
Das Wellenmuster im 4‑Stunden‑Chart für EUR/USD hat sich verändert. Vom Abbruch des seit Januar vergangenen Jahres laufenden Aufwärtstrendsegments (unterer Chart) kann zwar noch keine Rede sein, aber die Wellenstruktur wirkt derzeit sehr uneindeutig. In solchen Situationen empfehle ich stets, auf einen niedrigeren Zeitrahmen (oberer Chart) zu wechseln und sich auf die einfachsten und kleinsten Wellenstrukturen zu konzentrieren, um eine kurzfristige Prognose zu erstellen, die für das Eröffnen von Positionen ausreicht. Wellenstrukturen können sehr komplex sein und viele verschiedene Szenarien zulassen. Am einfachsten lässt sich nach dem klassischen „Fünf‑Drei‑Muster“ handeln.
Im obigen Chart kann ich eine klassische fünfwellig-impulsive Struktur mit verlängerter dritter Welle erkennen. Falls dies tatsächlich zutrifft, ist diese Struktur abgeschlossen und wir können mit der Bildung einer korrektiven Sequenz von mindestens drei Wellen rechnen. Daher ist in naher Zukunft ein Anstieg der Notierungen des Instruments zu erwarten, allerdings im Rahmen einer Korrektur relativ zum jüngsten Trendsegment. Derzeit fügen sich die jüngsten Wellenstrukturen nur schlecht in die Zählung der höheren Ebene ein, doch die Situation sollte sich mit der Zeit klären. Kurzfristig ist eine Erholung des Euro in Richtung der Marken 1,1666 und 1,1745 möglich.
Das Währungspaar EUR/USD ist am Montag um 40 Basispunkte gestiegen, obwohl ein weiterer Rückgang nicht überrascht hätte. Bereits am Freitag hätte das Paar aufgrund der sehr starken und positiven US‑Arbeitsmarktdaten um etwa 100 Punkte fallen können. Die Erklärung „Ostern“ überzeugt mich persönlich nicht. Der Markt hat nicht nur starke Daten ignoriert, sondern genau solche, die den US‑Dollar stützen. Daher ist der Abwärtsimpuls wahrscheinlich ausgelaufen.
Donald Trump mag anderer Meinung sein, da er jederzeit einen weiteren Schlag gegen den Iran anordnen könnte. Der Markt entfernt sich jedoch allmählich vom „Handeln auf Trump“. Der US‑Dollar bleibt zweifellos der sicherste Anlagewert, aber man sollte beachten, dass die Flucht in den Dollar typischerweise nur in der frühen Phase schwieriger geopolitischer Perioden zu beobachten ist. Später lenken Investoren ihre Mittel in Vermögenswerte um, die nicht nur Schutz bieten, sondern auch Rendite generieren können. Daher könnte der US‑Dollar in diesem Moment seinen Auftrieb bereits ausgeschöpft haben.
In den vergangenen zwei Monaten sind meiner Ansicht nach genügend schwache Konjunkturdaten aus den USA gekommen, um Käufer wieder in den Markt zu holen. Jetzt beobachten wir eine Passivität der Verkäufer, obwohl sich die Lage im Nahen Osten nicht verbessert und die Arbeitsmarktdaten erstmals seit Langem wieder positiv ausgefallen sind. Auf Basis all dessen gehe ich davon aus, dass sich die Korrekturstruktur weiterentwickeln wird. Folglich erwarte ich einen Anstieg des Instruments in Richtung der Marke von 1,17.
Allgemeine Schlussfolgerungen
Auf Grundlage der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem Aufwärtstrendsegment (unterer Chart) befindet, während es kurzfristig eine abwärtsgerichtete Wellenfolge abgeschlossen hat. Da die fünfwellig-impulsive Struktur beendet ist, können die Leser in der kommenden Woche mit Kursanstiegen in Richtung der Ziele um 1,1666 und 1,1745 rechnen, die den Fibonacci‑Niveaus von 38,2 % bzw. 50,0 % entsprechen. Die weitere Entwicklung wird vollständig von den Ereignissen im Nahen Osten abhängen.
Auf dem kleineren Zeitrahmen ist das gesamte Aufwärtstrendsegment sichtbar. Die Wellenstruktur ist nicht ganz standardmäßig, da die Korrekturwellen hinsichtlich ihrer Größe variieren. So ist beispielsweise die Welle 2 höheren Grades kleiner als die innere Welle 2 innerhalb der Welle 3. Solche Konstellationen kommen jedoch vor. Ich möchte daran erinnern, dass es besser ist, klare und verständliche Strukturen im Chart zu identifizieren, als die Analyse zwanghaft an jede einzelne Welle zu koppeln. Der Trend kann sich in naher Zukunft umkehren.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und häufig Änderungen unterworfen.
- Wenn keine Klarheit darüber besteht, was am Markt geschieht, ist es besser, außen vor zu bleiben.
- Absolute Gewissheit über die Marktrichtung ist unmöglich. Nutzen Sie stets schützende Stop‑Loss‑Orders.
- Die Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.

