logo

FX.co ★ Der japanische Yen wird von Entwicklungen im Persischen Golf beeinflusst

Der japanische Yen wird von Entwicklungen im Persischen Golf beeinflusst

Der Yen reagierte positiv auf Berichte über einen zweiwöchigen Waffenstillstand zwischen den Konfliktparteien im Persischen Golf; jedoch blieb die Aufwertung der Währung begrenzt und kam schnell zum Stillstand.

Der Anstieg der Ölpreise trägt zu höheren Preisen in einer Reihe von Komponenten des japanischen Warenkorbs bei – insbesondere bei Energiequellen sowie bei Nahrungsmitteln, Industriegütern und Dienstleistungen. In der Regel dauert es drei bis fünf Monate, bis sich steigende Ölpreise in der Inflation niederschlagen, sodass die wichtigsten Auswirkungen voraussichtlich im Sommer sichtbar werden. Berechnungen von Mizuho Bank zufolge könnte die Kerninflation im Herbst wieder über 2,5 % steigen, falls die Ölpreise im zweiten Quartal über 90 US‑Dollar bleiben.

Der japanische Yen wird von Entwicklungen im Persischen Golf beeinflusst

Die Bank of Japan hat vor Kurzem neue Schätzungen zur Produktionslücke in der japanischen Wirtschaft veröffentlicht. Diese deuten darauf hin, dass die tatsächliche Wirtschaftsleistung die potenzielle in den vergangenen Jahren überstiegen hat, anstatt – wie zuvor angenommen – darunter zu liegen. Entsprechend gibt es nun weniger Faktoren, die weiteren Zinserhöhungen entgegenstehen. Zu Jahresbeginn wurde der neutrale Zinssatz noch bei rund 1,0 % verortet, inzwischen dürfte er eher näher bei 1,25 % oder sogar 1,50 % liegen.

Angesichts der Gefahr einer Stagflation in Japan muss die Bank of Japan zwischen Inflationsbekämpfung und Nachfrageunterstützung abwägen. Allgemein gilt, dass eine außer Kontrolle geratene Inflation größere Risiken birgt als eine wirtschaftliche Abschwächung. Folgt man dieser Logik, wären bei einer Beschleunigung der Teuerung auch höhere Zinsen zu erwarten. Das wäre zugleich ein unterstützender Faktor für den Yen.

Derzeit liegt die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung auf der BoJ-Sitzung am 27.–28. April bei etwa 50 %. Offensichtlich wird vieles, wenn nicht alles, von den weiteren Entwicklungen im Persischen Golf abhängen, da von dort zwei zentrale Risiken für Japan ausgehen: zum einen mögliche physische Beschränkungen der Ölversorgung und die daraus resultierenden Folgen für die Wirtschaft, zum anderen Auswirkungen auf das Preisniveau und damit verbunden das Risiko eines raschen Inflationsanstiegs.

Die Netto-Short-Position im Yen stieg in der Berichts­woche um 0,57 Mrd. US-Dollar auf –5,74 Mrd. US-Dollar. Die spekulative Positionierung bleibt damit bärisch, während der berechnete faire Wert weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt liegt, auch wenn sich Versuche einer Abwärtswende abzeichnen.

Der japanische Yen wird von Entwicklungen im Persischen Golf beeinflusst

Die Marktaussichten für den Yen bleiben einigermaßen überschaubar und hängen direkt von den Entwicklungen im Persischen Golf ab. Sollte die vereinbarte Waffenruhe nachhaltig Bestand haben und der Öltransport durch die Meerenge wieder aufgenommen werden, dürfte der Yen beginnen, sich zu stärken, da die Gefahr eines raschen wirtschaftlichen Abschwungs in eine Rezession abnimmt. Bleibt die Lage rund um die Meerenge hingegen angespannt, wird dem Yen nichts anderes übrig bleiben, als sich weiter abzuschwächen. Im ersten Fall ist mit einem Rückgang von USD/JPY in Richtung der Unterstützung bei 152 zu rechnen, während im zweiten Fall ein Ausbruch über 171,96 möglich ist; ein weiteres Wachstum dürfte jedoch durch die Drohung von Währungsinterventionen deutlich gebremst werden.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
Go to the articles list Go to this author's articles Open trading account