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FX.co ★ EUR/USD. 9. April. Trump droht Iran erneut

EUR/USD. 9. April. Trump droht Iran erneut

Das Währungspaar EUR/USD stieg am Mittwoch bis zum 76,4%-Fibonacci-Retracement bei 1,1696, prallte von diesem Niveau ab, drehte zugunsten des US-Dollars und begann, in Richtung des 100,0%-Korrekturlevels bei 1,1577 zu fallen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1696 würde den Euro stützen und einen Wiederanstieg in Richtung des nächsten Fibonacci-Levels von 61,8% bei 1,1770 begünstigen.

EUR/USD. 9. April. Trump droht Iran erneut

Die Wellenstruktur im Stundenchart ist recht komplex geworden, beginnt sich aber zu klären. Alle jüngsten Wellen haben sich in etwa in derselben Preisspanne gebildet und sind von ähnlicher Größe. Die jüngsten Nachrichten über eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen Iran und den Vereinigten Staaten haben die Bullen unterstützt und ihnen ermöglicht, eine neue Aufwärtswelle auszubilden. Das Bild erinnert nun an den Beginn eines neuen Aufwärtstrends. Allerdings ist die geopolitische Lage instabil, und der Vormarsch der Bullen hängt vollständig von ihr ab.

Die Märkte zeigten sich am Mittwoch nervös. In der Nacht legte der Euro um mehr als 100 Punkte zu, doch im Tagesverlauf stellten die Bullen ihre Aufwärtsbewegung ein. Der Grund dafür ist, dass die Waffenruhe im Nahen Osten eine recht ungewöhnliche Form angenommen hat. Kaum hatte Donald Trump einen vollständigen Sieg und eine zweiwöchige Waffenruhe verkündet – in deren Verlauf Teheran und Washington eine langfristige Friedensvereinbarung erzielen sollten – und kaum hatte Iran seinerseits seinen vollständigen Sieg erklärt und behauptet, Washington habe alle seine Bedingungen akzeptiert, da wurden im Nahen Osten bereits wieder Schüsse abgefeuert und Raketen gestartet. Es stellte sich heraus, dass Israel den ganzen Tag über Raketenangriffe auf den Libanon geflogen hatte. Berichten zufolge schloss sich Israel zwar der zweiwöchigen Waffenruhe mit Iran an, doch diese galt nicht für den Libanon. Unbekannte Kräfte (vermutlich amerikanische) griffen eine iranische Raffinerie an, während Iran Angriffe auf Bahrain flog. Bilden Sie sich selbst ein Urteil darüber, wie stabil die über Nacht verkündete Waffenruhe tatsächlich war. In der Nacht erklärte Donald Trump, dass die US-Streitkräfte in der Region bleiben würden, bis Iran alle Bedingungen der Waffenruhe erfüllt habe. Für den Fall, dass die Waffenruhe gebrochen werde, kündigte Trump ein „neues, größeres Schießen an, als es je jemand gesehen hat“.

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Im 4-Stunden-Chart ist das Währungspaar bis zum 61,8%-Fibonacci-Niveau bei 1,1706 gestiegen. Ein Rückprall von diesem Niveau würde den US-Dollar begünstigen und zu einem Rückgang in Richtung des 76,4%-Niveaus bei 1,1617 führen. Allerdings ist es den Bullen zuvor gelungen, einen abwärts gerichteten Trendkanal nach oben zu durchbrechen, und der Nachrichtenhintergrund hat sich deutlich zu ihren Gunsten verändert. Daher erscheint eine Konsolidierung oberhalb von 1,1706 und ein weiterer Anstieg in Richtung 1,1778 und 1,1849 wahrscheinlicher. Auf den Indikatoren sind keine neu entstehenden Divergenzen zu erkennen.

Commitments of Traders (COT) Report:

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In der jüngsten Berichtswoche eröffneten professionelle Trader 143 Long-Positionen und 8.915 Short-Positionen. Damit ist der gesamte Vorteil der Bullen, der sich über die vergangenen sieben Wochen aufgebaut hatte, wieder verschwunden. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt nun bei 200.000, während die Short-Positionen 199.000 betragen. Noch vor zwei Monaten verfügten die Bullen unter den nicht-kommerziellen Marktteilnehmern über einen mehr als doppelt so großen Vorsprung.

In der langfristigen Perspektive zeigen die Großanleger insgesamt weiterhin starkes Interesse am Euro. Natürlich beeinflussen globale Ereignisse – an denen es in den vergangenen Jahren nicht mangelte – weiterhin die Anlegerstimmung. Der Markt konzentriert sich derzeit auf den Nahen Osten, wo sich der Konflikt weiter zuspitzt und geografisch ausweitet. In der näheren Zukunft wird der Wechselkurs von Euro und Dollar daher nicht von der Geldpolitik der Federal Reserve oder der EZB bzw. von Konjunkturdaten abhängen, sondern vom Krieg unter Beteiligung des Iran. Bislang profitiert der Dollar am stärksten von dieser Situation.

Konjunkturkalender für die USA und die Eurozone:

  • Eurozone – Veränderung der deutschen Industrieproduktion (06:00 UTC)
  • USA – Core Personal Consumption Expenditures (12:30 UTC)
  • USA – Veränderung des BIP (Q4) (12:30 UTC)
  • USA – Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung (12:30 UTC)

Am 9. April umfasst der Wirtschaftskalender vier Einträge, wobei das US-BIP am bedeutendsten ist. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung könnte am Donnerstag begrenzt bleiben.

EUR/USD-Prognose und Trading-Tipps:

Verkaufsgelegenheiten boten sich nach einem Rebound von 1,1696 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1577. Kaufpositionen wurden nach einer Konsolidierung oberhalb von 1,1577 mit einem Ziel bei 1,1696 empfohlen; dieses Ziel wurde erreicht. Neue Kaufgelegenheiten könnten sich nach einem Schlusskurs über 1,1696 mit einem Ziel bei 1,1770 ergeben.

Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,1577 bis 1,2082 und im 4-Stunden-Chart von 1,1474 bis 1,2082 gezogen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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