
Gold (XAU/USD) gibt einen Teil seiner moderaten Intraday-Gewinne wieder ab, behält jedoch eine positive Tendenz bei und notiert weiterhin über der Marke von 4.800 US‑Dollar.
Ungeachtet der Hoffnung auf diplomatische Fortschritte aus Teheran stützt die Lage in der Straße von Hormus weiterhin die Nachfrage nach dem US‑Dollar, der ein zentraler Faktor bleibt, der den weiteren Aufwärtsspielraum des Edelmetalls begrenzt. Nach dem Abschluss der Gespräche in Islamabad am vergangenen Samstag ist die US‑amerikanische Seeblockade iranischer Häfen vollständig in Kraft getreten. Als Reaktion darauf erklärte der Chef des gemeinsamen Militärkommandos des Iran, das Land sei bereit, die Handelsaktivitäten in der Region des Persischen Golfs einzustellen, falls Washington die Beschränkungen nicht aufhebt. Darüber hinaus forderte Teheran einen Stopp der israelischen Angriffe auf den Libanon als Voraussetzung für die Fortführung der Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu signalisierte jedoch, dass er nicht beabsichtigt, einen Waffenstillstand zu erklären, und wies die Israel Defense Forces an, die Kontrolle über die Sicherheitszone weiter zu verschärfen. Diese Entwicklungen sorgen für anhaltend hohe geopolitische Spannungen, stärken den Status des US‑Dollars als sicherer Hafen und begrenzen gleichzeitig das Aufwärtspotenzial der Goldpreise.

Gleichzeitig wirken sich die Erwartungen an eine diplomatische Lösung moderat positiv auf die Marktstimmung aus, stützen die Risikobereitschaft und halten die Ölpreise in der Nähe des am Dienstag verzeichneten Dreiwochentiefs.

US-Präsident Donald Trump zeigte sich zuversichtlich, dass der Krieg mit dem Iran in naher Zukunft beendet werden könnte, und das Weiße Haus berichtete über Fortschritte in Richtung eines Waffenstillstandsabkommens. Medienberichte deuten zudem auf eine hohe Wahrscheinlichkeit einer zweiten Runde von Friedensgesprächen zwischen Washington und Teheran in den kommenden Tagen hin. Diese Entwicklung, zusammen mit nachlassenden Sorgen über inflationsbedingten Druck durch sprunghaft gestiegene Energiepreise, führt zu einer Neubewertung der zuvor aggressiven Erwartungen in Bezug auf die Geldpolitik der Federal Reserve.
Dem FedWatch-Tool der CME Group zufolge wird eine mögliche Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank weiterhin gegen Ende 2026 erwartet. Unterdessen verhindert ein moderater Anlegeroptimismus, dass Dollar-Bullen aggressive Positionen aufbauen, und unterstützt Gold dabei, sich in der Nähe der am Vortag erreichten Vierwochenhochs zu halten.
Insgesamt bleiben die aktuellen fundamentalen Faktoren gemischt, was zu Vorsicht mahnt, bevor Positionen eröffnet werden, die auf einen deutlichen Rückgang von XAU/USD abzielen.
Aus technischer Sicht bewegen sich die Oszillatoren in der Nähe der Neutralen Linie, was die Unsicherheit am Markt und ein Gleichgewicht zwischen Bullen und Bären bestätigt.
