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FX.co ★ Dollar überbewertet – Abwärtsrisiko voraus

Dollar überbewertet – Abwärtsrisiko voraus

Gerüchte über eine Deeskalation im Nahen Osten beflügeln Euro-Bullen und lösen Angriffe aus. Äußerungen von Donald Trump, wonach der Krieg bald enden werde und die USA sowie Iran innerhalb der nächsten zwei Tage Gespräche wieder aufnehmen könnten, haben die Rückkehr des Euro auf die Niveaus vor Ausbruch des Konflikts ausgelöst. Angesichts der erhöhten Ölpreise wirkt die Rallye des Hauptwährungspaares jedoch überraschend.

Credit Agricole merkt an, dass die Bewegung auf der TACO-Strategie basiert – „Trump Always Chickens Out“. Investoren konnten darin bereits im Jahr 2025 umfangreiche Erfahrung sammeln, als das Weiße Haus die höchsten Zölle seit den 1930er-Jahren verhängte. Heute belastet die gestiegene globale Risikobereitschaft die Rolle des Dollars als sicherer Hafen und verringert das in den Märkten eingepreiste Risiko einer USD-Trendwende. Dennoch zeigt sich Credit Agricole skeptisch, dass der Aufwärtstrend im EUR/USD von Dauer sein wird.

Dynamik des USD-Trendumkehrrisikos

Dollar überbewertet – Abwärtsrisiko voraus

Die Positionen der USA und Irans liegen weiterhin weit auseinander. Eine positive Marktreaktion könnte Washington dazu ermutigen, den Druck auf Teheran zu erhöhen, was sich jedoch als kontraproduktiv erweisen würde. Die US-Wirtschaft ist in besserer Verfassung als die europäische.

All das ist plausibel – warum steigt EUR/USD also weiter? Ein Teil der Erklärung ist die Rallye am US-Aktienmarkt, aber das allein reicht offensichtlich nicht aus. Ein weiterer möglicher Treiber ist die geldpolitische Divergenz: Während der Markt für 2026 von der Fed nichts erwartet, werden für die ECB zwei bis drei Straffungsschritte eingepreist. Allerdings werden diese Zinserhöhungen höchstwahrscheinlich kaum Realität werden. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Futures-Markt seine Wetten auf Senkungen der Fed Funds zurücknehmen wird.

Entwicklung des USD-Index

Dollar überbewertet – Abwärtsrisiko voraus

Was, wenn der Rückgang des Dollars einfach nur die Korrektur einer lang anhaltenden Überbewertung ist? Forscher der Harvard University argumentieren, dass der Greenback in etwa um 20 % überbewertet ist. Historisch gesehen ist die Währung nach einer derartigen Überbewertung in den darauffolgenden fünf bis sechs Jahren gefallen.

Diese Sichtweise scheint Hedgefonds anzusprechen. Untersuchungen von Morgan Stanley zeigen, dass sie in der Woche bis zum 10. April ihr Dollar-Engagement aktiv reduziert haben. Goldman Sachs stellt fest, dass diese Gruppe den Dollar bei Kursanstiegen eher verkauft, anstatt ihn bei Rücksetzern zu kaufen.

Dollar überbewertet – Abwärtsrisiko voraus

Die Märkte haben sich darauf festgelegt, dass sich die Lage im Nahen Osten stabilisieren wird, und bevorzugen den Optimismus-Trade – den Euro – gegenüber dem Dollar der Pessimisten. In der Folge dominieren Emotionen die Fundamentaldaten, und EUR/USD steigt. Wie lange wird das anhalten? Societe Generale meint, dass eine weitere Runde von Deeskalations-Schlagzeilen das Währungspaar bis auf 1,20 treiben könnte.

Aus technischer Sicht zeigt der Tageschart, dass EUR/USD derzeit nach einer siebentägigen ununterbrochenen Rally korrigiert. Diese Korrektur wirkt normal, und die Bullen bleiben in einer guten Ausgangsposition. Wichtige Unterstützungszonen liegen im Bereich der Pivot-Punkte bei 1,1760 und 1,1725. Eine Gegenbewegung von diesen Niveaus aus würde eine Gelegenheit bieten, bestehende Long-Positionen im Euro aufzustocken.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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