Im Stundenchart stieg das Währungspaar GBP/USD am Mittwoch bis zum Widerstandsbereich von 1,3437–1,3465, prallte davon ab, drehte zugunsten des US-Dollars und begann, in Richtung der Unterstützungszone von 1,3341–1,3352 zu fallen. Eine Konsolidierung unterhalb dieser Zone würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung der nächsten Unterstützung bei 1,3177–1,3199 erhöhen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,3437–1,3465 würde es den Tradern ermöglichen, mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends in Richtung des Widerstandsbereichs von 1,3526–1,3539 zu rechnen.

Die Wellensituation hat wieder auf „bullisch“ gedreht. Die jüngste Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch durchbrochen, während die letzte abgeschlossene Abwärtswelle das vorherige Tief nicht unterschritten hat. Die Geopolitik hatte den Bären für fast zwei Monate nahezu die vollständige Dominanz am Markt verschafft, doch nun beginnt sich der geopolitische Hintergrund zu verbessern, was das Vertrauen der Bullen unmittelbar stärkt. Im Stundenchart ist zudem zu sehen, dass das Paar in den letzten Wochen seitwärts zwischen 1,3177 und 1,3465 gehandelt wurde.
Der Nachrichtenhintergrund spielte am Mittwoch den Bullen in die Hände, allerdings nur vorübergehend. Unmittelbar nach den Äußerungen von Donald Trump über die Vereinbarung eines zweiwöchigen Waffenstillstands mit dem Iran und die Freigabe der Straße von Hormus sahen wir einen rasanten Aufwärtsimpuls. Bereits am Mittwochnachmittag begann jedoch Israel, den Libanon anzugreifen, während der Iran Ziele in Bahrain und Kuwait ins Visier nahm. Selbst wenn also ein Waffenstillstand vereinbart wurde, hängt er nun am seidenen Faden, und längst nicht alle Konfliktparteien beteiligen sich daran. Meiner Ansicht nach spiegelt Trumps Waffenstillstand in erster Linie seinen Wunsch wider, das Engagement der USA in diesem Konflikt zu beenden. Ob im Nahen Osten tatsächlich Frieden einkehren wird, scheint den US-Präsidenten weniger zu beschäftigen. Über Nacht begann Trump erneut, dem Iran zu drohen, da er der Auffassung ist, Teheran verstoße gegen die Bedingungen des Waffenstillstands. Teheran wiederum ist der Meinung, die Vereinigten Staaten verstießen gegen die Vereinbarung. Angesichts der Flut geopolitischer Nachrichten dürfte der Markt abermals dazu neigen, Konjunkturdaten zu ignorieren. Heute veröffentlicht die USA ihren BIP-Bericht für das vierte Quartal.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb eines abwärts gerichteten Trendkanals stabilisiert, was den Bullen bislang jedoch keinen echten Vorteil verschafft hat. Die Notierungen des Pfunds sind bis zum 50,0%-Fibonacci-Retracement bei 1,3439 gestiegen, doch dieses Niveau hat in der Vergangenheit bereits zweimal zu Rücksetzern geführt. Die geopolitische Lage beginnt sich zu verbessern, aber die Bullen müssen nun den Bereich um 1,3439 nach oben durchbrechen, um auf einen Trend hoffen zu können. Eine Stabilisierung oberhalb dieses Niveaus würde die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Aufwärtsbewegung in Richtung 1,3540 und 1,3664 erhöhen. In den Indikatoren sind heute keine sich abzeichnenden Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung der Traderkategorie der „Non-commercials“ ist in der vergangenen Berichtswoche leicht weniger bärisch geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 4.845, während die Short-Positionen um 912 zurückgingen. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei rund 51.000 gegenüber 104.000. Sechs Wochen in Folge haben Non-commercial-Trader ihre Verkaufspositionen aktiv ausgebaut und ihre Käufe reduziert, was zu einem starken Ungleichgewicht zwischen Long- und Short-Positionen geführt hat. In den vergangenen Wochen hatten die Bären klar die Oberhand, was angesichts der geopolitischen Lage nicht überrascht. Ich glaube nach wie vor nicht an einen nachhaltigen Bärenmarkt beim Pfund, aber inzwischen hängt alles nicht mehr von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Krieges im Nahen Osten. In den vergangenen Monaten sahen wir zunächst eine Korrektur bei weiterhin intaktem Aufwärtstrend, danach begann sich der Konflikt im Nahen Osten nahezu täglich zuzuspitzen. Geopolitik bleibt der einzige Treiber für die Stärke des US-Dollar.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
- USA – Kernrate der Privaten Konsumausgaben (Core Personal Consumption Expenditures) (12:30 UTC)
- USA – Veränderung des BIP (Q4) (12:30 UTC)
- USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC)
Am 9. April stehen drei Termine im Wirtschaftskalender, wobei das US-BIP der wichtigste ist. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung könnte am Donnerstag eher gering ausfallen. Die Aufmerksamkeit der Trader gilt nach wie vor in erster Linie der Geopolitik.
GBP/USD-Prognose und Trading-Empfehlungen:
Verkäufe des Währungspaares waren nach einem Abprall vom Bereich 1,3437–1,3465 im Stundenchart mit Ziel 1,3341–1,3352 möglich. Diese Positionen können auch heute noch offen gehalten werden. Kaufgelegenheiten könnten sich nach einem Abprall vom Bereich 1,3341–1,3352 mit Ziel 1,3437–1,3465 ergeben oder bei einem Schlusskurs oberhalb von 1,3437–1,3465 mit Ziel 1,3526–1,3539.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,3341 bis 1,3866 und im 4-Stunden-Chart von 1,3012 bis 1,3868 gezogen.
