Im Stundenchart ist das GBP/USD-Paar am Donnerstag bis zur Unterstützungszone von 1,3199–1,3214 gefallen. Ein Abprall der Kurse von dieser Zone würde das Pfund unterstützen und einen Anstieg in Richtung des Widerstandsbereichs von 1,3341–1,3352 begünstigen. Eine Konsolidierung der Kurse unterhalb der Marke von 1,3199–1,3214 würde hingegen für eine Fortsetzung des Rückgangs in Richtung 1,3139 und des Fibonacci-Niveaus von 161,8 % bei 1,3016 sprechen.

Die Wellensituation hat sich erneut auf „bearish“ gedreht. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle übertraf das vorherige Hoch nur um wenige Punkte, während die letzte Abwärtswelle das vorherige Tief klar und deutlich durchbrochen hat. Das Nachrichtenumfeld bleibt für das Pfund schwach, und die Geopolitik verschafft den Bären nahezu vollständige Dominanz am Markt. Der Krieg im Iran bleibt in den letzten Monaten der Hauptgrund für die Stärke der US-Währung. Die Bullen können nur auf ein Ende des Krieges im Nahen Osten, fallende Ölpreise und einen Waffenstillstand aller Konfliktparteien hoffen.
Das Nachrichtenumfeld am Donnerstag hat die Bären deutlich unterstützt, da Donald Trump den Markt erneut mit neuen Drohungen gegen Iran schockiert hat. Obwohl der US-Präsident regelmäßig eine friedliche Rhetorik pflegt, versprach er vergangene Nacht erneut, Iran zu zerstören und es in die Steinzeit zurückzubomben. Die Reaktion der Trader war eindeutig – sie verkauften. Heute werden wichtige Berichte zum US-Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit veröffentlicht. Meiner Ansicht nach werden sie diesmal jedoch nur den Status „einfach wichtig“ haben, da Jerome Powell erst in dieser Woche erklärt hat, dass sich das FOMC-Komitee in einer komfortablen Position befindet. Diese komfortable Position besteht darin, dass sich die Federal Reserve leisten kann, abzuwarten und die Entwicklung des inflationsbedingten Prozesses zu beobachten, der mit dem starken Anstieg der Energiepreise einhergeht. Daher werden Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarkt den Ausgang der geldpolitischen Abstimmung des FOMC in naher Zukunft nicht bestimmen. Nichtsdestotrotz bleiben die Berichte bedeutend, und die Trader werden sie nicht ignorieren. Folglich erwarte ich in der zweiten Tageshälfte eine erhöhte Aktivität der Marktteilnehmer.

Im 4-Stunden-Chart konsolidierte sich das Paar oberhalb des abwärtsgerichteten Trendkanals, was den Bullen jedoch überhaupt nichts einbrachte. Die Erholung vom Korrekturlevel von 61,8 % bei 1,3340 wurde beendet, woraufhin eine Umkehr zugunsten des US-Dollars erfolgte und ein neuer Rückgang einsetzte. Eine Konsolidierung des Paares unterhalb des Fibonacci-Levels von 76,4 % bei 1,3215 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung 1,3044 erhöhen. In keinem der Indikatoren sind heute aufkommende Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche noch bärischer geworden. Bereits seit sieben Wochen in Folge erhöhen Non-commercial-Trader aktiv ihre Verkaufspositionen und reduzieren ihre Käufe. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 2.166, während die Zahl der Short-Positionen um 4.927 zurückging. Die Differenz zwischen Long- und Short-Positionen stellt sich jetzt effektiv wie folgt dar: 46 Tausend gegenüber 105 Tausend. In den vergangenen Wochen dominierten die Bären, was angesichts der geopolitischen Lage nicht weiter überrascht. Ich glaube weiterhin nicht an einen langfristigen Abwärtstrend für das Pfund, doch hängt nun alles nicht mehr von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten.
Im vergangenen Jahr wirkte das Pfund im Vergleich zum Dollar wie eine sicherere Währung – stabiler und mit einer klareren wirtschaftlichen Perspektive. In den letzten Monaten setzte jedoch zunächst eine Korrektur ein, während der Aufwärtstrend noch intakt blieb, und anschließend begann sich der Konflikt im Nahen Osten nahezu täglich zu verschärfen. Geopolitik bleibt der einzige Grund für die Stärke der US-Währung.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
- USA – Change in Nonfarm Payrolls (12:30 UTC).
- USA – Unemployment rate (12:30 UTC).
Am 3. April stehen im Wirtschaftskalender zwei wichtige Veröffentlichungen. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung könnte am Freitag stark ausfallen. Sollte Trump neue Erklärungen und Drohungen abgeben, könnte der Effekt sich noch verstärken.
GBP/USD-Prognose und Handelstipps:
Ein Verkauf des Währungspaars war bei einem Abprall vom Bereich 1,3341–1,3352 im Stundenchart mit Ziel 1,3199–1,3214 möglich. Dieses Ziel wurde erreicht. Neue Verkäufe sind bei einem Schlusskurs unterhalb der Zone 1,3199–1,3214 mit Kurszielen bei 1,3139 und 1,3016 möglich. Käufe sind heute bei einem Abprall vom Bereich 1,3199–1,3214 mit Ziel 1,3341–1,3352 denkbar.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart ausgehend von 1,3341–1,3866 und im 4-Stunden-Chart ausgehend von 1,3012–1,3868 berechnet.
