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FX.co ★ EUR/USD: Smart-Money-Analyse – Hat der Euro noch Chancen auf einen Anstieg?

EUR/USD: Smart-Money-Analyse – Hat der Euro noch Chancen auf einen Anstieg?

Das Währungspaar EUR/USD stieg den fünften Tag in Folge, getragen von der Erwartung einer Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Iran und den Vereinigten Staaten – Erwartungen, die sich letztlich nicht erfüllten. Ohne zu kategorisch klingen zu wollen, waren die Chancen auf einen dauerhaften Frieden nach nur einem offiziellen Treffen zwischen den USA und Iran von vornherein äußerst gering. Dennoch setzten Händler auf ein positives Ergebnis, und das Kursmuster unterstützte schließlich die Bullen, was den Euro im Wochenverlauf nach oben trieb.

Die Aufwärtsreaktion setzte an der bullischen Imbalance 12 ein, von wo aus die Aufwärtsbewegung begann. Natürlich hätte diese Rallye ohne den geopolitischen Rückenwind gegen die Bären womöglich gar nicht stattgefunden. Dennoch ist das Muster an sich keineswegs bedeutungslos. Tradern bot sich die Gelegenheit, Long-Positionen zu eröffnen, die aktuell deutlich im Plus liegen. Allerdings hat sich der geopolitische Hintergrund am Wochenende deutlich verändert, und nun wird es für die Bullen schwieriger, ihre Aufwärtsbewegung fortzusetzen. Derzeit liegen keine bärischen Signale vor; im Gegenteil, ein neues bullisches Muster hat sich ausgebildet – dennoch würde ich Käufe im EUR/USD nun mit Vorsicht angehen.

EUR/USD: Smart-Money-Analyse – Hat der Euro noch Chancen auf einen Anstieg?

Die gesamte Stärke des US-Dollar in den vergangenen eineinhalb bis zwei Monaten war ausschließlich geopolitisch getrieben. Kaum hatten die USA und Iran eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart, zogen sich die Bären sofort zurück und die Bullen drängten nach vorn. Der Waffenstillstand ist derzeit zwar fragil, hält aber, obwohl die Verhandlungen in Islamabad gescheitert sind.

Ich habe wiederholt betont, dass ich trotz des Bruchs wichtiger, trendbildender Tiefs nicht an ein Ende des Aufwärtstrends glaube. Die Kursbewegung der vergangenen zwei Monate könnte sich bei einer weiteren Verschärfung der geopolitischen Lage zwar noch in einen Abwärtstrend verwandeln – aber wie viel schlimmer kann es noch werden? Ein großer Teil des Negativszenarios hat sich bereits realisiert. Die Märkte preisen das pessimistischste Szenario oft im Voraus ein, indem sie versuchen, die schlimmstmöglichen Entwicklungen vorwegzunehmen.

Daher ist es möglich, dass Händler den Konflikt im Nahen Osten bereits eingepreist haben. Gleichzeitig könnte das Ausbleiben einer Deeskalation den weiteren Aufwärtsbewegungen im Weg stehen.

Das Chartbild ist derzeit gemischt. Einerseits könnte der Kurs bald auf die Imbalance 11 reagieren und den Rückgang wieder aufnehmen, unterstützt durch die jüngsten geopolitischen Entwicklungen. Andererseits hat die Reaktion auf Imbalance 12 ein Kaufsignal innerhalb eines Aufwärtstrends generiert. Zudem hat sich eine neue bullische Imbalance gebildet, die sowohl als Unterstützungszone als auch als potenzieller Einstiegsbereich für künftige Käufe fungiert; ein neues bullisches Signal könnte bereits in dieser Woche entstehen.

Die Nachrichtenlage am Montag war relativ dünn, da kaum Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. Allerdings hat Donald Trump damit begonnen, iranische Tanker in der Straße von Hormus zu blockieren, um sie an der Lieferung von Öl an ihre Abnehmer zu hindern. Die Ölpreise sind daraufhin erneut stark gestiegen und haben 100 US-Dollar je Barrel erreicht – und man kann froh sein, dass sie nicht noch höher geklettert sind. Insgesamt beobachtet der Markt die Entwicklungen sehr genau und scheut voreilige Entscheidungen.

Es gibt weiterhin viele Gründe, warum die Bullen aktiv bleiben, und selbst der Ausbruch des Kriegs im Nahen Osten hat diese nicht beseitigt. Strukturell und im großen Bild haben sich Trumps politische Leitlinien – die im vergangenen Jahr zu einem starken Rückgang des Dollar beigetragen haben – nicht geändert.

Kurzfristig könnte der US-Dollar aufgrund von Risikoaversion zulegen, doch ohne eine anhaltende Eskalation im Nahen Osten ist diese Unterstützung nicht tragfähig. Weitere stark stützende Faktoren für den Dollar sind nicht erkennbar. An einen langfristigen Abwärtstrend für EUR/USD glaube ich weiterhin nicht. Der Dollar hat temporäre Unterstützung erhalten, aber was sollte auf lange Sicht für anhaltenden Abwärtsdruck sorgen?

Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:

  • USA – ADP Employment Change (12:15 UTC)
  • USA – Producer Price Index (12:30 UTC)

Am 14. April enthält der Wirtschaftskalender zwei eher zweitrangige Veröffentlichungen. Ihr Einfluss auf die Marktstimmung am Dienstag dürfte gering oder gar vernachlässigbar sein.

EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:

Meiner Einschätzung nach befindet sich das Währungspaar weiterhin in der Ausbildung eines Aufwärtstrends. Das Informationsumfeld hat sich vor zwei Monaten zwar schlagartig verändert, doch der übergeordnete Trend kann noch nicht als aufgehoben oder beendet gelten. Entsprechend können die Bullen ihren Vormarsch in nächster Zeit fortsetzen – vorausgesetzt, die geopolitische Lage lässt es zu.

Die Bären könnten in Kürze ein Signal von Imbalance 11 erhalten. Die Bullen hatten zuvor die Möglichkeit, auf Basis des Signals aus Imbalance 12 Long-Positionen mit einem Ziel im Bereich von 1,1670 zu eröffnen. Dieses Ziel wurde bereits erreicht, doch die Aufwärtsbewegung könnte sich in Richtung der Jahreshöchststände fortsetzen.

Es hat sich zudem eine neue Imbalance (13) gebildet, die in dieser Woche ein weiteres Kaufsignal liefern könnte. Damit der Euro ohne größere Hindernisse steigen kann, müsste sich der Konflikt im Nahen Osten in Richtung eines dauerhaften Friedens entwickeln – was derzeit nicht der Fall ist. Gleichzeitig erhalten aber auch die Bären keine zusätzlichen Argumente für neue Angriffe. Vorerst würde ich mich daher in erster Linie auf die technische (chartbasierte) Analyse stützen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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