
Gold versuchte, seine Intraday-Gewinne auszubauen und stieg am Montag in Richtung der runden Marke von 4.700 US-Dollar je Unze. Laut Bloomberg, unter Berufung auf Axios, verhandeln die USA, Iran und regionale Vermittler über eine mögliche 45-tägige Unterbrechung der Feindseligkeiten, die ein Schritt hin zu einem vorübergehenden Waffenstillstand sein könnte. Diese Erwartungen schwächen die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen und ermöglichen es Gold, sich zu stärken.

Das Aufwärtspotenzial für das Edelmetall bleibt jedoch begrenzt, da weltweit mit anhaltend hohen Zinsen gerechnet wird, was seine Attraktivität mindert. Die Märkte gehen davon aus, dass der durch den Krieg im Nahen Osten verursachte Anstieg der Energiepreise den Inflationsdruck erneut erhöhen wird und dadurch die wichtigsten Zentralbanken – einschließlich der Federal Reserve – zu einer weiterhin strafferen Geldpolitik zwingt.
Die Ölpreise notieren über 100 US-Dollar pro Barrel, nachdem US-Präsident Donald Trump damit gedroht hat, iranische Infrastruktur anzugreifen, falls die Straße von Hormus nicht bis Dienstag wieder geöffnet wird.
Als Reaktion darauf erklärte Teheran, dass der Transit über diese strategisch wichtige Route nur dann wieder aufgenommen werde, wenn ein Teil der Erlöse zur Kompensation kriegsbedingter Schäden verwendet wird. Zudem warnte ein Berater des obersten iranischen Führers, Ali Akbar Velayati, dass Widerstandskräfte ihre Aktivitäten in der Bab-el-Mandeb-Straße im Roten Meer – einem weiteren wichtigen Verkehrsknotenpunkt – ausweiten könnten. All dies erhöht das Risiko von Störungen globaler Lieferketten und stützt die anhaltend hohen Ölpreise.
Die positiven US Nonfarm Payrolls (NFP), die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurden, bestätigten die Widerstandsfähigkeit des US-Arbeitsmarktes und stärkten die Erwartungen, dass die Federal Reserve ihre restriktive Geldpolitik zur Bekämpfung der Inflation beibehalten wird. Dieser Faktor unterstützt – trotz des kurzfristigen Drucks vom Ölmarkt – den US-Dollar und wirkt sich folglich auf die Stimmung am Goldmarkt aus.
Das technische Bild legt jedoch nahe, auf einen bestätigten Rückgang unter 4.700 US-Dollar zu warten, um ein mögliches Ende der jüngsten Aufwärtsbewegung von dem viermonatigen Tief im März bei rund 4.100 US-Dollar zu bestätigen. Vorerst hat Gold weiterhin die Chance, seine Aufwärtsbewegung fortzusetzen.
Es ist jedoch zu beachten, dass die Oszillatoren im Tageschart negativ bleiben und damit eher die bärischen Marktteilnehmer begünstigen.
