
Am Mittwoch legte das Pfund um mehr als 0,70 % zu, begünstigt durch eine verbesserte Risikobereitschaft nach Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump, wonach die Vereinigten Staaten „relativ schnell aus Iran aussteigen“ würden. Das Währungspaar GBP/USD stieg über die psychologisch wichtige Marke von 1,3300, nachdem es sich vom Tagestief bei 1,3216 erholt hatte, auch wenn das Potenzial für weitere Gewinne begrenzt bleibt.
Der Marktoptimismus nahm zu, nachdem Meldungen über ein mögliches baldiges Ende des Konflikts im Nahen Osten aufgekommen waren, was die globalen Aktienindizes stützte und den US‑Dollar angesichts einer geringeren Nachfrage nach sicheren Häfen schwächte. Gleichzeitig sorgen gemischte Signale weiterhin für Unsicherheit: Medienberichte deuten darauf hin, dass Trump auch aggressivere Szenarien prüft, einschließlich Fragen im Zusammenhang mit der Insel Kharg, was die Märkte daran hindert, auf eine nachhaltige Deeskalation zu vertrauen.
Zusätzlichen Druck auf den Dollar übten US‑Konjunkturdaten aus. Der ISM Manufacturing PMI für März stieg von 52,5 auf 52,7, während die Komponente „bezahle Preise“ auf 78,3 kletterte – den höchsten Stand seit fast vier Jahren – und damit auf zunehmenden Inflationsdruck hinwies. Zuvor waren die US‑Einzelhandelsumsätze im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,6 % gestiegen, und der ADP‑Bericht zeigte einen Zuwachs der Beschäftigung im Privatsektor um 62.000 Stellen, was das Bild einer widerstandsfähigeren US‑Wirtschaft untermauerte.
Zugleich vermochten die Äußerungen von Vertretern der Federal Reserve den Dollar nicht nennenswert zu stützen. Thomas Barkin stellte fest, dass der Energieschock von Haushalten und Unternehmen nach wie vor als vorübergehend wahrgenommen werde, warnte jedoch vor dem Risiko einer Verschiebung der Inflationserwartungen. Alberto Musalem erklärte, die derzeitige Geldpolitik sei weiterhin angemessen und erfordere keine sofortigen Anpassungen, räumte jedoch ein, dass es inflationsseitige Risiken im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten gebe.
Für das Pfund bleibt die Schwäche der britischen Wirtschaft ein weiterer begrenzender Faktor: Der S&P Global UK Manufacturing PMI für März fiel auf 51 und blieb damit unter der vorläufigen Schätzung von 51,4. Vor diesem Hintergrund warnte der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, die Märkte, sie seien bei ihren Zinserhöhungserwartungen „der Zeit voraus“, was den gemischten Ausblick für das Pfund unterstreicht.
Aus technischer Sicht hat das Paar die 20‑Tage‑SMA erreicht. Ein Ausbruch darüber würde den Bullen zusätzlichen Rückenwind für weitere Kursgewinne geben, worauf auch die Oszillatoren hindeuten, die bislang noch nicht ins positive Terrain gedreht haben. Der Relative-Stärke-Index liegt jedoch nahe bei 50. Die zentrale Unterstützungszone für das Paar befindet sich bei 1,3216 – dem Tagestief. Sollte diese Marke und das psychologisch wichtige Niveau von 1,3200 nicht halten, könnte sich die Abwärtsbewegung des Paares in Richtung des März‑Tiefs beschleunigen.
