in den letzten Monaten der Hauptgrund für die Stärke der US‑Währung geblieben.
Am Montag gab es weder für das Pfund noch für den Dollar nennenswerte Konjunkturnachrichten. Am Abend hielt jedoch FOMC‑Vorsitzender Jerome Powell eine Rede, die die Bären am Markt leicht enttäuschte. In letzter Zeit haben die Inflationserwartungen ein beispielloses Niveau erreicht, was viele Händler dazu veranlasst hat, 2026 mit einer strafferen Geldpolitik des FOMC zu rechnen. Selbst wenn es jedoch zu einer Straffung kommt, wird dies nicht in naher Zukunft geschehen, wie Powell klarstellte. „Trotz des inflationsbedingten Drucks durch steigende Ölpreise ist die Fed in einer guten Position, abzuwarten und zu beobachten“, sagte der FOMC‑Chef. Diese Aussage führte gestern Abend zu einem kurzfristigen Rückzug der Bären. Derzeit ist es jedoch nicht Powell, der den Dollar‑Wechselkurs oder die Marktstimmung „steuert“. Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu, sodass Händler zunehmend dazu neigen, ihre Vermögenswerte in den Dollar umzuschichten, den viele als besten „sicheren Hafen“ betrachten. Daher gehe ich davon aus, dass selbst bei einer Lockerung der Fed‑Politik die Nachfrage nach dem Dollar nicht nachlassen wird, solange sich die Situation am Ölmarkt und der Krieg im Iran nicht zu verbessern beginnen.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb eines abwärtsgerichteten Trendkanals konsolidiert, was den Bullen jedoch absolut nichts eingebracht hat. Ein erneuter Abprall vom Fibonacci-Niveau von 50,0 % – 1,3439 begünstigte erneut den US‑Dollar, während eine Konsolidierung unterhalb der Zone 1,3340–1,3369 und der Marke von 1,3215 auf eine Fortsetzung des Rückgangs in Richtung 1,3140 und 1,3044 hindeutet. Aktuell sind auf keinem Indikator neue Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der vergangenen Berichtswoche noch bärischer geworden. Bereits seit sieben aufeinanderfolgenden Wochen erhöhen nicht-kommerzielle Marktteilnehmer aktiv ihre Short-Positionen und reduzieren ihre Long-Positionen. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 2.166, während die Short-Positionen um 4.927 zurückgingen. Die Differenz zwischen Long- und Short-Positionen beträgt nun effektiv: 46 Tausend gegenüber 105 Tausend. In den letzten Wochen dominierten die Bären, was angesichts der geopolitischen Lage nicht überrascht. Ich glaube weiterhin nicht an einen langfristigen Bärenmarkt beim Pfund, doch hängt inzwischen alles nicht mehr von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten.
Im vergangenen Jahr wirkte das Pfund im Vergleich zum Dollar wie eine sicherere Währung – stabiler und mit klarerer wirtschaftlicher Perspektive. In den letzten Monaten setzte jedoch zunächst eine Korrektur ein, während der Aufwärtstrend noch intakt blieb, und anschließend begann sich der Konflikt im Nahen Osten beinahe täglich zuzuspitzen. Geopolitik bleibt der einzige Grund für die Aufwertung der US-Währung.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
- Vereinigtes Königreich – BIP-Veränderung für das vierte Quartal (06:00 UTC).
- Vereinigte Staaten – Veränderung der JOLTS-Stellenangebote (14:00 UTC).
Am 31. März enthält der Wirtschaftskalender zwei Veröffentlichungen, die erneut im Schatten geopolitischer Ereignisse stehen könnten. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung könnte am Dienstag gering bleiben.
GBP/USD Prognose und Trading-Empfehlungen:
Verkäufe des Währungspaares waren nach einer Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,3341–1,3352 im Stundenchart mit Kursziel 1,3199–1,3214 möglich. Das Ziel wurde erreicht. Ein Abprall von dieser Zone nach unten würde neue Short-Positionen mit Zielen bei 1,3139 und 1,3016 ermöglichen. Käufe werden nach einer Konsolidierung oberhalb der Marke von 1,3199–1,3214 mit Ziel 1,3341–1,3352 möglich.
Fibonacci-Niveaus sind im Stundenchart von 1,3341–1,3866 und im 4-Stunden-Chart von 1,3012–1,3868 eingezeichnet.
