
Der Waffenstillstand zwischen Iran, den USA und Israel ist zwar tatsächlich zustande gekommen, doch ironischerweise haben die Parteien vergessen, andere in den Konflikt verwickelte Staaten in dieses Abkommen einzubeziehen. Am 8. April feuerte Israel Hunderte Raketen auf den Libanon ab, in der berechtigten Annahme, dass sich der Waffenstillstand nur auf Iran beziehe. Iran wiederum, als Verbündeter des Libanon, wertete den Angriff Israels als Verletzung sämtlicher Vereinbarungen. Teheran schlug umgehend gegen Bahrain und Kuwait zurück und blockierte zudem erneut die Straße von Hormus. Verschiedenen Berichten zufolge nimmt der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus allmählich wieder Fahrt auf, doch volle und sichere Navigation ist weiterhin nicht gewährleistet. Einige Unternehmen sollen bereit sein, 2 Millionen US‑Dollar für die Passage durch die Meerenge zu zahlen, während manche Schiffe Iran freundlich gesinnt sind und einige Tanker den Persischen Golf mit iranischem Öl an Bord verlassen.
Wie geht es weiter? Der nächste Schritt sind neue Verhandlungen, und jede endgültige Vereinbarung muss alle am Konflikt beteiligten Parteien einbeziehen, damit klar ist, wer im Falle eines Scheiterns des Abkommens die Verantwortung trägt. Andernfalls gibt es keine Alternative. Die ersten 24 Stunden nach den US‑iranischen Vereinbarungen haben gezeigt, dass die Probleme unverändert bestehen. Zu viele Staaten sind in den Krieg verwickelt, und zu viele haben unter ihm gelitten, als dass er einfach auf Befehl aus Washington enden könnte. Worauf haben sich Teheran und Washington letztlich geeinigt? Auf eine Beendigung der Feindseligkeiten untereinander, unter Einbeziehung Israels. Und was ist mit den VAE, Katar, Bahrain, dem Libanon, Kuwait und anderen Ländern der Region? Sie haben mit niemandem irgendetwas verhandelt.

Genau deshalb wirkt Trumps Friedensabkommen eher befremdlich. Es scheint, als wolle der US-Präsident Amerika aus der Gleichung im Nahen Osten und aus der NATO herauslösen. Trumps militärisches Eingreifen im Nahen Osten hat das Offensichtliche bestätigt: Die USA haben in Europa keine Verbündeten. Kein europäisches Land ist bereit, in den Krieg zu ziehen, nur weil Trump das beschlossen hat. Zumal Trump Anfang dieses Jahres ernsthaft eine militärische Übernahme von Grönland in Erwägung zog und 2025 Handelssanktionen gegen Europa verhängte. Welche Partnerschaft soll da noch zur Debatte stehen? Trump will nicht „den Krieg im Nahen Osten beenden“, sondern ihn „für die USA beenden“. Er will die Straße von Hormus wieder öffnen, um den Inflationsdruck auf die Wirtschaft zu verringern und die Unzufriedenheit der amerikanischen Wähler vor den Kongresswahlen zu dämpfen.
Wellenbild für EUR/USD:
Auf Basis der durchgeführten Analyse des EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Trendsegment befindet, sich kurzfristig jedoch in einer Korrekturstruktur bewegt. Das Korrekturwellenmuster wirkt weitgehend abgeschlossen und könnte nur dann eine komplexere, ausgedehntere Form annehmen, wenn ein tragfähiger Waffenstillstand zwischen Iran, den USA, Israel und ALLEN anderen Ländern im Nahen Osten zustande kommt. Andernfalls gehe ich davon aus, dass sich von den aktuellen Niveaus aus ein neues abwärtsgerichtetes Wellenmuster auszubilden beginnen kann.
Wellenbild für GBP/USD:
Das Wellenmuster für das Instrument GBP/USD ist im Laufe der Zeit, wie erwartet, klarer geworden. Wir sehen nun in den Charts eine eindeutig fünfteilige Abwärtsstruktur mit einer Extension in der dritten Welle. Falls dies tatsächlich zutrifft und die Geopolitik nicht in naher Zukunft einen neuen Einbruch des Instruments auslöst, ist mit der Ausbildung einer mindestens dreiteiligen Korrekturstruktur zu rechnen, innerhalb derer das Pfund bis in den Bereich von 1,3429 und 1,3512 steigen könnte, was den Fibonacci-Niveaus von 38,2 % und 50,0 % entspricht. Allerdings verschlechtert sich die geopolitische Lage bereits, und die dreiwellige Korrektur beim EUR/USD wirkt abgeschlossen. Sollte sich die Situation also nicht bald klären, könnten beide Instrumente damit beginnen, ein neues abwärtsgerichtetes Wellenmuster auszubilden.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und häufig Veränderungen unterworfen.
- Besteht keine ausreichende Sicherheit über die Marktentwicklung, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.
- Es gibt niemals 100%ige Gewissheit über die Bewegungsrichtung. Denken Sie stets daran, schützende Stop-Loss-Orders zu verwenden.
- Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.

