Am vergangenen Wochenende hat US-Präsident Donald Trump noch schärfer damit gedroht, iranische Kraftwerke zu zerstören und über das Land die „Hölle“ hereinbrechen zu lassen.
Der Iran hat Trumps jüngstes Ultimatum zur Wiederöffnung der Straße von Hormus bereits zurückgewiesen und erklärt, er werde den Betrieb erst dann vollständig wieder aufnehmen, wenn er eine Entschädigung für kriegsbedingte Schäden erhalten habe. Teheran setzte derweil seine Angriffe auf Energieanlagen in benachbarten Golfstaaten fort, darunter den Hauptsitz des nationalen Ölkonzerns von Kuwait.

Für heute wird eine weitere Pressekonferenz von Trump erwartet, und das Ultimatum läuft morgen um 03:00 Uhr Moskauer Zeit ab.
All dies deutet darauf hin, dass die Spannungen in der Region einen kritischen Punkt erreicht haben. Die neue Rhetorik aus Washington beunruhigt internationale Beobachter, die Anzeichen für eine mögliche Intensivierung des Konflikts im Nahen Osten sehen – bis hin zum Beginn einer Bodenoffensive. Drohungen gegen zivile Infrastruktur, etwa gegen Kraftwerke, verstoßen gegen internationale Normen und könnten zu katastrophalen humanitären Folgen führen.
Iran wiederum zeigt Entschlossenheit, seine Interessen zu verteidigen und auf äußeren Druck zu reagieren. Die Erklärung, dass die Straße von Hormus erst nach Entschädigung für Kriegsschäden wieder geöffnet werde, unterstreicht den tiefen Groll und das Bestreben, eine Anerkennung der Verluste zu Irans Bedingungen durchzusetzen. Auch wenn diese Position wie ein Ultimatum klingt, spiegelt sie Irans Ziel wider, aus seiner Sicht Gerechtigkeit wiederherzustellen und die Lage zu seinen eigenen Bedingungen zu stabilisieren.
Angriffe auf Energieinfrastruktur in Nachbarländern, darunter auch Kuwait, sind ein deutliches Signal für Irans Bereitschaft, asymmetrische Hebel einzusetzen. Solche Aktionen gegen kritische Infrastruktur können weitreichende Folgen für die gesamte regionale Wirtschaft und die Energiesicherheit haben. Dies erschwert das ohnehin fragile Kräftegleichgewicht und erhöht das Risiko einer weiteren Ausweitung des Konflikts.
Gestern berichtete Axios, dass die USA, Iran und regionale Vermittler über Bedingungen für einen möglichen 45-tägigen Waffenstillstand verhandeln, der zu einer Beendigung der Feindseligkeiten führen könnte, was den Druck auf Risikoanlagen vorübergehend verringerte. Die Chancen, innerhalb der nächsten 48 Stunden eine Einigung zu erzielen, sind jedoch gering.
Zur Erinnerung: Am 26. März setzte Trump Iran eine Frist von 10 Tagen, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen, die ebenfalls morgen abläuft.
Am Devisenmarkt dürfte sich der US-Dollar bei einer Verschärfung des Krieges im Nahen Osten wahrscheinlich schnell gegenüber Risikoanlagen, darunter dem Euro und dem Pfund, wieder stärken.
Was das aktuelle technische Bild des EUR/USD angeht, müssen Käufer nun überlegen, wie sie das Niveau von 1,1540 überwinden können. Nur dann wird ein Test von 1,1590 möglich. Von dort aus wäre ein Anstieg auf 1,1630 denkbar, allerdings dürfte dies ohne Unterstützung durch große Marktteilnehmer recht schwierig werden. Das entfernteste Ziel ist das Hoch bei 1,1662. Fällt das Instrument nur in den Bereich von 1,1510, rechne ich mit deutlicher Aktivität großer Käufer. Bleiben diese aus, wäre es sinnvoll, auf eine Erneuerung des Tiefs bei 1,1485 zu warten oder Long-Positionen ab 1,1445 zu eröffnen.
Beim aktuellen technischen Bild für GBP/USD müssen Pfund-Käufer den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3230 überwinden. Nur dann wird ein Ziel bei 1,3260 möglich, oberhalb dessen der Durchbruch recht schwierig werden dürfte. Das entfernteste Ziel liegt im Bereich von 1,3300. Kommt es zu einem Rückgang, werden die Bären versuchen, die Kontrolle über die Marke von 1,3200 zu übernehmen. Gelingt ihnen dies, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne die Positionen der Bullen deutlich schwächen und GBP/USD in Richtung des Tiefs bei 1,3160 drücken, mit Aussicht auf einen weiteren Rückgang bis 1,3130.
