
Das Währungspaar GBP/USD bewegte sich am Mittwoch in die gleiche Richtung wie das EUR/USD-Paar. Im Verlauf des Tages zielte das britische Pfund klar darauf ab, einen großen Teil der Verluste der vergangenen zwei Monate wieder aufzuholen. Zur Erinnerung: In diesem Zeitraum verlor das Pfund in etwa so viel wie der Euro, allerdings schien sein Rückgang häufig stärker auszufallen. Noch gestern legte das britische Pfund mühelos um 200 Punkte zu.
Doch lässt sich der Markt von seinen eigenen Hoffnungen täuschen? Gestern Nachmittag waren im Nahen Osten erneut Explosionen zu hören. Es wurde bekannt, dass die USA eine Ölraffinerie auf der iranischen Insel Kharg angegriffen haben. Zumindest sind dies die Informationen, die von den Medien verbreitet werden. Kurz darauf wurde gemeldet, dass Israel mit Bombardierungen im Libanon begonnen habe und Iran im Gegenzug Anlagen in den VAE und in Kuwait beschossen habe. Ehrlich gesagt wirkt es so, als sei die Waffenruhe beendet. Natürlich ist es schwierig zu beurteilen, wer als Erster die Waffenruhe gebrochen hat, aus welchen Gründen und wer überhaupt Teil dieser Vereinbarung war. Fakt ist jedoch, dass alle Konfliktparteien wieder Raketen abfeuern.
Natürlich würde man gern glauben, dass es sich nur um ein militärisches Versehen handelt. Vielleicht hat jemand im militärischen Kommando den Befehl zur Einstellung der Kampfhandlungen nicht erhalten oder etwas in dieser Art. Aber der massenhafte Beschuss mehrerer Staaten im Persischen Golf wirkt alles andere als ein Versehen. Interessanterweise reagierte der Devisenmarkt auf die neuen Luftangriffe kaum – zumindest in den ersten Stunden nach deren Beginn. Dennoch kennen wir nicht alle Einzelheiten der sogenannten Waffenruhe. Möglich ist, dass die Vereinbarung nur zwischen den USA und Iran getroffen wurde, während Israel keinerlei Verpflichtungen eingegangen ist. Es könnte ein geschickter Schachzug von Donald Trump sein, um seinen iranischen Gegenspieler in Sicherheit zu wiegen. Trump schien Irans Forderungsliste nahezu widerstandslos zu akzeptieren.
Auf jeden Fall lässt sich nur sagen, dass die Waffenruhe im Nahen Osten äußerst unsicher und flüchtig ist. Sollte sich heute herausstellen, dass die Waffenruhe lediglich ein (wenn auch etwas verspäteter) Aprilscherz von Trump war, könnten die Märkte rasch in ihren vorherigen Zustand zurückfallen. Allerdings sei noch einmal betont: In den ersten Stunden nach dem Angriff reagierten die Märkte überhaupt nicht auf die neuen Kampfhandlungen. Hoffen wir das Beste.
Aus technischer Sicht zeigt der Tageschart, dass das britische Pfund sich nahezu bis zum 35. Level erholt hat, während der höchste Kurs der letzten vier Jahre bei 1,3868 lag. Das bedeutet, dass dem britischen Pfund nur etwa 400 Punkte fehlen, um die diesjährigen Höchststände zu erreichen – ähnlich wie beim Euro. In den vergangenen Wochen sind sowohl der Euro als auch das Pfund nur widerwillig gefallen, und wir haben darauf hingewiesen, dass in beiden Fällen die Aufwärtstrends auf dem täglichen Zeitrahmen weiterhin intakt sind. Und auf Grundlage nur eines geopolitischen Faktors wird der Dollar nicht weit kommen.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares GBP/USD in den letzten fünf Handelstagen beträgt zum 9. April 112 Pips und wird als „durchschnittlich“ eingestuft. Wir erwarten, dass sich das Paar innerhalb einer Spanne zwischen den Marken von 1,3328 und 1,3552 bewegt. Der obere Kanal der linearen Regression hat nach unten gedreht, was auf einen möglichen Trendwechsel hinweist. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und warnt vor einer möglichen Abwärtskorrektur in naher Zukunft.
Nächste Unterstützungsniveaus:
- S1 – 1,3428
- S2 – 1,3367
- S3 – 1,3306
Nächste Widerstandsniveaus:
- R1 – 1,3489
- R2 – 1,3550
- R3 – 1,3611
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD befindet sich seit eineinhalb Monaten in einer Abwärtsbewegung, doch seine langfristigen Aussichten haben sich nicht verändert. Die Politik von Trump wird die US-Wirtschaft weiterhin unter Druck setzen, weshalb wir 2026 nicht mit einem Wachstum des Dollars rechnen. Daher bleiben Long-Positionen mit Kurszielen bei 1,3916 und darüber relevant, solange sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Befindet sich der Kurs unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, können Short-Positionen mit Zielen bei 1,3184 und 1,3144 auf Basis geopolitischer Überlegungen in Betracht gezogen werden. In den letzten Monaten haben nahezu alle Nachrichten und Ereignisse gegen das Britische Pfund gesprochen und zu einem lang anhaltenden Abwärtstrend geführt. Die Geopolitik bleibt der Schlüsselfaktor.Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu identifizieren. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, ist der Trend stark.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20.0, smoothed) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.
- Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) stellen den wahrscheinlichen Preiskanal dar, in dem sich das Paar auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren am folgenden Tag voraussichtlich bewegen wird.
- CCI-Indikator: Sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass sich eine Trendumkehr in die Gegenrichtung nähert.
