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FX.co ★ Gold steigt während der europäischen Sitzung; China erhöht Goldkäufe trotz Preisrückgang

Gold steigt während der europäischen Sitzung; China erhöht Goldkäufe trotz Preisrückgang

Gold steigt während der europäischen Sitzung; China erhöht Goldkäufe trotz Preisrückgang

Am Dienstag stiegen die Gold-Futures während der europäischen Sitzung im Zuge einer anhaltenden Neubewertung geopolitischer Risiken und der Dollardynamik. Die Marktbewegung wirkt jedoch eher „technisch“, mit spürbarer Volatilität und widersprüchlichen makroökonomischen Signalen.

Auf der COMEX (Teil der New York Mercantile Exchange) werden Gold-Futures mit Fälligkeit im Juni bei 4.685,62 US-Dollar je Feinunze gehandelt. Das Sitzungshoch lag bei 4.825,90 US-Dollar je Unze. Unterdessen scheint Gold bei 4.580,40 US-Dollar Unterstützung gefunden zu haben, während der Widerstand bei 4.825,90 US-Dollar gedeckelt ist – ein besonders wichtiger Bereich für Trader, die sich auf Ausbrüche und Rückläufe an entscheidenden Kursniveaus konzentrieren.

Der Futures-Kontrakt auf den USD-Index, der die Entwicklung des US-Dollars gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen widerspiegelt, gab um 0,04 % nach und wird bei rund 99,76 gehandelt. Ein rückläufiger Index stützt in der Regel Edelmetalle, doch das Tempo der Erholung von Gold bleibt begrenzt – bedingt durch den anhaltenden Druck auf Risikoanlagen und die Erwartungen an den künftigen Zinskurs.

Parallel zu Gold bewerteten Anleger auch die Entwicklung verwandter Instrumente:
  • Die Mai-Silber-Futures fielen um 0,82 % auf 72,25 US-Dollar je Feinunze;
  • die Mai-Kupfer-Futures gaben um 0,33 % auf 5,58 US-Dollar je Pfund nach.

Die Schwäche bei Silber und Kupfer verdeutlicht, dass die Nachfrage nach Metallen uneinheitlich bleibt: Gold wird zum Teil von strukturellen Faktoren gestützt, während die industriellen Komponenten stärker auf die allgemeine Marktstimmung und die Bewegungen des US-Dollars reagieren.

Gold steigt während der europäischen Sitzung; China erhöht Goldkäufe trotz Preisrückgang

Einer der bedeutendsten Faktoren bleibt weiterhin das Verhalten der offiziellen Nachfrage. Laut Bloomberg hat die People's Bank of China im März die größte Goldmenge seit über einem Jahr gekauft und damit Chinas Rolle als Eckpfeiler der Nachfrage nach dem Metall bekräftigt – insbesondere vor dem Hintergrund des Drucks auf Gold durch den Krieg im Nahen Osten.

Den am Dienstag veröffentlichten Daten zufolge stiegen die chinesischen Goldreserven um 160.000 Feinunzen (rund 5 Tonnen). Es wird hervorgehoben, dass die Käufe bereits seit 17 Monaten in Folge andauern – das verstärkt das Signal einer strategischen Akkumulation.

Außerdem wurde berichtet, dass:

  • die gesamten Reserven der PBOC 74,38 Millionen Feinunzen erreicht haben;
  • der Dollarwert dieser Vermögenswerte auf 342,76 Milliarden US-Dollar von 387,59 Milliarden US-Dollar im Vormonat gesunken ist, was bedeutet, dass der Wert trotz des Anstiegs im physischen Volumen auf Basis der aktuellen Preise gefallen sein könnte.

Im März ist der Goldpreis um 12 % gefallen und verzeichnete damit das schlechteste Monatsergebnis seit 2008. Der Druck nahm zu angesichts eines stärkeren Dollars und der Sorge, dass die Fed angesichts eines Inflationsanstiegs eine Zinssenkung hinauszögern könnte. Zusätzlich wurde das Metall durch Verkäufe belastet, da einige Anleger Vermögenswerte veräußerten, um Verluste in anderen Märkten auszugleichen.

Am Dienstag notiert Spot-Gold nahezu unverändert bei rund 4.655 US-Dollar je Unze. Ende Januar hatten die Preise nahezu ein Rekordhoch erreicht und stoppten knapp unter der Marke von 5.600 US-Dollar.

Am Markt wächst die Sorge, dass Goldverkäufe durch Zentralbanken zu einem weiteren Preisrückgang beitragen könnten. Zudem gehen einige Marktteilnehmer im Szenario eines anhaltenden Konflikts im Nahen Osten davon aus, dass Zentralbanken mit einer Kombination aus stark steigender Inflation, rückläufigem Wirtschaftswachstum und Währungsabwertung konfrontiert sein könnten, was eine Veräußerung eines Teils ihrer Reserven erforderlich machen würde.

So hat beispielsweise die Zentralbank der Türkei im März etwa 60 Tonnen verkauft und über Swaps getauscht, um die Lira zu stützen.

Gleichzeitig hält der UBS-Stratege Joni Teves es für „äußerst unwahrscheinlich, dass im offiziellen Sektor ein struktureller Trendbruch stattgefunden hat“. Seiner Prognose nach wird der globale offizielle Sektor in diesem Jahr zwischen 800 und 850 Tonnen Gold erwerben, nur geringfügig weniger als die rund 860 Tonnen, die im Jahr 2025 gekauft wurden. Teves bewertet, dass kein nachhaltiger struktureller Wendepunkt in Sicht ist.

Er merkt zudem an, dass gelegentliche Verkäufe einzelner Zentralbanken möglich sind – eher in Phasen, in denen Zentralbanken unter relativ stabilen Bedingungen Reserven aufbauen, als in Situationen, in denen sie einem fallenden Markt „hinterherlaufen“.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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