Risikoreiche Anlagen, darunter der Euro und das britische Pfund, verzeichnen positive Entwicklungen vor dem Hintergrund von Berichten, dass die Vereinigten Staaten und der Iran über eine Verlängerung der Waffenruhe und die Wiederaufnahme von Verhandlungen über ein langfristiges Friedensabkommen sprechen. Dieser Optimismus hält an, obwohl sich die Spannungen in der Straße von Hormus verschärfen.

Wie die Associated Press berichtet, haben beide Seiten eine grundsätzliche Einigung erzielt, die diplomatischen Konsultationen fortzusetzen. Möglich wurde dies nach der ersten, allerdings ergebnislosen, Verhandlungsrunde, die am vergangenen Wochenende in Pakistan stattgefunden hat. Vermittler arbeiten intensiv daran, Kompromisslösungen in zentralen Fragen wie dem Status der Straße von Hormus und dem iranischen Atomprogramm zu finden, mit dem Ziel, vor Ablauf der derzeitigen Waffenruhe, die bis zum 7. April angesetzt ist, zu einer Einigung zu gelangen.
Am Dienstag äußerte sich US‑Präsident Donald Trump zuversichtlich, dass die Wahrscheinlichkeit einer Wiederaufnahme der Feindseligkeiten sinke. Er erklärte, der seit fast sieben Wochen andauernde Konflikt befinde sich in seiner Schlussphase, was die Markterwartungen in Bezug auf eine mögliche Deeskalation zusätzlich stärkt. Das iranische Außenministerium teilte mit, dass eine pakistanische Delegation am Mittwoch Teheran besuchen werde und dass Islamabad weiterhin als Vermittler in der Kommunikation zwischen den beiden Seiten fungieren werde.
Dennoch bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus, eine strategisch wichtige Route für die globale Energieversorgung, äußerst angespannt. Die Vereinigten Staaten haben eine Seeblockade verhängt, die iranischen Ölexporte faktisch zum Erliegen bringt, während Teheran im Gegenzug die Straße für andere Schiffe blockiert. Eine derartige wechselseitige Eskalation schafft erhebliche Risiken für die globale Energiesicherheit.
Ali Abdollahi, Kommandeur des gemeinsamen Generalstabs der iranischen Streitkräfte, erklärte, Iran betrachte eine Verlängerung der amerikanischen Blockade als Vorstufe zu einem Bruch der Waffenruhe. Er warnte, dass die iranischen Streitkräfte im Falle eines andauernden Embargos Vergeltungsmaßnahmen ergreifen würden, die einen vollständigen Stopp von Exporten und Importen über Häfen im Persischen Golf, im Golf von Oman oder im Roten Meer einschließen könnten. Solche Schritte würden nicht nur die geopolitischen Spannungen verschärfen, sondern könnten auch einen kräftigen Anstieg der Ölpreise auslösen und damit erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben.
Die Ölpreise bleiben erhöht, obwohl Brent am Mittwoch unter 95 US‑Dollar je Barrel gefallen ist. Das liegt etwa 33 Prozent über dem Niveau vor Ausbruch des Krieges.
Es ist erwähnenswert, dass seit der Bekanntgabe der Waffenruhe am 7. April die Kampfhandlungen im Nahen Osten weitgehend eingestellt wurden. Eine Ausnahme bildet der Libanon, wo Israel weiterhin Feuer mit der von Iran unterstützten Hezbollah austauscht. Am Mittwoch berichtete der israelische Staatssender, dass Gespräche über einen möglichen Waffenstillstand im Gange seien, bislang jedoch keine Entscheidung getroffen worden sei. Auch dies hat die Nachfrage nach Risikoanlagen, einschließlich am Devisenmarkt, gestützt und den US‑Dollar geschwächt.
Was das aktuelle technische Bild für EUR/USD angeht, müssen Käufer nun an einen Durchbruch des Bereichs um 1,1820 denken. Erst dann wird ein Zieltst der Marke von 1,1840 möglich. Von dort aus ist ein Anstieg bis 1,1866 denkbar, was ohne Unterstützung durch große Marktteilnehmer jedoch recht schwierig sein dürfte. Das am weitesten entfernte Ziel wäre das Hoch bei 1,1880. Im Falle eines Rückgangs rechne ich erst im Bereich von 1,1780 mit spürbarer Käuferaktivität. Bleiben diese dort aus, wäre es sinnvoll, auf ein neues Tief bei 1,1757 zu warten oder Long‑Positionen ab 1,1725 zu eröffnen.
Bezüglich des aktuellen technischen Bildes für GBP/USD müssen Käufer des Pfunds den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3585 überwinden. Erst dann rückt das Ziel bei 1,3610 in Reichweite, oberhalb dessen ein weiterer Ausbruch allerdings recht schwierig sein dürfte. Das entfernteste Ziel liegt im Bereich von 1,3635. Kommt es zu einem Rückgang, werden die Bären versuchen, die Kontrolle bei 1,3545 zu übernehmen. Gelingt ihnen dies, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne die Bullen deutlich schwächen und GBP/USD in Richtung des Tiefs bei 1,3510 drücken, mit der Perspektive eines weiteren Rückgangs bis 1,3480.
